Kolumnen

Der Atom-Wahlkampf

Man muss kein Gegner der Kernenergie sein, um nach der neuen Panne im AKW Krümmel ein ungutes Gefühl zu verspüren. Erst vor drei Wochen hatte der  Betreiber Vattenfall an die „lieben Nachbarinnen und Nachbarn“ einen Brief geschrieben und behauptet, dass der Reaktor „sicherheitstechnisch auf dem neuesten Stand“ sei. Doch in dieser Woche – erst zwei Jahre nach dem letzten Störfall – musste der Reaktor schon wieder abgeschaltet werden.

 

Nach dieser Realsatire um die gefährlichste Technik der Menschheit gibt es in der Region Krümmel nur noch Gegner der Atomkraft. „Denen glauben wir kein Wort mehr“, ist zu hören.

 

Schon lange sind die Bewohner der Elbmarsch wegen des AKW Krümmel besorgt. Denn um das Kraftwerk häufen sich seit Jahren die Leukämiefälle bei Kindern überdurchschnittlich (Gesundheitsschutz für Kinder vor Atomgefahren muss Vorrang haben).

 

Die Jahrzehnte alte Beschwörungsformel „Deutsche AKWs sind die sichersten der Welt“ war schon vor dem jüngsten Störfall eine Lachnummer. Welcher Politiker könnte sich erlauben zu sagen, dass wir die „zweitsichersten“ AKWs haben. Auch deutsche AKWs sind weder gegen Flugzeugabstürze noch vor Terroristen sicher.

 

Und die Entsorgung von Atommüll bleibt ein unlösbares Problem. Erst vor zwei Jahren mussten auf einmal sechs AKW abgeschaltet werden – aus Sicherheitsgründen! Atomanlagen sind und bleiben hochriskant.

 

Auf seine ältesten Reaktoren könnte Deutschland schon heute verzichten. Auch 2009 exportieren wir mehr Strom als wir importieren. Und der Anteil der Erneuerbaren Energien wächst von Jahr zu Jahr weit schneller als erwartet. Bis 2020 können wir bereits 50% unseres Stroms erneuerbar gewinnen.

 

Das Thema Atomstrom wird zu einem der wichtigsten Wahlkampfthemen werden. CDU/CSU und FDP wollen den bis 2022 von Rot-Grün mit Zustimmung der Atomwirtschaft beschlossenen Ausstieg rückgängig machen – die SPD, Grüne und Linke wollen daran festhalten.

 

Die konservativen Atomfreunde sollten aber nicht nur die Lehre von Tschernobyl nicht vergessen, sondern im eigenen Interesse auch nicht die Lehre der Bundestagswahl 2002. Damals haben Kanzlerkandidat Stoiber nur wenige Tausend Stimmen zum Sieg gefehlt – wegen seiner mangelnden Sensibilität in der Atom- und Umweltfrage.

 

Die alles entscheidende Frage für den Ausgang der diesjährigen Bundestagswahl könnte wieder heißen: Wann werden die Atomfreunde endlich lernfähig oder wie viele Störfälle oder gar Unfälle brauchen sie noch?

 

 

Man muss kein Gegner der Kernenergie sein, um nach der neuen Panne im AKW Krümmel ein ungutes Gefühl zu verspüren. Erst vor drei Wochen hatte der  Betreiber Vattenfall an die „lieben Nachbarinnen und Nachbarn“ einen Brief geschrieben und behauptet, dass der Reaktor „sicherheitstechnisch auf dem neuesten Stand“ sei. Doch in dieser Woche – erst zwei Jahre nach dem letzten Störfall – musste der Reaktor schon wieder abgeschaltet werden.

 

Nach dieser Realsatire um die gefährlichste Technik der Menschheit gibt es in der Region Krümmel nur noch Gegner der Atomkraft. „Denen glauben wir kein Wort mehr“, ist zu hören.

 

Schon lange sind die Bewohner der Elbmarsch wegen des AKW Krümmel besorgt. Denn um das Kraftwerk häufen sich seit Jahren die Leukämiefälle bei Kindern überdurchschnittlich (Gesundheitsschutz für Kinder vor Atomgefahren muss Vorrang haben).

 

Die Jahrzehnte alte Beschwörungsformel „Deutsche AKWs sind die sichersten der Welt“ war schon vor dem jüngsten Störfall eine Lachnummer. Welcher Politiker könnte sich erlauben zu sagen, dass wir die „zweitsichersten“ AKWs haben. Auch deutsche AKWs sind weder gegen Flugzeugabstürze noch vor Terroristen sicher.

 

Und die Entsorgung von Atommüll bleibt ein unlösbares Problem. Erst vor zwei Jahren mussten auf einmal sechs AKW abgeschaltet werden – aus Sicherheitsgründen! Atomanlagen sind und bleiben hochriskant.

 

Auf seine ältesten Reaktoren könnte Deutschland schon heute verzichten. Auch 2009 exportieren wir mehr Strom als wir importieren. Und der Anteil der Erneuerbaren Energien wächst von Jahr zu Jahr weit schneller als erwartet. Bis 2020 können wir bereits 50% unseres Stroms erneuerbar gewinnen.

 

Das Thema Atomstrom wird zu einem der wichtigsten Wahlkampfthemen werden. CDU/CSU und FDP wollen den bis 2022 von Rot-Grün mit Zustimmung der Atomwirtschaft beschlossenen Ausstieg rückgängig machen – die SPD, Grüne und Linke wollen daran festhalten.

 

Die konservativen Atomfreunde sollten aber nicht nur die Lehre von Tschernobyl nicht vergessen, sondern im eigenen Interesse auch nicht die Lehre der Bundestagswahl 2002. Damals haben Kanzlerkandidat Stoiber nur wenige Tausend Stimmen zum Sieg gefehlt – wegen seiner mangelnden Sensibilität in der Atom- und Umweltfrage.

 

Die alles entscheidende Frage für den Ausgang der diesjährigen Bundestagswahl könnte wieder heißen: Wann werden die Atomfreunde endlich lernfähig oder wie viele Störfälle oder gar Unfälle brauchen sie noch?

 

 

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