Themenserien

CSR in der Umsetzung I – Wie kann Ihr Nachhaltigkeitsengagement …

… direkt in der Wertschöpfungskette verankert werden? – Teil 4 von 12

 

 "Unternehmensverantwortung und Nachhaltigkeitsengagement (CSR) als Basis für Zukunftsfähigkeit, Innovation, Mitarbeiterbindung und Differenzierung – kleine Schritte, große Wirkung" von Ulrich Merkes, VINETA GmbH

 

 

Erinnern Sie sich noch an die Zeiten, als die Unternehmens-IT als notwendiges Übel, als Nerds als isolierte Sonderlinge gesehen und behandelt wurden? Das ist gar nicht allzu lange her – vielleicht 20 Jahre. Internet- und produktivitätsgetrieben wurde aus diesen nach innen gerichteten Spezialisten zunehmend ein Wettbewerbsfaktor: Mehr und mehr wurde erkannt, dass durch eine Integration (z.B. EDI) der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungsstufen große Effizienz- und Qualitätsgewinne erreicht werden konnten. Heute ist die IT als innovativer „Business Partner“ in der Rolle des CIO in der Unternehmensleitung angekommen. Kaum ein Projekt kommt mehr ohne IT-Unterstützung aus, der Wertbeitrag dieser Unternehmensfunktion ist kristallklar, die Geschwindigkeit der Innovation und Veränderung schier überwältigend. Und nicht zu vergessen: IT-Positionen sind hochvernetzte, durchlässige und attraktive Jobs.

 

Und nun betrachten Sie die Entwicklung der Nachhaltigkeitsdiskussion: Aus den Ökofundamentalisten ist längst eine Managementschule entstanden; aus idealistischen Forderungen längst pragmatische Vorschläge mit betriebswirtschaftlichem Mehrwert. Was denken Sie, wie sich diese Entwicklung fortsetzen wird? Und möchten Sie dabei passiv zusehen, oder aktiv Wettbewerbsvorteile für Ihr Unternehmen kreieren? (siehe Bild "Information Technology & Corporate Social Responsibility – zeitliche Entwicklung").

 

In der letzten Kolumne hat der Autor gezeigt, wie sich Unternehmen heute dieser Fragestellung annähern. Den größten Mehrwert schafft dabei die Integration der CSR-Aktivitäten in sämtliche Funktionen der Wertschöpfungskette, denn überall finden sich einfache Ansätze und Verbesserungsmöglichkeiten (siehe Graphik in Anlehnung an einen im Harvard Business Review erschienenen Artikel von Prof. Michael Porter „The Link Between Competitive Advantage and CSR“, HBR 2006). Dadurch vermischen sich Kernkompetenz und Nachhaltigkeitsengagement zu einer untrennbaren Einheit – der sozioökologische Ansatz wird Teil der Unternehmens-DNA, ebenso wie es Qualität und Effizienz seit langem sind.

 

Doch wie kann sich Ihr Unternehmen pragmatisch in diesem Themenwust orientieren, womit gilt es, zu beginnen? Am leichtesten nähert man sich o.g. Bild durch eine dreifache Priorisierung an:

– Welche Nachhaltigkeitsthemen und –ziele sind für Sie bzw. Ihr Unternehmen wesentlich.

– Welche Risiken und Stakeholder gilt es, aktiv zu adressieren?

– Und letztlich: Welche Unternehmensfunktionen bieten das größte Potential für die erstgenannten Prioritäten? In der Regel empfehlen wir einen Fokusworkshop für ausgewählte Pilotfunktionen, z.B. die Produktion, oder einen Gesamtdurchlauf anhand eines strategischen Produkts. Ergebnis eines solchen Workshops können Produkt- und Prozessverbesserungen (z.B. durch innovative Mehrwertdienste), aber auch Ansätze für das Personal-, Partner- und Brandmanagement sein. Oder auch einfach etwas komplett Neues.

 

Zunehmend bleibt den Unternehmen auch gar nichts anderes übrig, als diese Verankerung im Tagesgeschäft aktiv anzugehen, denn ihre Kunden verlangen verstärkt die Einhaltung von CSR-Anforderungen und -Standards als Grundvoraussetzung für die Auftragsvergabe.

 

Einige der wichtigsten CSR-Standards sind: The Global Compact, SA8000, ISA, BSCI und Global Reporting Initiative.

 

Eine Studie von Deloitte zum Thema Corporate Social Responsibility zeit auf, worauf Unternehmen im Beschaffungsprozess zunehmend achten. Die drei wichtigsten Punkte sind "Einhaltung der Menschenrechte", "Mindestarbeitsstandards" und "Ausbeutung der Ressourcen in der Lieferantenkette".

