Interviews

d.a.n.k.e. – Fundraising und kreative Kommunikation für sozial engagierte Unternehmen, Organisationen und Projekte

d.a.n.k.e., Sinnbild, Heike Hassel, Werbeagentur, Marketingagentur, Sinnhaftigkeit, Nonprofit-Organisationen, NGO, Ehrenamt, soziales Engagement

d.a.n.k.e., die agentur für nonprofits und karitatives engagement, ist eine ambitionierte Werbeagentur in Düsseldorf. Die Marketingprofis um Heike Hassel entwickeln seit 2004 kreative Projekte ausschließlich für den Nonprofit-Sektor und sozial engagierte Unternehmen und Organisationen. Vom professionellen Logo-Design über Websitegestaltung, Markenaufbau, Kampagnen und Fundraising bis hin zu PR und Social Media bietet d.a.n.k.e. alle Werbeformate an, die auch die traditionelle Konkurrenz entwickelt – aber der Zweck muss sinnvoll sein.

Nonprofit als Beruf? – Heike Hassel im Interview

Frau Hassel, ist Werbung für soziale Zwecke ein Luxus oder eine überfällige Notwendigkeit?

Werbung beziehungsweise professionelle Kommunikation im Nonprofitbereich oder für karitative Anliegen generell ist unbedingt erforderlich. Dabei geht es vor allem um die Sichtbarmachung der Werte einer Organisation, einer klaren Positionierung sowie einer Differenzierung zu anderen. Jedes Jahr gibt es in Deutschland allein im Stiftungsbereich 500 Neugründungen. Da muss man schon ein klares und aufmerksamkeitsstarkes Profil vorweisen, um wahrgenommen und richtig erkannt zu werden.

Wo liegt Ihre Schmerzgrenze, wenn Sie einen Marketingauftrag ablehnen?

Meine Schmerzgrenze liegt eindeutig da, wo ich persönlich Werte oder Einstellungen nicht mehr vertreten kann. Das sind auf jeden Fall fremdenfeindliche Meinungen oder diskriminierende Ansichten, die sich zum Beispiel  gegen Frauen oder Minderheiten richten. Aber auch umweltpolitische Einstellungen, die ich nicht vertreten kann, wären grenzwertig.

Auch konventionelle Konzerne oder Behörden pflegen ihre nachhaltigen, grünen oder karitativen Seiten. Arbeiten Sie für sie?

Seit 1995 arbeite ich selbstständig und ich habe im kommerziellen Bereich begonnen. Mit meiner damaligen Partnerin haben wir sehr viel für die Deutsche Telekom AG gearbeitet, aber unsere Kunden kamen auch aus dem internationalen Baugewerbe, aus dem Elektronik- oder Messebereich. Das dort erworbene Know-how hilft uns natürlich auch in der Kommunikation für den Nonprofitbereich und selbstverständlich versuchen wir, diese Bereiche miteinander zu verbinden. CSR ist ein wichtiger Beitrag, den ein Unternehmen leisten kann und sollte. Dabei geht es nicht nur darum, mit tollen Projekten zu glänzen. Viele Mitarbeiter eines Betriebes schätzen ein soziales Engagement ihres Unternehmens. Sie können sich besser mit ihrem Arbeitgeber identifizieren und es wirkt gleichzeitig teamstärkend. Ein großes Plus für die Stärkung von innen!

Müssen Sie und Ihr Team das Anliegen Ihres Kunden teilen, um für ihn zu arbeiten, oder genügt Ihnen der Stempel der Gemeinnützigkeit?

Natürlich macht es sehr viel mehr Freude, wenn man voll und ganz hinter einer Idee steht. Mit dieser Leidenschaft sind dann auch die Resultate viel besser. Das ist uns bisher nicht schwergefallen, denn bis jetzt gab es nur beeindruckende und sinnvolle Projekte, die wir unterstützen durften, und das wird sicher auch in Zukunft so bleiben, denn die Mehrzahl der karitativen Projekte widmet sich den Problemen dieser Zeit. Was gibt es Schöneres, als hier einen Beitrag leisten zu können!

Nonprofitorganisationen sind nicht immer einfache Kunden. Viele haben wenig Geld, unklare Strukturen und widersprüchliche Vorstellungen. Macht Ihnen die Arbeit Spaß?

Natürlich macht es einen Unterschied, ob man mit der Marketingabteilung eines Konzerns verhandelt oder mit dem Geschäftsführer eines Vereins, dem die Abläufe und die Wichtigkeit professioneller Kommunikation und Werbung nicht so richtig geläufig sind. Oft ist der Aufwand an Erklärungen ein sehr viel höherer. Wenn das aber geschafft ist und die ersten Ergebnisse sichtbar sind, wird das schnell klar und es macht umso mehr Freude.

Sie lernen bei Ihrer Arbeit interessante Menschen, Ideen und Projekte kennen. Zweifeln Sie gelegentlich, ob Sie sich an der richtigen Stelle engagieren?

