Wirtschaft

Das Ringen um die Arbeitsplätze bei Manroland hat begonnen

Letzte Woche waren die Verhandlungen mit einem rettenden Investor bei dem Augsburger Druckmaschinenhersteller Manroland gescheitert. Das Unternehmen ist weltweit die Nummer drei der Branche und unterhält Werke in Augsburg (Bayern), Offenbach (Hessen) und Plauen (Sachsen) mit insgesamt 6.500 Beschäftigten. Allerdings setzen die digitale Revolution und die digitalen Medien dem Druckmaschinenhersteller zunehmend zu: In diesem Jahr droht ein dreistelliger Millionenverlust. Die Hauptanteilseigner Allianz und MAN haten zuvor bereits offenbar  resigniert, das Unternehmen steht nur noch als Finanzbeteiligung in den Büchern, ihr Wert wurde aber auf null abgeschrieben. Allerdings hat MAN noch in der letzten Woche versprochen, Manroland dennoch nicht fallenzulassen. Die Verhandlungen mit dem Investor, der Schweizer Beteiligungsgesellschaft Capvis, waren jedoch gescheitert, weil diese ein zusätzliches Engagement der beiden Hauptanteilseigner gefordert hatte, also dass diese ebenfalls Geld nachschießen. Daraufhin hatte Manroland am Freitag den Insolvenzantrag gestellt.

Gegen die drohende Pleite machen nun Unternehmensvertreter, IG Metall und Vertreter der Stadt Augsburg zusammen mit der Handwerkskammer und der IHK sowie der Arbeitsagentur in der „Allianz für Arbeit“ mobil. Sie wollen die Jobs retten und rufen die Beschäftigten auf, Manroland trotz der Pleite nicht zu verlassen. Die Pleite von Manroland wäre die größte Insolvenz seit rund zwei Jahren. Alle drei Landesregierungen haben jedoch bereits signalisiert, dass sie helfen wollen. Betriebsrat Bänsch fordert zudem, dass sich die Politik Gedanken über die Zukunft der deutschen Durckmaschinen-Industrie machen müsse.. Die drei deutschen Hersteller Heidelberg, Manroland und Koenig & Bauer haben gemeinsam einen Weltmarkt-Anteil von 70%. Seit der Krise 2008 hat sich der weltweite Markt nahezu halbiert. Die IG Metall wirft dabei den drei führenden deutschen Herstellern vor, zu spät auf die Marktentwicklung reagiert zu haben. Die IG Metall habe schon vor zehn Jahren eine Kooperation der drei Unternehmen angemahnt, um die vorhandenen Überkapazitäten sozialverträglich abbauen zu können. Die Idee sei jedoch an den Vorständen und Anteilseignern gescheitert. Dass das Augsburger Traditionsunternehmen nun in eine tiefe Krise geschlittert ist, sei auch das Ergebnis der „industriepolitischen Inkompetenz“ der Verantwortlichen in den drei Unternehmen.

 

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