Panorama

„Deutschlands Wohlstand hängt von MINT ab“

„Deutschland braucht trotz Krise heute und in der Zukunft MINTler“, so die klare Forderung von Thomas Sattelberger an Wirtschaft, Bildung und Politik in seinem Eröffnungsvortrag bei den MINT-Tagen in München. Aktuell gibt es noch 44.000 unbesetzte Ingenieursstellen in Deutschland, und hier sind die Mathematiker, Informatiker und Naturwissenschaftler noch gar nicht dabei. „Im Zuge der Globalisierung müssen sich die Industrienationen auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren“, so der Personalvorstand der Deutschen Telekom AG und Vorsitzende der Initiative „MINT Zukunft schaffen“ in seiner Rede weiter, „für Deutschland sind und bleiben es die MINT-Berufe.“

 

In den letzten Jahren konnten neue Wachstumsfelder erschlossen und die Spezialisierung auf Hochtechnologieprodukte und -prozesse im MINT-Spektrum vorangetrieben werden. „Deutsche Unternehmen, so genannte Systemköpfe, haben sich hier in weltweiten Wertschöpfungsketten etabliert.“ Daher müsse ungeachtet der momentane Krise unbedingt weiter in MINT investiert werden, wenn Deutschland seine Spitzenposition in der Welt behalten will. „Gerade in schwierigen Zeiten dürfen wir das Zukunftsbild nicht aus den Augen verlieren und müssen dem Fachkräftemangel kontinuierlich entgegenwirken.“ Bildung sei die Achillesferse des Standortes Deutschland. „Wenn es eine Abwrackprämie für Autos gibt, warum gibt es dann keine Talentprämie zur Förderung unserer Schüler und Studenten?“, so die Folgerung Sattelbergers.

 

Ein knappes Jahr nach dem Start von „MINT Zukunft schaffen“ lud die bundesweite Initiative am 22. und 23. April 2009 zu den ersten „MINT-Tagen“ ein. Gesponsert wurde die Veranstaltung von einem der strategischen Partner, dem weltweit führenden Unternehmen der Luft- und Raumfahrt EADS N.V., der als Gastgeber in Taufkirchen bei München hervorragende Bedingungen für eine gelungene Konferenz bot. Unter dem Motto „Mit MINT Vorsprung schaffen!“ hatten die 130 Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Bildung die Möglichkeit, miteinander und vor allem mit ihrer Zielgruppe, den Schülern und Studenten, in den Dialog zu treten, um sich gemeinsam über Ideen zur langfristigen Sicherung von qualifiziertem Nachwuchs im naturwissenschaftlich-technischen Bereich auszutauschen, neue Initiativen vor Ort zu gründen und sich mit bestehenden zusammenzuschließen. 

 

Best-Practice-Beispiele wie Technik-Camps für verschiedene Altersklassen, Workshops und Praktika in Unternehmen ernteten positives Feedback, da diese Projekte von Vertretern aus den angesprochenen Zielgruppen vorgestellt wurden. So bekamen die Teilnehmer einen direkten Eindruck davon, welche Konzepte zu dem eigenen Profil passen und was für eine erfolgreiche Umsetzung benötigt wird. Unter anderem stellte Thorsten Möllmann, Vice President Human Resources des Gastgebers EADS Deutschland, das vom EADS-CTO Dr. Jean Botti herausgegebene „Flight Book" für Schulen vor, das demnächst auf deutsch erscheinen wird. Dies sei nur ein Beispiel, wie der Spaß an Technik und die Begeisterung für die MINT-Berufe geweckt werden können.