Die Menschen und Projekte sind in der Tat immer einzigartig und es ist toll, zu erfahren, wie leidenschaftlich die meisten sind. Viele machen das ja für ein kleines Gehalt, wenn nicht ehrenamtlich. Auch ich habe ein ehrenamtliches Projekt, welches ich seit 2009 betreue und mit sehr viel Engagement und Leidenschaft betreibe. Es geht dabei um die Unterstützung von Frauen in Kenia mittels Mikrokrediten. Ich selbst reise jedes Jahr mindestens einmal nach Kenia und besuche die Projektpartner und Frauengruppen vor Ort. Jede Reise ist ein Erlebnis und man lernt dazu. Auch nach meiner mittlerweile nun achten Reise dorthin hat sich noch keine Langeweile eingestellt. Im Gegenteil, es wird immer spannender und es ist wunderbar, zu sehen, wie das Projekt wächst. Zweifel gibt es bis dato weder auf Kundenseite noch bei dem eigenen Projekt.

Sie helfen beim Branding einer Obdachlosenzeitung, einem Mikrokreditblog von Frauen in Kenia oder entwerfen ein neues Design für eine kirchliche Stiftung – wie kommen Sie zu Ihren Kunden?

Das Obdachlosenprojekt fiftyfifty ist wirklich etwas Besonderes. Es wurde 1995 von uns mit aufgebaut und hat sich in all den Jahren gigantisch entwickelt. Dies ist natürlich auch der hervorragenden Geschäftsführung von Hubert Ostendorf zu verdanken, der das Projekt in den über 20 Jahren kontinuierlich und beharrlich wachsen ließ und lässt. Für ein Straßenmagazin sind die Erfolge einzigartig. Die meisten Projekte kommen über Empfehlungen und Mund-zu-Mund-Propaganda, was auch heute noch die beste Werbung ist. Es bleibt aber irgendwie immer zu wenig Zeit, um für sich selbst Akquise zu betreiben, dabei gibt es noch Kapazität für Aufträge …

Kann eine Marketingagentur, die sich ihre Kunden aussucht, in diesem Segment überleben? Erwarten Nonprofit-Organisationen auch von Ihnen Ehrenamtlichkeit?

Sobald eine Organisation erkannt hat, wie wichtig und sinnvoll Werbung und Kommunikation ist und versteht, dass auch eine Nonprofit-Organisation Profit machen muss, um eben auch die laufenden Kosten zu decken, wird natürlich auch klar, dass Sparen an der falschen Stelle keinen Sinn ergibt und eher kontraproduktiv ist. Eine Marketingagentur kann in dieser Nische überleben, muss sich aber auch dessen bewusst sein, dass Verdienste in diesem Bereich oft unter denen im klassischen, kommerziellen Bereich liegen. Ehrenamtlichkeit wurde bisher von unseren Auftraggebern nicht vorausgesetzt. Es ist aber von Vorteil, wenn man auch Erfahrungen von anderer Seite mitbringt.

Wie vertragen sich traditionelle Werbestrategien mit alternativen Inhalten? Ändert sich mit den Botschaften auch die Methode?

Die Werbestrategien sind weitestgehend gleich. Was sicherlich anders ist, ist die Ansprache an die Spenderinnen und Spender. Im Nonprofitbereich geht es vor allem um den Aufbau einer Beziehung zwischen Spenderin/Spender und Organisation. Unverzichtbare Basis hierfür ist ein gutes Spendenverwaltungsprogramm. Dann kommt es natürlich immer auch auf die Zielsetzung an. Je klarer ein Ziel formuliert werden kann, umso detaillierter kann auch ein Plan dafür entwickelt werden, damit dieses Ziel erreicht wird.

Gibt es Werbeprojekte, die Sie gerne betreuen würden? Kann der Wunsch nach einem sinnvollen Arbeitsplatz dahin führen, sich noch weiter zu spezialisieren?

Sehr gerne arbeiten wir für medica mondiale, die sich dem Thema Frauenrechte verschrieben hat, aber es gibt eben auch so viele andere wichtige Anliegen. Es ist immer wieder spannend, neue Projekte und deren Drahtzieher und Unterstützer kennenzulernen und für diese zu arbeiten. Wir sind da total offen und neugierig. Bis jetzt ist der Wunsch nach einer thematischen Spezialisierung nicht vorhanden. Es ist einfach zu spannend, die vielen unterschiedlichen Projekte kennenzulernen.

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Heike Hassel, Inhaberin von d.a.n.k.e. (Bild: © Heike Hassel | d.a.n.k.e.)

Frau Hassel, wir danken für Ihre interessanten Antworten und wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg und Alles Gute für die Zukunft!

Das Interview mit Heike Hassel führte Oliver Foitzik.

Über d.a.n.k.e.

d.a.n.k.e. ist eine inhabergeführte Full-Service-Marketingagentur in Düsseldorf, die mit professionellen Mitteln und Strategien karitative Organisationen und Projekte mit Online- und Printwerbung dabei unterstützt, ihren Zielen näher zu kommen. Corporate Social Responsibility ist für das Team um Heike Hassel nicht nur ein Slogan: d.a.n.k.e. arbeitet seit 2004 erfolgreich an und mit sozialer Verantwortung. Die wertvollen Erfahrungen der einzelnen Mitarbeiter*innen reichen allerdings noch viele weitere Jahre zurück.

Oliver Foitzik

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