 

Die Abnehmer sichern sich hierzu durch Lieferantenkodizes vermehrt rechtlich ab und versuchen gleichzeitig, sich durch CSR von ihren Wettbewerbern positiv abzusetzen. Immer mit der Folge der Weitergabe der Anforderung an den Zulieferer. CSR wird so zum Vergabekriterium bzw. Differenzierungsfaktor: CSR als Deal-Breaker oder Deal-Maker.

 

Unternehmen benötigen daher eine geeignete, strukturgebende CSR-Strategie sowie Implementierungs- bzw. Kontrollmechanismen. Mehr und mehr erwächst daraus auch die Anforderung, verbindliche „Compliance Statements“ abzugeben und die Erfüllung o.g. Standards zu dokumentieren.

 

Der Autor hofft, Sie mit diesen Ideen und unserer partnerschaftlichen Beratungsphilosophie neugierig gemacht zu haben. Wenn Sie Fragen zu ersten Nachhaltigkeitsschritten und unseren „Quick Checks“ haben, freuen wir uns genauso, wie über erfahrene Unternehmen mit ehrgeizigen Weiterentwicklungszielen. Sie haben das Wort – melden Sie sich jederzeit mit Ihren Rückfragen und Anregungen.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Ulrich Merkes

Geschäftsführer

 

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Bisher in dieser Kolumne:

– Warum beschäftigen sich Unternehmen überhaupt mit dem Thema Nachhaltigkeit bzw. warum sollten sie dies tun (Motivatoren & Handlungstreiber)?

– Welche CSR-Managementansätze und –philosophien gibt es, was kennzeichnet sie?

– CSR in der Umsetzung I: Wie kann CSR in der Wertschöpfungskette verankert werden?

 

Kommende Schwerpunkte:

– Wie könnte eine idealtypische Herangehensweise für ein strategisches Nachhaltigkeitsmanagement in Ihrem Unternehmen aussehen?

– Welche einfachen Einstiegsmöglichkeiten gibt es für interessierte Unternehmen: Ideenfindung durch Innovations-Workshops entlang des Produktlebenszyklus‘ oder innerhalb der spezifischen Wertschöpfungskette des Unternehmens – kleine Schritte, große Ergebnisse

– Wie kann beider Vielzahl an Themen und Anforderungen eine Priorisierung und Strukturierung (Roadmap) erfolgen?

– Welche konkreten Projektbeispiele gibt es, von denen Ihr Unternehmen lernen kann? 

– Wie messe ich den Wertbeitrag und Erfolg meines CSR-Engagements – was bringt es?

 

 

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Über den Autor:

 

Ulrich Merkes ist ein erfahrener Projektmanager mit einem internationalen Hintergrund in Strategie- und IT-Beratung. Er ist Geschäftsführer der „Vineta GmbH – Realising Sustainability”, einem ‘think & do-tank’ und internationalen Netzwerk aus freiberuflichen Seniorberatern in den Bereichen Innovation, Corporate Social Responsibility (CSR), Non-Profit Management und Entwicklungszusammenarbeit mit der Wirtschaft. Vineta ist davon überzeugt, dass ökologisch bzw. sozial sinnvolles Handel und ökonomischer Erfolg zwei Seiten der gleichen Medaille im unternehmerischen Ecosystem sein können. Nach seinem Studium der Betriebswirtschaftslehre war Ulrich 10 Jahre in der Unternehmensberatung tätig, hiervon 7 Jahre bei Deloitte Consulting. Sein Beratungsschwerpunkt lag dabei vor allem auf Entwicklung, Alignment und Implementierung von Unternehmens-, CRM- und IT-Strategien, der Organisationsentwicklung, Corporate Governance, Prozess-Reengineering und Business Development. 2003 hat Ulrich in Barcelona erfolgreich als Master of International Business Management graduiert. Seit 2007 ist Ulrich nunmehr als freier Berater für verschiedene private und öffentliche (Nichtregierungs-) Organisationen tätig, um hier seinen bunten Hintergrund als „Social Entrepreneur“ für eine nachhaltige wirtschaftliche und soziale Entwicklung einzusetzen.

 

Die VINETA GmbH interessierten Unternehmen eine Vielzahl an Unterstützungsmöglichkeiten an – vom CSR Quick Check und Analyse-Werkzeugen über Fokus-Workshop und Strategie-Entwicklung bis hin zur konkreten Umsetzung in den Geschäftsalltag.

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