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Risikominimierung? Für den Mittelstand kein Thema!

Den mittelständischen Betrieben fehlt es an einer ganzheitlichen Risikobetrachtung. Das ist das zentrale Ergebnis einer repräsentativen Umfrage, durchgeführt vom TÜV Rheinland.

Nicht einmal die Hälfte ist interessiert

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Ausschließlich ökonomische Aspekte berücksichtigt (Bild: Marko Greitschus / pixelio.de).

Der Studie zufolge, messen und bewerten nicht einmal die Hälfte (48 Prozent) der Unternehmen ihre Maßnahmen zur Risikominimierung. Und bei denen, die es tun, fließen hauptsächlich wirtschaftliche Aspekte in die Risikobetrachtung ein – ökologische und soziale Aspekte werden hingegen kaum berücksichtigt.

Jeder fünfte Geschäftsführer hat keine Ahnung

Für die „TÜV Rheinland-Risikostudie mit dem Schwerpunkt deutscher Mittelstand“ wurden Geschäftsführer und für das Risikomanagement Verantwortliche  von 605 Unternehmen befragt. 120 davon, mit anderen Worten, ein Fünftel der befragten Betriebe konnten keine Angaben zu den Risiken im Hinblick auf die Zukunftsfähigkeit ihres Unternehmens machen.

Irgendwo zwischen Mut und Leitsinn

Gabriele Rauße, Geschäftsführerin bei TÜV Rheinland: „Deutsche Unternehmer balancieren zwischen Mut und Leichtsinn, wie die Ergebnisse unserer Studie eindeutig zeigen. Risiken, die falsch eingeschätzt oder nicht erkannt werden, bedrohen dabei massiv die Existenz der Unternehmen. Unternehmen blenden in ihren Planungen die Anforderungen von Banken, Lieferketten und Kunden offenbar komplett aus. Für den Wettbewerb entscheidende globale Trends, wie zum Beispiel Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung, werden größtenteils ignoriert.“

Bei vielen Fragestellungen fehlt die notwendige Sensibilität


Unternehmen agieren immer im Spannungsfeld zwischen Risiko, Nachhaltigkeit und globalen Trends und müssen Risiken erkennen und richtig einschätzen. Der deutsche Mittelstand nimmt hauptsächlich Faktoren wahr, die unmittelbar auf seine monetäre Situation einwirken wie Wettbewerb, Konjunktur, Fachkräftemangel und steuerliche Reglementierungen

Gerade dort, wo sich für Entscheider der Spielraum für individuelle Einflussmöglichkeiten eröffnet, wie zum Beispiel in den Bereichen Umwelt, Mitarbeitersicherheit und -gesundheit oder Nachfolgeregelungen, sehen die Unternehmer keine Risiken und keinen Handlungsbedarf. Die weniger stark bis gar nicht beeinflussbaren Faktoren wie beispielsweise Wettbewerb, Konjunktur oder Gesetzgebung werden hingegen als riskanter wahrgenommen. Insgesamt wird bei vielen Fragestellungen die fehlende Risikosensibilität deutlich, da alle genannten Risiken als niedrig oder eher niedrig eingeschätzt werden.

Gleichzeitig wird in der „TÜV Rheinland-Risikostudie“ deutlich, dass den Mittelstand eine hohe Risikobereitschaft auszeichnet – 43 Prozent aller Befragten schätzen sich im Vergleich zu ihren Mitbürgern als risikofreudiger ein. Paart sich geringe Risikosensibilität mit hoher Risikobereitschaft, kann dies die Existenz von Unternehmen massiv gefährden.

(TÜV Rheinland)

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Weiterführende Informationen zu Methodik & Inhalt:

Die „TÜV Rheinland-Risikostudie“ legt den Fokus auf den deutschen Mittelstand. Ziel war es, Aufschluss darüber zu bekommen, welche Risiken in mittelständischen Unternehmen wahrgenommen werden, wie solche Risiken eingeschätzt werden und wie Risikomanagement stattfindet. Im Rahmen eines kurzen – etwa 15-minütigen – Telefoninterviews (CATI – Computer Assisted Telephone Interview) wurden 605 mittelständische Unternehmen befragt. Dabei wurden die Inhaber/Geschäftsführer oder – falls vorhanden – die für Risikomanagement im Unternehmen zuständigen Personen für die Interviews herangezogen. Der Interviewleitfaden setzte sich aus geschlossenen und offenen Fragen zusammen und wurde speziell für die Erhebung entwickelt.

Christoph Schroeder

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