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Content Marketing: Retter oder Killer für den Journalismus?

Notebook auf Schreibtisch Startwebseite eines Kuechenblogs ideale Plattform um Inhalte fuer das Content Marketing zu generieren

Was ist Content Marketing? Manche Medientreibende sehen darin den Tod für den unabhängigen und kritischen Journalismus. Andere wiederum sehen darin dessen Rettung. Was stimmt nun? Wir suchten nach Antworten. Dabei fragten wir uns auch, welche Meinung die Verbraucher selbst zu dieser besonderen Form des Marketings haben.

Content Marketing: Für Journalisten der finale Todesstoß

Es ist zwar schon gut ein Monat her, doch der Schock sitzt vielen Content Marketing-Aktivisten noch tief in den Knochen. Am 02.01.2017 veröffentlichte Handelsblatt-Korrespondent Hans-Peter Siebenhaar einen bemerkenswerten Artikel zum Thema. Allein der Titel, Content-Marketing killt Journalismus, stieß vielen sauer auf. Siebenhaar wirft dieser besonderen Form des Marketings, die mit informierenden, beratenden und unterhaltenden Inhalten die Zielgruppe ansprechen will,* nichts Geringeres vor, als dem kritischen und unabhängigen Journalismus den finalen Todesstoß zu versetzen. Siebenhaars Argumentationslogik weist jedoch Lücken auf.

Denn der kritische und unabhängige Journalismus befindet sich seit Jahren in einer Krise. Und zwar weitaus bevor Content Marketing zu einem Buzzword murtierte. Zudem ist diese Krise hausgemacht. Das zeigt sich an den Internetauftritten der ehemals meinungsführenden Tages- beziehungsweise Wochenzeitungen. Diejenigen, welche die Zeitungsverlage finanzieren, haben diese einem enormen Kostendruck ausgesetzt. Als Erstes wurde beim Personal gespart. Als Folge wurde der Rechercheaufwand gesenkt. Beides führte zu einem Qualitätsverlust im Bezug auf journalistisch generierte Inhalte. Der Leser wandt sich ab und suchte neue Informationsquellen. Zum Beispiel spendenfinanzierte Blogs.

Viele Verbraucher haben mit Content Marketing kein Problem

Die andere Lücke in Siebenhaars Argumentationslogik findet sich, wenn man die Verbraucher selbst nach ihrer Meinung zum Thema Content Marketing befragt. Das internationale Marktforschungs- und Beratungsinstitut YouGov hat genau das getan.** Ergebnisse einer aktuellen Studie zeigen, dass die meisten Internetnutzer mit Content Marketing an sich gar kein Problem haben. Vorausgesetzt, es werden folgende zwei Bedingungen erfüllt.

1. Es wird Transparenz gewährleistet. Das heißt, für den Verbraucher wird ersichtlich, dass die von ihm konsumierten Inhalte zu Werbe- beziehungsweise Marketingzwecken erstellt wurden.

2. Es wird Relevanz gewährleistet. Das heißt, für den Verbraucher ergibt sich aus dem Konsumieren der zu Werbe- beziehungsweise Marketingzwecken erstellten Inhalte ein echter Mehrwert. Zum Beispiel indem kochaffine in einem Küchenblog auf für sie potentiell schmackhafte Rezepte aufmerksam gemacht werden.

Rettet Content Marketing den Journalismus?!

Fakt ist mit Privatkapital finanzierte Medienunternehmen müssen mit den von ihnen erstellten Produkten Geld verdienen. Nicht zuletzt deshalb, weil sie gegenüber ihren Investoren eine Bringschuld. Aber auch, weil sie ihre Mitarbeiter zu bezahlen haben. Kunden, die mit Hilfe gut durchdachter Content Marketing-Konzepte, ein Produkt oder eine Dienstleistung an den Mann beziehungsweise die Frau bringen möchte, sind für Medientreibende inzwischen eine wichtige Einnahmequelle. Unter anderem, um liquide Mittel für zur Generierung qualitativ hochwertiger Artikel. So gesehen könnte diese Marketingtechnik den Journalismus gar eine Art Rettung sein.

* Content Marketing: Was steckt alles dahinter? Hintergrundinformationen zu dieser besonderen Marketingtechnik können am Thema Interessierte im folgenden AGITANO-Beitrag nachlesen: Content Marketing – Der gleiche Käse, nur in einer anderen Schachtel?

** Weiterführende Informationen zur Studie finden am Thema Interessierte unter folgendem Link (Copy & Paste):

  • www.yougov.de/loesungen/reports/studien/wundermittel-content-marketing/
Christoph Schroeder

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