Wirtschaft

Deutsche Post habe 2,5 bis 5 Mrd. Euro zu viel Porto verlangt

Private Konkurrenten der Deutschen Post werfen dem Konzern vor, seit 2002 zu hohe Portogebühren verlangt zu haben. Dadurch hätten die Verbraucher im Laufe der Jahre zwischen 2,5 bis 5 Milliarden Euro zu viel bezahlt. Dies gehe auf eine geheime Absprache des damaligen Post-Chefs Klaus Zumwinkel mit der Regulierungsbehörde zurück. Bei dem Treffen in dem Industrie-Club in Düsseldorf mit dem umstrittenen damaligen Wirtschaftsminister Werner Müller und dem Chef der Regulierungsbehörde, Matthias Kurth, sei vereinbart worden, dass die Post das Porto nur um 270 Millionen Euro jährlich absenken müsse, statt wie zunächst von der Regulierungsbehörde berechnet um 750 Millionen bis 1,5 Milliarden Euro. Die Post weist die Vorwürfe zurück: Schließlich habe es ja damals eine Absenkung der Postentgelte gegeben, obwohl die Post selbst das hohe Preisniveau halten wollte.

Die Deutsche Post hat 2010 einen Umsatz von 51,5 Milliarden Euro erwirtschaftet und dabei einen Nettogewinn nach Steuern von 2,6 Milliarden Euro realisiert.

Zumwinkel – obwohl damals einer der bestbezahltesten Manager in Deutschland – war am 26. Januar 2009 wegen Steuerhinterziehung von einer Millionen Euro zu zwei Jahren auf Bewährung und einer Auflage von einer Million Euro verurteilt worden. Der moralische Fall des ehemaligen „Manager des Jahres“ hielt jedoch an: Er hatte sich von dem Gericht eine ungewöhnlich lange Rückzahlfrist einräumen lassen, da er angeblich zu dem Zeitpunkt kein frei verfügbares Kapital besitzen würde, um die Strafe für seinen Steuerbetrug begleichen zu können. Prekär: Er hatte sich kurz vorher seine Pensionsansprüche über 20 Millionen Euro auszahlen lassen. Hätte Zumwinkel die eine Millionen Euro lediglich auf ein Postbankkonto hinterlegt und für sich arbeiten lassen, hätte er in der von ihm rausgeschundenen Schonfrist noch einmal 22.500 Euro Gewinn gemacht. Ein Sprecher des Landgerichts Bochum zeigte sich überrascht, fügte aber an: „jeder Angeklagte hat das Recht zu lügen“.
 

 

 

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