Wirtschaft

Deutsche Banken mit dem kleinstmöglichen Beitrag für Griechenland

Die deutschen Banken beteiligen sich an der Griechenlandhilfe. Nachdem allerdings die Anleihen-Bestände innert des letzten Jahres stark abgebaut wurden, bleibt nur mehr eine geringe Summe übrig, die die Banken mithelfen können. Im Detail: Von den zehn Milliarden Euro an Anleihen, die von deutschen Geldinstituten gehalten werden und bis 2014 auslaufen, sollen lediglich 3,2 Milliarden Euro in neue Griechenlandanleihen reinvestiert werden (gesamter Schuldenstand: 350 Milliarden Euro). Von den 3,2 Milliarden entfallen allerdings allein 1,2 Milliarden Euro auf Institute in (erzwungenem) Staatsbesitz, von den Bad Banks der Hypo Real Estate und der WestLB. Die Süddeutsche Zeitung kommentiert: „Der Beitrag der Banken und Versicherungen zur Lösung der griechischen Tragödie hat allenfalls symbolischen Wert. (…) In Wahrheit ist Schäuble mit seinem Plan gescheitert, die Banken in Sachen Griechenland zu belasten und die Steuerzahler zu verschonen.“ Sowie: „Der Staat befindet sich immer noch in der Geiselhaft der Finanzmärkte. Ein schnelle Lösung wird es nicht geben, auch das hat die "Einigung" der Politik mit den Banken gezeigt.“
Das kürzlich in Frankreich vereinbarte Modell ist etwas ambitionierter und sieht vor, dass die Banken beim Auslaufen einer Griechenland-Anleihe 70 Prozent erneut in griechische Papiere investieren. Die Hälfte des Geldes fließt dabei in neue Anleihen, mit 30 Jahre Laufzeit. Die restlichen 20 Prozent sollen in Anleihen ohne laufende Zinszahlungen fließen. Dadurch wird die Rückzahlung über einen längeren Zeitraum gestreckt und Griechenland erhält mehr Zeit.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.