 

Die Gesellschaft sagt "Ja zu MINT"

 

In der Podiumsdiskussion zum Thema „Ja zu MINT“ sprachen Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Schule und Hochschule über die Voraussetzungen für eine nachhaltige Zukunft. Beteiligt waren Ulrich Schüller vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, Prof. Dr. Friedhelm Mündemann, Dekan der Fakultät für Informatik an der Fachhochschule Brandenburg, Gabriele Brick, Ministerialdirigentin des Ministeriums für Bildung, Wisenschaft und Kultur in Mecklenburg-Vorpommern, Elfriede Ohrnberger, Ministerialrätin des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, Dr. Detlef Müller-Wiesner, Stellvertretender Vorstand Forschung von EADS N.V., und Ingrid Ritt, Vorsitzende des Landes-Eltern-Verbandes Bayerischer Realschulen. 

 

Das klare Ergebnis der Runde war, dass die Bereitschaft der Verbände und der Wirtschaft nur dann erfolgversprechend sein kann, wenn auch geeignete politische Rahmenbedingungen geschaffen werden. „Ein wichtiger Schritt wäre z.B. der verbindliche Besuch zweier MINT-Fächer für Schüler bis zum Abitur“, bestätigte auch Dr. Ellen Walther-Klaus, Geschäftsführerin von „MINT Zukunft schaffen“ und Organisatorin der Veranstaltung. Auch das Problem der demografischen Entwicklung habe die Politik erkannt. Hier müsse aber klar sein, dass es Zeit braucht, bis erarbeitete Konzepte greifen und Lösungswege kontinuierlich und nachhaltig umgesetzt werden können. Die Diskussionsrunde war sich einig, dass sich jetzt in Zeiten der Krise nicht alte Fehler wiederholen dürften. Kurzfristige Personalpolitik zu betreiben, sei genau der falsche Weg. „Die Personalpolitik sollte unbedingt bei allen Unternehmen auf ein einheitliches Level gebracht werden“, betonte auch Thorsten Möllmann. Hierfür würde der Gastgeber der MINT-Tage in Zukunft mit anderen großen und mittelständischen Unternehmen in Kontakt treten, um gemeinsam an diesem Ziel zu arbeiten.

 

EADS – Gastgeber mit vollem Einsatz

 

Das Highlight der Abendveranstaltung „007 – alles MINT, oder?“ war die Dinnerrede von Dr. Rüdiger Grube, dem scheidenden Chairman of the Board of Directors von EADS N.V., in der er sich als Ingenieur uneingeschränkt zu MINT bekannte und betonte, wie wichtig es sei, diesen Fächern eine hohe Wertschätzung zukommen zu lassen, denn von diesen Inhalten hänge massgeblich die künftige Entwicklung Deutschlands ab. Auch in seiner neuen Funktion als Chef der Deutschen Bahn AG werde er sich als Botschafter der Initiative weiter für MINT einsetzen. Auch viele der beteiligten EADS-Mitarbeiter erklärten sich spontan bereit, als Botschafter zu fungieren.

 

Der "Girl’s Day" und die MINT-Tage 2009

 

„Mädchen und MINT“ lautete das Motto des zweiten Veranstaltungstages. Eingebettet in den „Girls’ Day“, der am 23. April 2009 an Standorten in ganz Deutschland stattfand, kamen 80 Schülerinnen – und auch einige Schüler – der Jahrgangstufen acht bis elf zusammen, um in Workshops mögliche MINT-Berufsfelder und starke Frauen in diesem Bereich kennen zu lernen. In ihrem Vortrag über weibliche Berufsrollenvorbilder in Spielfilmen und Serien stellte Prof. Dr. Marion Esch von der Technischen Universität Berlin deutlich heraus, dass der Mangel an Frauen in technischen Berufen nicht genetisch bedingt sei. In anderen Ländern stöße dieses Berufsfeld bei den jungen Frauen auf großes Interesse. Gebannt schauten sich die jungen Frauen anschließend Ausschnitte des Spielfilms „Entscheidung in den Wolken“ über eine Pilotin von Peter Engelmann an und nutzten intensiv die Möglichkeit, dem Drehbuchautor Fragen zu stellen.

