Management

Deutsche Frauen hinken immer noch hinterher, auch hinter Frankreich

Die Deutsche Wirtschaftselite vertraut den hiesigen Frauen nicht. Über 90% der 100 größten einheimischen Unternehmen haben keine einzige Frau im Vorstand. Der Frauenanteil in den Vorständen der 200 größten Unternehmen liegt gerade einmal bei 3,2%, in den größten 100 sowie in den Dax-30-Konzernen sogar nur bei 2,2% (= vier Frauen). Dabei vertragen sich aus Sicht des fest im Sattel der Deutschland AG sitzenden kleinen Kreises der männlichen Wirtschaftselite offenbar auch Geld und Frauen nicht besonders gut: In der Finanzbranche sind zwar mehr als die Hälfte der Beschäftigten weiblich, in den Vorständen nehmen sie allerdings nur 2,9% der Sitze ein, bei den Versicherungen sind es 2,5%. DIW-Expertin Elke Holst: „Das ist ein deutliches Zeichen dafür, dass freiwillige Selbstverpflichtungen wie bisher nicht reichen.“ In Frankreich wurde beispielsweise Anfang des Monats eine 20% Quote innerhalb von 3 Jahren und eine 40% Quote innerhalb von 6 Jahren eingeführt. Norwegen hat bereits 2003 eine 40% Quote für die Verwaltungsräte beschlossen. Für die deutschen Unternehmen würde sich etwas mehr Geschlechtergerechtigkeit auch finanziell rechnen: Frauen verdienen in Deutschland für die gleiche Arbeit immer noch bedeutend weniger (im Durchschnitt rund 23%). Falls sich bis 2013 der Frauenanteil nun nicht deutlich erhöhen sollte, dürfte es eine gesetzliche Regelungen (und somit Strafen bei Verstößen; Anm. d. R.) geben, heißt es aus dem Kanzleramt.

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