Energie & Umwelt

Deutscher Biosprit zu mindestens 35% aus Importen

Greenpeace hat Dieselkraftstoff an 55 Tankstellen in sechs Bundesländern nach dem beigemischtem Biosprit untersucht. Demnach stammen im Schnitt 25% des Biosprits aus Sojadiesel und 10% aus Palmöldiesel, der Rest aus Raps. Die Soja- und Palmölprodukte stammen überwiegend aus Indonesien und Lateinamerika, wo großflächig Urwälder gerodet und Plantagen angelegt werden, was die Ökobilanz des Biosprits massiv verschlechtert. Um die heimische Produktion gegen die auf Kosten der Umwelt gehenden Billigimporte zu schützen – und gleichzeitig die hiesigen Landwirte als Energiebauern besser zu positionieren – müssten dringend die vorgeschriebenen Nachhaltigkeitskriterien für Biosprit nachgebessert werden. Noch größer sei das Problem laut dem Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie bei der Nahrungsmittel- und der Kosmetikindustrie, für die es bislang noch keinerlei verpflichtende Nachhaltigkeitsregeln gebe. Ab 2011 ist für Biosprit ein Zertifikat über die nachhaltige Produktion vorgeschrieben, zeitgleich erhöht sich auch der Anteil im Benzin von fünf auf zehn Prozent.

Allerdings scheint hier auch eine Entlastung von internationaler Seite zu kommen. Jüngst haben sich die 193 UN-Unterzeichnerstaaten nach zähen Verhandlungen auf ein Übereinkommen über die biologische Vielfalt (CBD) geeinigt, um eine verbindliche Regelung zu finden, wie man zukünftig mit den Auswirkungen des Energiepflanzenanbaus auf die biologische Vielfalt umgehen will (Konferenz in Nagoya). Ziel 7 des verabschiedeten Strategischen Plans sieht vor, dass bis 2020 die gesamte Landwirtschaft nachhaltig betrieben werden soll – ein ambitionierter Vorsatz. Es bleibt abzuwarten, ob die Neuausrichtung (der Subventionen) an Nachhaltigkeitskriterien bereits in der 2013 anstehende Agrarreform der EU umgesetzt wird.

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