 

Zusätzlich zu den Schülerinnen waren auch 60 Teilnehmer der MINT-Tage bis zum zweiten Tag geblieben, um in den direkten Dialog mit den Mädchen zu treten und ihre Meinung zum Thema MINT zu hören. So bildeten aufgrund der hohen Teilnehmerzahl sogar Manager aus Unternehmen – unter anderem von BASF und der Infenion Technologies AG – sowie ein Mitarbeiter des Vereins Schulen ans Netz spontan Kleingruppen zu den geplanten Workshops. Sponsor EADS stellte 16 seiner jungen Ingenieurinnen und Konstrukteurinnen zur Verfügung, die den jungen Frauen ihr Berufsbild und ihre Entscheidung für MINT schilderten. Mit Erfolg. Die beteiligten Schülerinnen erkundigten sich spontan nach möglichen Praktikumsplätzen. Der Arbeitskreis SCHULEWIRTSCHAFT Bayern konnte hier an seinem Informationsstand erste Kontakte vermitteln. Auch an anderen Ständen konnten sich die Teilnehmer über Ausbildungsmöglichkeiten und Initiativen informieren und sich technische Details an praktischen Beispielen erklären lassen: Die Jugendlichen (und auch die Erwachsenen) konnten selbst Flugzeuge, Hubschrauber und Satelliten fräsen, zwei Physik-Sieger „Jugend forscht“ stellten ihre Erfindung des SpinningWing vor.

 

Das Ziel der MINT-Initiative, bei Jugendlichen mehr Begeisterung für MINT-Fächer zu wecken und ihnen das Studium in diesem Bereich als Investition in einen sicheren Arbeitsplatz schmackhaft zu machen, ging in den Workshops erfolgreich auf. „Die Schüler haben durchaus Interesse an MINT. Sie fordern neben Vorbildern und Identifikationsfiguren zum Anfassen auch mehr Möglichkeiten, in Unternehmen zu gehen und sich selbst ein Bild von den Berufen im MINT-Bereich zu machen“, erklärte Dr. Walther-Klaus. Die Jugendlichen möchten sie sich im Internet informieren. Hierfür wünschen sie sich eine breit aufgestellte Plattform – wie „MINT Zukunft schaffen“ – die die Informationen der verschiedenen Initiativen und Berufsfelder bündelt und ihnen in Form von Filmen und Interviews mit spannenden Persönlichkeiten zur Verfügung stellt. 

 

MINT-Tage geben Impulse für neue MINT-Initiativen in Deutschland

 

Neben der positiven Resonanz der Schülerinnen und neugewonnen Botschaftern konnten auch direkt vor Ort neue Initiativen ins Leben gerufen werden. So schlossen sich Lehrer aus verschiedenen Bundesländern zusammen, um gemeinsam ein Verfahren zu entwickeln, die bereits erfolgreich umgesetzten Konzepte an Realschulen in NRW auch auf andere Bundesländer und auch Schulformen zu übertragen – und so unter anderem die Bayerischen Realschulen zu „MINT-Schulen“ zu machen. „Solche Ergebnisse geben uns den nötigen Rückenwind, genauso weiterzumachen und unsere angestrebten Ziele für die nächsten sechs Jahre weiterzuverfolgen“, zeigt sich Thomas Sattelberger mit dem Ergebnis der Veranstaltung mehr als zufrieden. „Deutschland braucht für seinen Wohlstand MINT.“ Das sei unser Kulturpfad – lateinisch „cultura“ für „Anbau“ – und bilde die Basis, auf der Kultur überhaupt erst entstehen kann. „Wir haben im Vorfeld lange über das Format der Veranstaltung diskutiert, um der Vielschichtigkeit dieses Themas – den Interessen unserer Zielgruppe und den angestrebten Zielen der Vertreter aus den verschiedenen Bereichen – gerecht zu werden“, so Dr. Walther-Klaus. „Ich denke, das ist uns mit diesem bunten Mix sehr gut gelungen.“

