Deutschland

Demografischer Wandel und Altersvorsorge – (k)ein Grund zur Panik!?

Alter Mann raucht eine Zigarette und muss sich um das Thema Altersvorsorge nicht kuemmern

Nicht erst seitdem landauf, landab über den demografischen Wandel diskutiert wird gilt für das Recruiting: Kreativität ist heute ein Muss. Doch hat dieser Wandel Kreativität nicht nur bei der Suche nach Fachkräften zu einem entscheidenden Faktor werden lassen. Auch beim einem anderen Thema gilt: Was einst vergleichsweise einfach funktionierte, stellt einen heute vor komplexe Herausforderungen. Gemeint ist die Altersvorsorge.

Altersvorsorge: Was einst funktionierte, geht heute nimmermehr

Bis in die 1970er Jahre schien die Welt in Deutschland noch in Ordnung. Auf das »Wirtschaftswunder« folgten die »Babyboomer« und es schien, dass der Ausspruch Konrad Adenauers „Kinder bekommen die Leute immer!“ auf ewig würde Bestand haben. Die Rentenkassen waren prall gefüllt und an eine Reform zur Finanzierung des Auskommens im Alter, wie zum Beispiel die Riester-Rente, hatte man gar nicht gedacht.

Doch die Sicherheit von einst war trügerisch. Die staatlich organisierten Finanzierungssysteme zur Altersvorsorge und Gesundheitsversorgung funktionierten so gut, dass die Menschen hierzulande nicht mehr unbedingt Kinder zeugen mussten, damit sie auch im hohen Alter ein Leben in Würde verbringen konnten. Auf die »Babyboomer« folgte der »Pillenknick« und mit diesem setzte sich jene Entwicklung in Gang, die Wirtschaft, Forschung und Politik als demografischen Wandel titulieren.

Demografischer Wandel lässt Zahl der Erwerbstätigen um 30 Prozent schrumpfen

Der Begriff demografischer Wandel löst bei vielen Menschen – gerade im Hinblick auf das Thema Altersvorsorge – regelrechte Panik aus. Immer wieder ist in einschlägigen Gazetten von Alten die Rede, welche die junge Generation ausbeuten würden. Rentner von heute würden auf Kosten der aktuell Erwerbstätigen leben. Dieser Umstand soll den angeblichen vorhandenen Generationenkonflikt zusätzlich verschärfen. Schließlich müssen aufgrund der Geburtenrate hierzulande immer weniger Arbeitnehmer die Altersvorsorge von immer mehr Rentnern tragen. Das ist natürlich reichlich übertrieben, dennoch steckt darin ein Körnchen Wahrheit.

Tatsächlich ist eine Veränderung der Altersstruktur zu Ungunsten der erwerbstätigen Bevölkerung nicht zu leugnen. Prognosen des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass bis zum Jahr 2060 die hiesige Einwohnerzahl von derzeit 80 Millionen auf 67 sinken wird. Besonders stark wird die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter schrumpfen. Die Anzahl der 20- bis 64-Jährigen wird 2060 zirka 34 Millionen betragen. Im Vergleich zu heute (zirka 50 Millionen) entspricht das einem Rückgang von über 30 Prozent.

Herausforderungen für das soziale Sicherungssystem gemeinsam meistern

Man muss angesichts solcher Entwicklungen nicht gleich von einem Generationenkonflikt sprechen. Dennoch werden im sozialen Sicherungssystem und vor allem in der Altersvorsorge Herausforderungen auf die Gesellschaft zukommen. Diese müssen gemeinsam gemeistert werden. So haben Unternehmen die Arbeitsplätze derart zu gestalten, dass auch ältere Mitarbeiter an diesen möglichst ihrer Tätigkeit nachgehen können. Schließlich hat die Verbesserung der Gesundheitsvorsorge auch dazu geführt, dass Menschen länger geistig und körperlich fit bleiben.

Auf der anderen Seite müssen die Arbeitnehmer von heute sich mehr Gedanken um ihre Altersvorsorge machen. Welche weiteren Möglichkeiten gibt es hier? Zum Beispiel Formen der betrieblichen, der kapitalgedeckten oder auch eine Mischung aus kapitalgedeckter und staatlich finanzierter Altersvorsorge. Wie zum Beispiel die bereits erwähnte Riester-Rente.

Christoph Schroeder

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