Energie & Umwelt

CO2-Zertifikate mit Preissturz – Klimafonds droht Milliardenloch

Paradoxerweise könnte der Rückgang des CO2-Ausstoßes der letzten Jahre die Finanzierung der Erneuerbaren Energien gefährden. Der Preis für CO2-Zertifikate, mit denen jeder Verursacher von Treibhausgasen seine verursachten Emissionen abdecken muss, ist auf unter zehn Euro eingebrochen. Der Bund ging in seinen Planungen von einem Preis von 17 Euro pro Tonne CO2 aus. Bis 2013 wird der Preis bei gleichbleibenden Angebot auf nur elf Euro ansteigen. Dieser Preiseinbruch droht nun Mindereinnahmen im Klimafonds zu verursachen, der die Finanzierung der Energiewende tragen sollte. Durch das Wegfallen der Brennelementsteuer nach dem Beschluss über den Atomausstieg, bleibt dem Klimafond nur noch der Emissionshandel als einzige Einnahmequelle. Um ein Milliardenloch im Budget zu vermeiden, muss die Bundesregierung das Defizit entweder aus Steuergeldern tragen oder den Preis auf natürlichem Wege durch eine Verknappung der Emissionsrechte erhöhen. Bisher lehnt die Bundesregierung beide Lösungen ab. Derweil gibt es auch schlechte Nachrichten bei den Energiesparmaßnahmen Deutschlands: Im letzten Jahr betrug der durchschnittliche Energieverbrauch pro 1.000 Euro Wirtschaftsleistung 6,2 Gigajoule, was insgesamt keine Verbesserung der Energieeffizienz im Vorjahresvergleich bedeutet. Dieser Wert müsste eigentlich nach dem Konzept der Bundesregierung jährlich um 2,5% fallen.

Der Preiseinbruch der CO2-Zertifikate ist zum großen Teil auf die Wirtschaftskrise von 2009 zurückzuführen. In diesem Zeitraum ist der CO2-Ausstoß um 9,4% auf 44,3 Millionen Tonnen gesunken, der niedrigste Stand seit der Einführung des Emissionshandels 2005. Wegen des gleichbleibenden Angebots am Emissionsmarkt und des daraus entstehenden Überangebots, war ein Preissturz der Emissionsrechte unvermeidlich und zu erwarten.

 

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