 

„Deutschland braucht trotz Krise heute und in der Zukunft MINTler“, so die klare Forderung von Thomas Sattelberger an Wirtschaft, Bildung und Politik in seinem Eröffnungsvortrag bei den MINT-Tagen in München. Aktuell gibt es noch 44.000 unbesetzte Ingenieursstellen in Deutschland, und hier sind die Mathematiker, Informatiker und Naturwissenschaftler noch gar nicht dabei. „Im Zuge der Globalisierung müssen sich die Industrienationen auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren“, so der Personalvorstand der Deutschen Telekom AG und Vorsitzende der Initiative „MINT Zukunft schaffen“ in seiner Rede weiter, „für Deutschland sind und bleiben es die MINT-Berufe.“

 

In den letzten Jahren konnten neue Wachstumsfelder erschlossen und die Spezialisierung auf Hochtechnologieprodukte und -prozesse im MINT-Spektrum vorangetrieben werden. „Deutsche Unternehmen, so genannte Systemköpfe, haben sich hier in weltweiten Wertschöpfungsketten etabliert.“ Daher müsse ungeachtet der momentane Krise unbedingt weiter in MINT investiert werden, wenn Deutschland seine Spitzenposition in der Welt behalten will. „Gerade in schwierigen Zeiten dürfen wir das Zukunftsbild nicht aus den Augen verlieren und müssen dem Fachkräftemangel kontinuierlich entgegenwirken.“ Bildung sei die Achillesferse des Standortes Deutschland. „Wenn es eine Abwrackprämie für Autos gibt, warum gibt es dann keine Talentprämie zur Förderung unserer Schüler und Studenten?“, so die Folgerung Sattelbergers.

 

Ein knappes Jahr nach dem Start von „MINT Zukunft schaffen“ lud die bundesweite Initiative am 22. und 23. April 2009 zu den ersten „MINT-Tagen“ ein. Gesponsert wurde die Veranstaltung von einem der strategischen Partner, dem weltweit führenden Unternehmen der Luft- und Raumfahrt EADS N.V., der als Gastgeber in Taufkirchen bei München hervorragende Bedingungen für eine gelungene Konferenz bot. Unter dem Motto „Mit MINT Vorsprung schaffen!“ hatten die 130 Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Bildung die Möglichkeit, miteinander und vor allem mit ihrer Zielgruppe, den Schülern und Studenten, in den Dialog zu treten, um sich gemeinsam über Ideen zur langfristigen Sicherung von qualifiziertem Nachwuchs im naturwissenschaftlich-technischen Bereich auszutauschen, neue Initiativen vor Ort zu gründen und sich mit bestehenden zusammenzuschließen. 

 

Best-Practice-Beispiele wie Technik-Camps für verschiedene Altersklassen, Workshops und Praktika in Unternehmen ernteten positives Feedback, da diese Projekte von Vertretern aus den angesprochenen Zielgruppen vorgestellt wurden. So bekamen die Teilnehmer einen direkten Eindruck davon, welche Konzepte zu dem eigenen Profil passen und was für eine erfolgreiche Umsetzung benötigt wird. Unter anderem stellte Thorsten Möllmann, Vice President Human Resources des Gastgebers EADS Deutschland, das vom EADS-CTO Dr. Jean Botti herausgegebene „Flight Book" für Schulen vor, das demnächst auf deutsch erscheinen wird. Dies sei nur ein Beispiel, wie der Spaß an Technik und die Begeisterung für die MINT-Berufe geweckt werden können.

