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Coaches: Sinnvoll oder sinnlos?

Coaches, Trainer, Motivationsexperten … die Bezeichnung für diesen Beruf ist ebenso vielfältig wie die Themen, mit denen sich die in dieser Branche tätigen befassen. Coaches haben jedoch mit einem entscheidenden Makel zu kämpfen. Ihre Berufsbezeichnung ist nicht geschützt und so tummeln sich zahlreiche, auch unseriöse, Anbieter auf dem Markt. Nicht zuetzt deshalb fragen sich Führungskräfte und Mitarbeiter: „Coaches, wie trenne ich die Spreu vom Weizen?“.

Wann Alarmglocken schrillen sollten

Bauplan, Architektur, Konzepte, Pläne
Auf Nachfrage, was hinter Begriffen wie „Begleitung“ oder „Unterstützung“ steckt, sollten Coaches konkrete Konzepte auf den Tisch legen können. (Bild: Rainer Sturm / pixelio.de)

Fragt man unseröse Anbieter auf dem Markt nach dem Inhalt ihrer Dienstleistung, so antworten sie oft mit thematisch weit gefassten Begriffen, wie zum Beispiel „Begleitung“ oder „Unterstützung“. Einen Kunden (seien das nun Einzelpersonen oder ganze Unternehmen), bei der Suche nach Lösungen zu begleiten und zu unterstützen ist auch nicht falsch. Wenn allerdings auf Nachfrage, was der oder die Coach mit den beiden Begriffen meint, er beziehungsweise sie weiterhin derart vage bleibt, dass man nicht erkennen kann, welche konkreten Methoden sich hinter seinem angebotenen Konzept verbergen, sollten die Alarmglocken schrillen. Das ist vor allem dann der Fall, wenn selbst ernannte Coaches in blumige Worthülsen wie „professionelles Beratungsformat“, „andauernde Partnerschaft auf Prozessebene“ oder „interaktiver, prozessorientierter Beratungs- und Begleitungsprozess“ fliehen.

Was machen Coaches wirklich?

Eine Frage, die sich nicht nur immer mehr potenzielle Kunden stellen, sondern die auch Joyce Bono von der Universität Minnesota interessierte. Zusammen mit ihren Co-Autoren förderte sie eine wissenschaftlich fundierte Untersuchung* zutage. Ihr Fazit: Coaches helfen einem beim Erlernen neuer Kompetenzen. Darunter Stress-, Zeit-, Konflikt- und Zeitmanagement. Zudem bieten sie  Mentoring, Planung, Delegation, Motivation von Mitarbeitern, 360-Grad-Feedback und vieles mehr. Für Bono stellt Coaching somit ein in der Praxis schillerndes Modewort für traditionelle Lern-, Trainings und Beratungsaktivitäten dar. Der kleinste gemeinsame Nenner aller dieser Ansätze ist ihrer Ansicht nach die Diagnose.

Auf Coaches beziehungsweise Coaching verzichten?

Die Ergebnisse sprechen jedoch nicht dafür, auf Coaches beziehungsweise Coaching zu verzichten. Wer allerdings die Dienste von Coaches in Anspruch nehmen oder sogar selbst an einer Coaching-Ausbildung interessiert ist, für den gilt es sich zuvor genauesten darüber zu informieren, worin sich diese Ausbildung inhaltlich, methodisch und qualitativ von anderen Ausbildungsgängen in den Bereichen Training, Beratung, Managemententwicklung et cetera konkret unterscheidet. Vor allem sollte man Anbieter auf dem Markt nach konkreten Konzepten und Methoden fragen, die einen bestimmten finanziellen und zeitlichen Aufwand rechtfertigen – und da sollte schon mehr kommen als „Begleitung“ oder „Unterstützung“.

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* Joyce Bono et. al.: A Survery of Executive Coaching Practices, in: Personal Psychology, Vol. 62 (2009).

Christoph Schroeder

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