Panorama

Das Schweigen der Kommunikationskanäle – Adventsgespräch mit Monika Paitl

Das 2. Türchen des AGITANO Adventskalenders öffnen wir am heutigen 02. Dezember 2011 mit Monika Paitl, Inhaberin von communications9. Im Rahmen des AGITANO Adventsgesprächs spricht Sie mit uns über Ihre persönliche Advents- und Weihnachtszeit.

Wie kam es eigentlich zu den AGITANO Adventsgesprächen? Ulrich B Wagner hat am 23. November 2011 eine Kolumne mit dem Titel “Advent, Advent, die Seele brennt … Alle Jahre wieder, oder über den Horror des Daueradvents …(!?)” geschrieben. Dies gab bei uns den Anlass, dem Thema genauer auf den Grund zu gehen und persönliche Erfahrungen unterschiedlicher Menschen zum Weihnachtsfest zu sammeln, in Form der AGITANO Adventsgespräche. Hierzu werden wir nun an jedem Tag in der Vorweihnachtszeit mit einer Persönlichkeit aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft über ihre Erfahrungen und Wünsche zur Advents- und Weihnachtszeit sprechen. Dies soll gleichzeitig für unsere Leser eine Möglichkeit sein, sich auf die ruhigere Zeit einzustellen und "kleine" gedankliche Auszeiten zu nehmen.

 

Frau Paitl, vielen Dank, dass Sie sich für dieses Gespräch Zeit genommen haben. Welche Bedeutung hat für Sie Weihnachten?

Weihnachten ist für mich ein sehr wichtiges Fest, auf das ich mich immer wieder freue. Ohne Ausnahme verbringe ich es mit meiner Familie. Ich war lange Zeit in Frankreich und USA, lebe jetzt in München, und bin immer, wo ich auch meinen Lebensmittelpunkt gerade hatte, nach Österreich zu meinen Eltern gereist. Dieses Jahr kommen sie zu mir nach München. Diese gemeinsame Zeit war mir immens wichtig, gerade, weil ich sonst ja die reisende, „abwesende“ Tochter bin. Die österreichischen Weihnachtsmärkte sind für mich auch die schönsten und stimmungsvollsten. Ansonsten bedeutet Weihnachten für mich, dass die Arbeit mal wirklich ruht, und auch Social Media und sonstige Kommunikationskanäle schweigen

Wie gestalten Sie die Adventszeit?

Hier erlebe ich erfahrungsgemäß einen Unterschied zwischen Wunsch und Realität. Gerne würde ich mehr hier ins Münchner Umland fahren, die ländlichen Weihnachtsmärkte oder einmal wirklich alle Münchner Christkindlmärkte besuchen. In der Realität setzt meist noch unglaubliche Hektik ein, Projekte schreien nach Abschluss, und die tatsächlichen Besuche eines Weihnachtsmarktes bleiben rar. In diesem Jahr gestaltet sich die Adventszeit ganz anders, da ich noch vor Weihnachten einen Business Trip nach Abu Dhabi und Dubai geplant habe. Ich bin immens gespannt, wie die Hotels und Shopping Center dort geschmückt sind und wie diese Welt sich auf Weihnachten vorbereitet.

Auf was freuen Sie sich zu dieser Jahreszeit am meisten?

Auf knirschenden Schnee, den Duft von Tannenbäumen, Kaminfeuern, Keksen und Kerzen, die vielen Lichter. Für mich ist das immer eine sehr fröhliche, positive Zeit. Wir müssen diese Augenblicke nur bewusst wahrnehmen und sie im Moment genießen.

Wie feiern Sie selbst Weihnachten?

In diesem Jahr mit der Familie inklusive Hund hier in München. Es gibt Austern – darauf bestehe ich seit meiner Frankreich Zeit – und verschiedene Fondues. Unser Baum wird in rot und gold erstrahlen. Auf das gemeinsame Auswählen des wirklich „idealen“ Baumes freue ich mich schon sehr, das nimmt immer einige Zeit in Anspruch. Wir dekorieren ihn liebevoll, und dann ist es sowieso der schönste aller Weihnachtsbäume.

Was ist Ihre schönste weihnachtliche Erinnerung?

Komischerweise mein einziges Weihnachten in Frankreich. Meine Eltern sollten anreisen. Das war jedoch das Jahr des großen Generalstreikes (das gibt es dort), und es stand 4 Wochen im Dezember alles still. Keine Züge, Flugzeuge, U-Bahnen, Busse, Benzin knapp. Paris fast in Agonie. Lebensmittel gingen bereits zur Neige, Nachschub kam nicht durch. Bis knapp vor Weihnachten wussten wir nicht, wie meine Eltern anreisen könnten und ob es überhaupt etwas zu Essen geben würde für die große „Reveillon“, den Weihnachtsabend der Franzosen. Aber, auf die „Grande Nation“ ist in Dingen des Feierns definitiv Verlass. Rechtzeitig am 22.12. hatten die Gewerkschaften ein Einsehen – wollten wohl selber Weihnachten feiern – und alles setzte sich in Bewegung. Lebensmittel und Champagner erreichten die Stadt. Und pünktlich am 23.12. auch meine Eltern. Es wurde gerade wegen dieser Spannung dann besonders schön, weil wir alle so froh und dankbar waren, zusammen zu sein. Für mich ein wirklich unvergessliches Weihnachtsfest!

Frau Paitl, vielen Dank für die persönlichen Einsichten in Ihre Advents- und Weihnachtszeit. Wir, das gesamte AGITANO-Team, wünschen Ihnen trotz Vorweihnachtshektik eine ruhigere Zeit zum Einstimmen.

 

Das Gespräch führte Oliver Foitzik (Herausgeber AGITANO).

 

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