 

Die Gesellschaft sagt "Ja zu MINT"

 

In der Podiumsdiskussion zum Thema „Ja zu MINT“ sprachen Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Schule und Hochschule über die Voraussetzungen für eine nachhaltige Zukunft. Beteiligt waren Ulrich Schüller vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, Prof. Dr. Friedhelm Mündemann, Dekan der Fakultät für Informatik an der Fachhochschule Brandenburg, Gabriele Brick, Ministerialdirigentin des Ministeriums für Bildung, Wisenschaft und Kultur in Mecklenburg-Vorpommern, Elfriede Ohrnberger, Ministerialrätin des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, Dr. Detlef Müller-Wiesner, Stellvertretender Vorstand Forschung von EADS N.V., und Ingrid Ritt, Vorsitzende des Landes-Eltern-Verbandes Bayerischer Realschulen. 

 

Das klare Ergebnis der Runde war, dass die Bereitschaft der Verbände und der Wirtschaft nur dann erfolgversprechend sein kann, wenn auch geeignete politische Rahmenbedingungen geschaffen werden. „Ein wichtiger Schritt wäre z.B. der verbindliche Besuch zweier MINT-Fächer für Schüler bis zum Abitur“, bestätigte auch Dr. Ellen Walther-Klaus, Geschäftsführerin von „MINT Zukunft schaffen“ und Organisatorin der Veranstaltung. Auch das Problem der demografischen Entwicklung habe die Politik erkannt. Hier müsse aber klar sein, dass es Zeit braucht, bis erarbeitete Konzepte greifen und Lösungswege kontinuierlich und nachhaltig umgesetzt werden können. Die Diskussionsrunde war sich einig, dass sich jetzt in Zeiten der Krise nicht alte Fehler wiederholen dürften. Kurzfristige Personalpolitik zu betreiben, sei genau der falsche Weg. „Die Personalpolitik sollte unbedingt bei allen Unternehmen auf ein einheitliches Level gebracht werden“, betonte auch Thorsten Möllmann. Hierfür würde der Gastgeber der MINT-Tage in Zukunft mit anderen großen und mittelständischen Unternehmen in Kontakt treten, um gemeinsam an diesem Ziel zu arbeiten.

 

EADS – Gastgeber mit vollem Einsatz

 

Das Highlight der Abendveranstaltung „007 – alles MINT, oder?“ war die Dinnerrede von Dr. Rüdiger Grube, dem scheidenden Chairman of the Board of Directors von EADS N.V., in der er sich als Ingenieur uneingeschränkt zu MINT bekannte und betonte, wie wichtig es sei, diesen Fächern eine hohe Wertschätzung zukommen zu lassen, denn von diesen Inhalten hänge massgeblich die künftige Entwicklung Deutschlands ab. Auch in seiner neuen Funktion als Chef der Deutschen Bahn AG werde er sich als Botschafter der Initiative weiter für MINT einsetzen. Auch viele der beteiligten EADS-Mitarbeiter erklärten sich spontan bereit, als Botschafter zu fungieren.

 

Der "Girl’s Day" und die MINT-Tage 2009

 

„Mädchen und MINT“ lautete das Motto des zweiten Veranstaltungstages. Eingebettet in den „Girls’ Day“, der am 23. April 2009 an Standorten in ganz Deutschland stattfand, kamen 80 Schülerinnen – und auch einige Schüler – der Jahrgangstufen acht bis elf zusammen, um in Workshops mögliche MINT-Berufsfelder und starke Frauen in diesem Bereich kennen zu lernen. In ihrem Vortrag über weibliche Berufsrollenvorbilder in Spielfilmen und Serien stellte Prof. Dr. Marion Esch von der Technischen Universität Berlin deutlich heraus, dass der Mangel an Frauen in technischen Berufen nicht genetisch bedingt sei. In anderen Ländern stöße dieses Berufsfeld bei den jungen Frauen auf großes Interesse. Gebannt schauten sich die jungen Frauen anschließend Ausschnitte des Spielfilms „Entscheidung in den Wolken“ über eine Pilotin von Peter Engelmann an und nutzten intensiv die Möglichkeit, dem Drehbuchautor Fragen zu stellen.

