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Das Kalibrierlabor: Oder warum es Messgrößen braucht?!

„Wer misst misst Mist!“ – nicht nur Mitarbeiter aus dem Kalibrierlabor mögen diesen Ausspruch für Quatsch halten. Denn sowohl die Industrie und Produktion, aber auch die Wirtschaft und sogar unsere Gesellschaft ist auf Messgrößen angewiesen, wie wir im Folgenden aufzeigen werden.

Wirtschaftszweige setzen auf die Arbeit aus dem Kalibrierlabor

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„Wer misst misst Mist!“? Nicht nur Mitarbeiter aus dem Kalibrierlabor sehen das anders! (Bild: Dieter Schütz / pixelio.de)

Von A wie Automobilindustrie bis Z wie Zahnmedizin. Keine Branche kommt ohne Messgrößen beziehungsweise die Zuarbeit aus einem so genannten Kalibrierlabor aus. Mit dem Begriff wird ein Raum beschrieben, in dem unter ganz bestimmten Voraussetzungen Kalibrierungen möglich sind. Kalibrierungen wiederum sind ganz spezielle Messprozesse, die zuverlässige, reproduzierbare Feststellungen und Dokumentationen von Abweichungen eines Messgerätes oder einer Maßverkörperung zu einem anderen als in diesem Fall normal eingstuften Gerät oder einer anderen Maßverkörperung zulassen (vgl. Joint Committee for Guides in Metrology, Definition 2.39, abrufbar als PDF-Download).

Hinter dieser – zugegeben – trocken anmutenden Definition steckt eine ganze Menge. Sowohl die pharmazeutische als auch die chemische Industrie, aber auch die Luft- und Raumfahrt und selbst Wasserwirtschaft sind auf die Arbeit aus dem Kalibrierlabor, wie aus jenem der Höntzsch GmbH (siehe auch www.hoentzsch.com) angewiesen.

Messgrößen schaffen Tranzparenz

Mit den Messgrößen ist es wie mit der sauberen Luft oder unserer Gesundheit. Wie wichtig sie sind, merken wir erst, wenn wir sie einmal nicht vor Augen haben. Stellen Sie sich einen Automobilhersteller vor, der ein besonders spritsparendes Fahrzeug auf den Markt bringen möchte. Wie wir wissen, steigt die Nachfrage nach solchen Modellen aufgrund steigender Energiepreise erheblich (siehe passend dazu: Franz Alt: Formel 1 für Elektroautos?). Wie soll er dieses bauen, wenn er über keine Erkenntnisse bezüglich der Aerodynamik verfügen würde? Schließlich ist diese eine der wichtigsten Einflussfaktoren auf den Benzinverbrauch!

Messgrößen schaffen Transparenz. Auch im Verhältnis zwischen Verkäufer und Kunden oder unter Geschäftspartnern. Bleiben wir beim Beispiel Automobil. Der potenzielle Käufer braucht Messgrößen in puncto Benzinverbrauch und CO2-Ausstoß. Der Hersteller braucht vom Zulieferer Messgrößen in Bezug auf die Stabilität von Bauteilen. Und um diese überhaupt zu ermitteln braucht es, neben hierfür spezialisierten Fachkräften, Umgebungen in denen Messungen in ganz besonderer Qualität möglich sind. Diese findet man im Kalibrierlabor.

Messgrößen helfen Kosten zu senken

Wie wir gesehen haben: Messgrößen sind nicht nur im Kalibrierlabor wichtig. Sie haben zudem in ganz anderen Bereichen Bedeutung. Zum Beispiel im Controlling. Sie sind wichtig, unter anderem:

  • zum Aufbau von Abrechnungsstrukturen
  • zur Führung des finanziellen Planungsprozesses
  • zur Auswertung und Analyse von Kostenstellen und Kostenträgern
  • zur Auswertung und Analyse der Kapitalbindung
  • zur Erstellung betriebswirtschaftlicher Entscheidungsrechnungen
  • zur Wirtschaftlichkeitsbeurteilung von Investitionen

Man sieht, ob Werks- oder Betriebsleiter aus Industrie, Produktion, Fertigung oder Montage, Geschäftsführer und Führungskräfte aus allen produzierenden, aber auch nicht produzierenden Unternehmen, aus Fabrik- und Layoutplanung, Verantwortliche für Arbeitsgestaltung und Organisation sowie Qualitätsmanager … sie alle sind auf Messgrößen angewiesen.

Alles muss gemessen werden

Statt „wer misst misst Mist“ hat an dieser Stelle eher der Ausspruch Galileo Galileis, weltberühmter Philosoph, Mathematiker, Physiker und Astronom, seine Gültigkeit: „Es muss alles gemessen werden, was messbar ist, und alles messbar gemacht werden, was nicht messbar ist.“ Dazu leisten Spezialisten aus dem Kalibrierlabor einen ganz entscheidenden Beitrag.

Christoph Schroeder

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