Energie & Umwelt

CO2 Lagerstätten In der Nordsee – Bedrohung für Mensch und Tier

Seit April diesen Jahres gibt es in Deutschland einen Gesetzentwurf für das CCS-Gesetz, die Endlagerung von CO2 tief unter der Erde. Das Gesetz sieht vorerst die Lagerung von Treibhausgasen nur zur Erprobung der Technologie vor. Die Durchführung von CCS-Projekten stieß bei der breiten Bevölkerung bisher auf Proteste und Widerstand. Aus diesem Grund kam die Off-Shore-Lagerung, vor allem in der Nordsee, bei den Befürwortern von CCS ins Gespräch.

Doch der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) warnt jetzt die Bundesregierung davor, Lagerstätten unter den Boden der Nordsee zu erschließen. Nach einer BUND-Studie sei die Technologie noch nicht ausgereift genug, um eine problemlose Endlagerung von CO2 zu garantieren. Ausreichende Messgeräte zur Überwachung der Lagerstätten und Mittel zur Behebung von möglichen Lecks gibt es schlichtweg noch nicht. Außerdem ist es möglich, dass salines Formationswasser durch den entstehenden Druck des verpressten CO2 austritt, mit verheerenden Auswirkungen auf die Pflanzen und Tiere in der Nordsee. Durch die Versalzung wäre auch das UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer und Trinkwasservorkommen bedroht. Des Weiteren würde CCS die grundlegenden Probleme der Luftverschmutzung nicht lösen. „Nicht nur, dass CCS massive Gefahren birgt. Kohlekraftwerke werden auch mit CCS nicht sauber. Stattdessen muss in CCS-Kraftwerken deutlich mehr Kohle verfeuert werden als in Kraftwerken ohne CCS. CCS dient vor allem dazu, den klimaschädlichen Kohlekraftwerken ein grünes Image zu geben und ihren Neubau zu legitimieren,“ so BUND-Klimaexpertin Tina Löffelsend.

Die meisten geeigneten CO2-Lagerstätten sind in Natura-2000-Schutzgebieten zu finden. Am 23. September 2011 wird die Bundesregierung über den CCS-Gesetzesentwurf endgültig entscheiden.

 

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