 

Zusätzlich zu den Schülerinnen waren auch 60 Teilnehmer der MINT-Tage bis zum zweiten Tag geblieben, um in den direkten Dialog mit den Mädchen zu treten und ihre Meinung zum Thema MINT zu hören. So bildeten aufgrund der hohen Teilnehmerzahl sogar Manager aus Unternehmen – unter anderem von BASF und der Infenion Technologies AG – sowie ein Mitarbeiter des Vereins Schulen ans Netz spontan Kleingruppen zu den geplanten Workshops. Sponsor EADS stellte 16 seiner jungen Ingenieurinnen und Konstrukteurinnen zur Verfügung, die den jungen Frauen ihr Berufsbild und ihre Entscheidung für MINT schilderten. Mit Erfolg. Die beteiligten Schülerinnen erkundigten sich spontan nach möglichen Praktikumsplätzen. Der Arbeitskreis SCHULEWIRTSCHAFT Bayern konnte hier an seinem Informationsstand erste Kontakte vermitteln. Auch an anderen Ständen konnten sich die Teilnehmer über Ausbildungsmöglichkeiten und Initiativen informieren und sich technische Details an praktischen Beispielen erklären lassen: Die Jugendlichen (und auch die Erwachsenen) konnten selbst Flugzeuge, Hubschrauber und Satelliten fräsen, zwei Physik-Sieger „Jugend forscht“ stellten ihre Erfindung des SpinningWing vor.

 

Das Ziel der MINT-Initiative, bei Jugendlichen mehr Begeisterung für MINT-Fächer zu wecken und ihnen das Studium in diesem Bereich als Investition in einen sicheren Arbeitsplatz schmackhaft zu machen, ging in den Workshops erfolgreich auf. „Die Schüler haben durchaus Interesse an MINT. Sie fordern neben Vorbildern und Identifikationsfiguren zum Anfassen auch mehr Möglichkeiten, in Unternehmen zu gehen und sich selbst ein Bild von den Berufen im MINT-Bereich zu machen“, erklärte Dr. Walther-Klaus. Die Jugendlichen möchten sie sich im Internet informieren. Hierfür wünschen sie sich eine breit aufgestellte Plattform – wie „MINT Zukunft schaffen“ – die die Informationen der verschiedenen Initiativen und Berufsfelder bündelt und ihnen in Form von Filmen und Interviews mit spannenden Persönlichkeiten zur Verfügung stellt. 

 

MINT-Tage geben Impulse für neue MINT-Initiativen in Deutschland

 

Neben der positiven Resonanz der Schülerinnen und neugewonnen Botschaftern konnten auch direkt vor Ort neue Initiativen ins Leben gerufen werden. So schlossen sich Lehrer aus verschiedenen Bundesländern zusammen, um gemeinsam ein Verfahren zu entwickeln, die bereits erfolgreich umgesetzten Konzepte an Realschulen in NRW auch auf andere Bundesländer und auch Schulformen zu übertragen – und so unter anderem die Bayerischen Realschulen zu „MINT-Schulen“ zu machen. „Solche Ergebnisse geben uns den nötigen Rückenwind, genauso weiterzumachen und unsere angestrebten Ziele für die nächsten sechs Jahre weiterzuverfolgen“, zeigt sich Thomas Sattelberger mit dem Ergebnis der Veranstaltung mehr als zufrieden. „Deutschland braucht für seinen Wohlstand MINT.“ Das sei unser Kulturpfad – lateinisch „cultura“ für „Anbau“ – und bilde die Basis, auf der Kultur überhaupt erst entstehen kann. „Wir haben im Vorfeld lange über das Format der Veranstaltung diskutiert, um der Vielschichtigkeit dieses Themas – den Interessen unserer Zielgruppe und den angestrebten Zielen der Vertreter aus den verschiedenen Bereichen – gerecht zu werden“, so Dr. Walther-Klaus. „Ich denke, das ist uns mit diesem bunten Mix sehr gut gelungen.“

 

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