Einsichten & Ansichten

Claus-Peter Schaffhauser: Nichts los in Oberbayern?

… aus der Kolumne von Claus-Peter Schaffhauser: Nach dem letzten Beitrag „Malen mit Worten“ folgt heute „Nichts los in Oberbayern?“.

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Bayern ist nicht das Paradies – aber fast, laut Seehofer. Oberbayern ist ein Hennadipferl (Hühnerschrittchen) näher dran – am Paradies. Herrliche Landschaft, saubere Luft, sternenklarer Himmel, der uns immer wieder an Santiago de Chile erinnert. Ein Paradies. Aber im Paradies gab es auch die Schlange. Die ist in Oberbayern auch in unzähligen Exemplaren als Männchen und Weibchen (zwecks Vermehrungsmöglichkeit) vorhanden.

Der Oberbayer ist konservativ in seinem Denken. Heimat- und Naturverbunden (außer die 100 Jahre alten Eichen, Linden, Weiden, Obstbäume versauen wertvolles Bauland – da muss man dann schon die richtigen Prioritäten setzen und Brennholz ist ja gefragt wie nie zuvor) und katholisch (sprich: bigott). Am Sonntag geht man schön zur Kirche und beichtet brav den Ehebruch vom Samstag, im Nachgang eines kleinen Tennismatches. Herrn Hochwürden trifft man dann wieder im Kirchenrat, wo man sich verständnisvoll zuzwinkert. Ja, das Fleisch ist lässlich.

Der Oberbayer ist sportlich und damit auch in vielen Vereinen engagiert, wo es viel Anlass zum Feiern gibt und das andere Geschlecht nicht nur zum Tanz aufgefordert wird. Der Herr Ministerpräsident Seehofer, auch „Lichtgestalt Nr. 3“ (nach Beckenbauer und Stoiber) genannt, macht uns ja täglich vor, dass dieser Spagat gelingen kann. Was werkelt sich dieser Mann für Deutschland ab? Unglaublich! Familie hegen in Ingolstadt, regieren in München, intrigieren in Deutschland, neue Familie anlegen in Berlin, Söder in Schach halten – weltweit. Zum beichten nach Rom, zum heiligen Vater (dabei hätte er es zu den Pius-Brüdern in Regensburg viel näher, die sich aber teilweise auch aus Nichtbayern rekrutieren – gefährliches Gelände, da Absolution nicht sicher).

Christoph Schroeder

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