Wirtschaft

Club of Rome stellt neue Studie „2052“ vor und prophezeit massive Schäden für Mensch und Planet

Die Anfänge des Schrumpfens

1972 rüttelte der Club of Rome mit seiner Studie "Die Grenzen des Wachstums" einen im Dauerboom schwelgenden Westen auf. Der Folgereport "2052" prophezeit massive Schäden für Mensch und Planet – trotz gebremsten Wachstums. Doch es gibt auch einen Silberstreif: Das Bevölkerungswachstum verlangsamt sich. Wie dokumentieren die wichtigsten Vorhersagen der neuen Studie.

– Der globale Bevölkerungszuwachs wird früher als erwartet stagnieren, weil die Geburtenzahlen der zu immer größeren Anteilen in Städten lebenden Weltbevölkerung dramatisch fallen werden. Die Weltbevölkerung wird kurz nach 2040 bei 8,1 Milliarden ihren Höchststand erreichen und dann zurückgehen.

– Das weltweite Bruttoinlandsprodukt (BIP) wird langsamer als erwartet steigen, weil der Bevölkerungs- und auch der Produktivitätszuwachs abnimmt. Um das Jahr 2050 wird das weltweite BIP 2,2 mal größer sein als heute.

– Der Produktivitätszuwachs wird geringer ausfallen als in der Vergangenheit, weil viele Volkswirtschaften ihr Entwicklungspotenzial ausgeschöpft haben und weil soziale Verteilungskämpfe und extreme Wetterbedingungen zunehmen werden.

– Die Wachstumsrate beim weltweiten Konsum wird sinken, weil ein größerer Anteil des BIP für Investitionen ausgegeben werden muss, um Probleme zu lösen, die durch Ressourcenausschöpfung, Umweltverschmutzung, Klimawandel, dem Rückgang der Artenvielfalt und gesellschaftlicher Ungerechtigkeit entstehen. Der weltweite Konsum von Gütern und Dienstleistungen wird 2045 seinen Höchststand erreichen.

– Als Folge aus steigenden sozialen Investitionen in den kommenden Jahrzehnten (obwohl oft unfreiwillig und in Reaktion auf Krisen) werden Ressourcen- und Klimawandelprobleme bis 2052 keine katastrophalen Ausmaße annehmen. Es wird jedoch um die Mitte des Jahrhunderts zu unnötigem Leiden wegen unverminderter Klimaschäden kommen.

– Das Ausbleiben von engagierten und konsequenten Reaktionen der Menschheit in der ersten Hälfte des 21. Jahrhunderts wird die Welt in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts auf einen gefährlichen Pfad der sich selbst verstärkenden globalen Erwärmung bringen.

– Langsames Wachstum im Pro-Kopf-Konsum in großen Teilen der Welt (und Stagnation in den reichen Weltregionen) wird vermehrt zu sozialen Spannungen und Konflikten führen, die wiederum einen systematischen Produktivitätsanstieg bremsen werden.

– Die kurzfristige Blickverengung auf Kapitalismus und Demokratie führt dazu, dass weise Entscheidungen für das langfristige Wohlbefinden nicht rechtzeitig getroffen werden.

– Die Weltbevölkerung wird zu immer größerem Anteil in Städten leben und ist nicht bereit, die Natur um ihrer selbst Willen zu schützen. Die Artenvielfalt wird darunter leiden.

– Verlieren wird überraschenderweise die aktuelle globale Elite, besonders die USA. China wird der Gewinner sein. Die Brise-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, Südafrika und zehn weitere große Schwellenländer) machen Fortschritte. Der Rest der Welt bleibt arm. Alle, besonders die Armen, leben in einer zunehmend chaotischen und klimageschädigten Welt.

Weitere Informationen zu dem aktuellen Bericht finden Sie auf der Homepage des Club of Rome. Auf Youtube ist ein Video der Organisation zu der neuen Analyse eingestellt (hier der Link zu "2052: A Global Forecast for the Next Forty Years" PART I).

(Quelle: Tagesschau / ARD)

 

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