Wirtschaft

Continental will auch in Russland rollen – inländische Produktion Voraussetzung

Der deutsche Reifenhersteller Continental (Umsatz 2010: 26,0 Mrd. Euro, Gewinn: 645,9 Mio. Euro, Gesamtverbindlichkeiten: 18,5 Mrd. Euro) will im westrussischen Gebiet Kaluga für 220 Millionen Euro ein Reifenwerk bauen. Ab 2013 sollen dann jährlich von rund 400 Mitarbeitern etwa vier Millionen Reifen produziert werden. Die Region Kaluga hat sich in der letzten Zeit zu einem wichtigen Auto-Industriezentrum entwickelt. Hier produzieren bereits VW, Peugeot-Citroen, Mitsubishi, Volvo Trucks und der Autozulieferer Magna International. Zusammen wurden in der Region 2010 rund 115.000 Fahrzeuge gebaut, Tendenz stark steigend.

Seit Anfang Februar 2011hat Russland den ausländischen Autobauern neue Bedingungen auferlegt. Das Dekret 166 verlangt von den ausländischen Herstellern, ab 2015 mindestens 300.000 ihrer Autos in Russland selbst zu produzieren – sonst werden höhere Einfuhr-Zölle für Autoteile fällig. Daraufhin hatten zahlreiche der großen Autobauer bereits neue Milliardeninvestitionen in Russland angekündigt. VW plant beispielsweise, seine Fertigung in dem russischen Werk Kaluga um 50.000 auf 200.000 Einheiten pro Jahr zu steigern, beziehungsweise ein zweites Werk mit einer Kapazität von 150.000 Einheiten gegenüber der bestehenden Fabrik zu bauen. Mit dem russischen Autobauer GAZ wurde bereits eine Zusammenarbeit vereinbart, wonach jährlich mehr als 100.000 Fahrzeuge der Marken VW und Skoda in einem GAZ-Werk produziert werden. Der russische Automarkt selbst boomt: Die Zahl der Neuzulassungen war im ersten Quartal 2011 auf 517.300 Einheiten angewachsen (+75%).
 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.