Energie & Umwelt

Das Arktische Eis nimmt schneller ab als bislang angenommen

Das arktische Eis kommt und geht. Das ist ganz Normal. In der Regel erreicht es seinen Spitzenumfang im März und seinen niedrigsten Stand im September. Im Moment befinden wir uns also in der Zeit, in der das Eis natürlich zurückgeht. Was jedoch besorgniserregend ist, ist die Geschwindigkeit mit der das Eisvolumen derzeit abnimmt. Im Juni diesen Jahres nahm die gesamte Eisfläche der Antarktis durchschnittlich um 80.800 Quadratkilometer pro Tag ab. Dieser Wert liegt 50% über dem Durchschnitt der Jahre 1979 bis 2000. Jährliche Schwankungen der Größe der Eisfläche sind normal und zu erwarten. Jedoch wird das Meereis außerdem immer dünner. Dies löst eine Kettenreaktion aus. Das Eis übersteht den warmen Sommer nicht und schmilzt immer schneller. Durch das verstärkte Abschmelzen der Eisfläche absorbiert der arktische Ozean Sonnenwärme, die normalerweise von dem Eis reflektiert wird. Der Ozean wird dadurch wärmer. Dies behindert die Bildung von neuen Eisschichten und so erwärmt sich das Wasser weiter. Die Temperaturen der angrenzenden Regionen werden dann ebenfalls ansteigen, mit verheerende Auswirkungen auf die Umgebung. Die Gasanlagen der Jamal-Halbinsel in West-Sibirien z.B., von der Deutschland einen Großteil seines Erdgases bezieht, stehen auf ewigen Frost und würden im Sumpf versinken wenn es dort wärmer wird. Seit dem Beginn der genauen, täglichen Messung von dem Umfang des Meereises Ende 1970, befand sich der Eisumfang der Antarktik in einem stetigen Abwärtstrend.

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