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Deloitte-Report zur Konsumgüterindustrie: Talsohle durchschritten?

Deloitte-Report für das Geschäftsjahr 2011 zeigt leichte Aufwärtstendenz

Der Deloitte-Report „Global Power of the Consumer Products Industry“ für das Geschäftsjahr 2011 zeigt: Die 250 größten Konsumgüterhersteller konnten ihre Umsätze um sieben Prozent zum Vorjahr steigern. Der Gesamtumsatz der Top 250 lag bei drei Billionen US-Dollar, der durchschnittliche Umsatz jedes einzelnen Unternehmens bei 12,5 Milliarden USD – 80 Prozent aller Unternehmen erreichten ein Umsatzwachstum. Größter Anbieter ist der südkoreanische Samsung-Konzern, gefolgt von Apple. Der bisher Zweitplatzierte, Nestlé, fiel auf den vierten Platz zurück. Die größten deutschen Unternehmen: Henkel AG & Co. KGaA (Platz 33), adidas AG (37), Dr. August Oetker KG (55) und BSH Bosch GmbH (56). Die europäischen Vertreter liegen beim Wachstum zwar hinten, bei der Profitabilität schneiden sie jedoch vergleichsweise gut ab.

„Die Entwicklung der Konsumgüterbranche hängt natürlich eng mit der Konjunktur zusammen. Hier ist aber weltweit durchaus eine Erholung zu verspüren. Das gilt für die USA und die Emerging Markets, aber auch für Europa und längerfristig sogar für Japan“, erklärt Karsten Hollasch, Partner und Leiter Consumer Business bei Deloitte.

Top 250: Wachstum knapp unter Vorjahresniveau

Das Wachstum der Top-250-Unternehmen betrug in 2011 im Vergleich zu 2010 sieben Prozent – davor waren es gegenüber 2009 noch 8,4 Prozent. Den 80 Prozent, die 2011 mehr verkauften als im Vorjahr, stehen 20 Prozent mit sinkendem Absatz gegenüber – die Hälfte kommt aus Japan. 90 Prozent der Unternehmen, die ihre Bottom-Line-Ergebnisse veröffentlichten, agierten profitabel, die durchschnittliche Netto-Umsatzrendite betrug 6,6 Prozent (2010: 8,5%). Mit einer Kapitalumschlagquote von 0,9 lag die Gesamtkapitalrendite bei rund 6%.

Samsung und Apple führen die Top Ten an

Die Top Ten der größten Konsumgüterhersteller hatten gemessen an den TOP 250 insgesamt beim Nettoumsatz einen geringeren Anteil als im Vorjahr, der Umsatz wuchs nur um 4,8 Prozent (2010: 7%). Angeführt werden die Top Ten von Samsung, gefolgt von Apple. Weitere Mitglieder der Top Ten sind P&G, Sony, Pepsi und Nokia. In der europäischen Top Ten, angeführt von Nestlé; Unilever und Nokia, kommt Heineken neu auf Platz 10. Danone ist die neue Nummer 7, Michelin hat L’Oreal überholt und belegt nun Platz 5.

Deutsche Unternehmen im Mittelfeld

Insgesamt zehn deutsche Vertreter finden sich unter den Top 250. Größter deutscher Hersteller ist Henkel auf Rang 33, gefolgt von adidas auf 37, Oetker auf 55 und BSH Bosch und Siemens Hausgeräte auf 56. Platz 71 wird von Maxinvest belegt, Platz 120 von Tönnies Lebensmittel. Auf Rang 152 findet sich DMK Deutsches Milchkontor, auf Platz 180 Puma. Auf Rang 189 befindet sich Miele, auf Platz 247 schließlich die Westfleisch eG.

Europäer wachsen wenig – aber profitabel

Die 66 europäischen Konsumgüterhersteller der Top 250 wuchsen mit durchschnittlich 4,4 Prozent im Jahr 2011 deutlich schwächer als Unternehmen in anderen Regionen der Welt. Über dem Top-250-Schnitt hinweg jedoch liegt die Profitabilität der Europäer mit einer Netto-Umsatzrendite von 8,8 Prozent (2010: 11,7%) deutlich über dem Durchschnitt. Am stärksten waren die Umsatzzuwächse französischer Anbieter – mit 14,7 Prozent übertrafen sie die der folgenden britischen und deutschen Anbieter erheblich. In Asia/Pacific fällt vor allem der durchschnittliche Umsatzrückgang der japanischen Anbieter um 3,7 Prozent auf, alle anderen in dieser Region außerhalb Japans wuchsen im Durchschnitt um 9,9 Prozent. In den USA betrug das Umsatzwachstum 13,6 Prozent, in Südamerika sogar 16,2 Prozent.

Segmente: Fashion top – Leisure Goods flop

Mit 13,8 Prozent mehr Umsätzen zeigte sich die Fashion-Goods-Branche in 2011 erneut besonders wachstumsstark – und mit einer Nettoumsatzrendite von 8,2 Prozent auch überdurchschnittlich profitabel. Auch Home Furnishings & Equipment sowie Tire konnten beim Wachstum zulegen, während die Zuwächse im Haushaltsegment, bei Food, Drink & Tobacco, Consumer Electronics und Home Improvement geringer als im Vorjahr ausfielen. Ein Negativwachstum in 2011 verzeichnete der Leisure-Goods-Sektor – maßgeblich verursacht durch Umsatzrückgänge bei Nintendo.

„Fastest 50“: Anbieter aus aufstrebenden Märkten dominieren

Bei den 50 weltweit am schnellsten wachsenden Unternehmen der Konsumgüterbranche findet erstmals die Bewertung auf Basis eines fünfjährigen Betrachtungszeitraums statt. So stiegen die Nettoerlöse seit 2006 um jährlich 20,8 Prozent. Auch 2011 setzte sich das starke Wachstum fort: 21,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt wuchsen die „Fastest 50“ drei Mal so schnell wie die Top-250-Unternehmen. In 2011 dominierten hierbei die chinesischen und brasilianischen Anbieter, insgesamt machten die aufstrebenden Märkten 60 Prozent aus.

„Für Konsumgüterhersteller wird der Umgang mit Vertriebs- und Kommunikationskanälen immer wichtiger. Insbesondere spielen die neuen sozialen Medien eine zentrale Rolle. Hier können die Produzenten einiges vom Handel lernen. Wichtig ist, dass sie ihre Marke vor Beschädigung schützen – und Multi-Channel-Strategien entwickeln.“, ergänzt Karsten Hollasch.

-> Link zum kostenfreien Download des Deloitte-Reports „Global Power of the Consumer Products Industry

(Deloitte)

Marc Brümmer

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