Wirtschaft

Deutsche Arbeiter werden immer unzufriedener: Nur im Osten ist man noch unzufriedener

Die Universität Essen hat neue Zahlen zu einer Befragung veröffentlicht, wie zufrieden die Deutschen mit ihrer Arbeit sind. Auf die Frage „Wie zufrieden sind Sie mit Ihrer Arbeit?“ konnten die Befragten auf einer 11er Skala von „ganz und gar unzufrieden“ bis „ganz und gar zufrieden“ antworten. 1984 lag die durchschnittliche Arbeitsunzufriedenheit noch bei 7,6 Punkten auf der Skala von Null bis zehn. Je niedriger, desto unzufriedener waren die Angestellten. Bis 2009 ist die Arbeitsunzufriedenheit auf 6,8 Punkte gesunken. Ostdeutsche waren dabei mit ihrer Arbeit im Durchschnitt unzufriedener als ihre westdeutschen Kollegen. Nach Daten des European Social Survey (ESS) für 2006 liegt Deutschland damit im Europavergleich (EU 27) gerade einmal auf Platz 18. Nur die ehemaligen Ostblockstaaten sind mit ihrer Arbeit noch unzufriedener.

Dänemark, die Schweiz und Finnland führten die Rangliste an. Prof. Marcel Erlinghagen befürchtet, dass diese Entwicklung „für Unternehmen langfristig fatal sein könnte, wenn nicht endlich eine längst überfällige Debatte um bessere Arbeitsbedingungen in den Betrieben einsetzt. Dazu gehört nicht nur eine entsprechende Lohnentwicklung, sondern auch der Stressabbau und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind dringend anzugehen“.

Steigende Arbeitsbelastung, Unvereinbarkeit von Arbeit und Familie (speziell auch für Väter), niedrige Lohnerhöhungen und eine unsichere berufliche Zukunft sollen die Hauptursachen für die zunehmende Unzufriedenheit der Angestellten in Deutschland sein. Vor allem die Beschwerde über niedrige Lohnerhöhung ist berechtigt, denn in Deutschland sind die Reallöhne in den letzten Zehn Jahren geschrumft statt gestiegen. Deutschland bildet in der Reallohnentwicklung seit dem Jahr 2000 das Schlusslicht unter allen Industrienationen. Insgesamt hatten in diesem Zeitraum einzig Deutschland und Japan eine negative Reallohnentwicklung.

 

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