Wirtschaft

Deutsche Reeder dürfen künftig offiziell auf Piraten schießen

Die Bundesregierung hat sich auf eine Zertifizierung von privaten bewaffneten Sicherheitskräften (PBS) an Bord von Schiffen unter deutscher Flagge geeinigt. Bislang mussten die bewaffneten Sicherheitskräfte auf offener See zusteigen und die Schiffe vor dem Erreichen der Häfen in internationalen Gewässern auch wieder verlassen (ähnlich einem Lotsendienst). Dennoch ist dieser Selbstschutz für die Reeder essentiell: Bislang wurde noch kein Schiff mit PBS an Bord gekapert. Die Bundesregierung beseitigt nun mit ihrer Entscheidung die Rechtsunsicherheit für deren Einsatz, um die Anzahl von Schiffsentführungen vor dem Horn von Afrika, aber auch in der Straße vom Malakka und vor Nigeria, signifikant zu senken. Im Jahr 2010 wurden weltweit 445 Piratenüberfälle verzeichnet, der Schwerpunkt liegt dabei vor dem seit rund 20 Jahren zerfallenen Staat Somalia am Horn von Afrika.

Hans-Joachim Otto, der Maritime Koordinator der Bundesregierung und Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie: „Mit der vorgeschlagenen Zertifizierung schaffen wir den notwendigen rechtlichen Rahmen, damit nur zuverlässige und erfahrene Sicherheitskräfte auf Schiffen unter deutscher Flagge eingesetzt werden. Zugleich bieten wir damit den Reedern Rechtssicherheit im Falle der Beauftragung von privaten Sicherheitskräften.“ Die Zertifizierung der PBS wird dabei gemeinsam vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), das auch Anlaufstelle für die Unternehmen sein wird, und der Bundespolizei durchgeführt.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.