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Die Begrüßung

„Darf ich vorstellen…?“, oder „Soll ich bekannt machen?“

 

"Mit Stil im Business überzeugen – Es zählen keineswegs nur die Fakten" – die Kolumne von Elisabeth Motsch

 

Sie haben heute Gäste nach Hause eingeladen. Die ersten Gäste treffen ein und kennen einander nicht. Jetzt kommt die große Frage, stelle ich nun vor, oder mache ich bekannt? Die gleichen Regeln gelten natürlich auch im Geschäftsleben bei Veranstaltungen, Sitzungen oder Konferenzen im kleineren Rahmen.

 

„Darf ich vorstellen“ oder „Soll ich bekannt machen“ entscheidet sich grundsätzlich nach dem Rang, Alter oder Geschlecht der Person. D.h. Bekannt machen ist gleichrangig, beim Vorstellen gibt es einen Rangunterschied. Bekannt gemacht wird in einem kleineren, persönlichen Kreis. Vorgestellt wird vorwiegend in beruflichen Situationen.

 

„Darf ich bekannt machen?“

 

Vor allem im Privatleben ist es üblich, dass jemand durch dritte Personen bekannt gemacht wird. Erzählen Sie zum Namen noch kurze Informationen wie Beruf, Hobby oder auch Gemeinsamkeiten. Damit erleichtern Sie den Gesprächseinstieg und bieten Anknüpfungspunkte. Sie können in beliebiger  Reihenfolge Bekannt machen. Die beste Formulierung dazu lautet: „Darf ich Sie miteinander bekannt machen, das ist …..“

 

„Darf ich vorstellen?“

 

Im Geschäftsleben wird der Chef den Gästen und Kunden vorgestellt und nicht umgekehrt. Gehen Sie dem Besucher entgegen und signalisieren Sie damit ihre Wertschätzung. Der Kunde darf nicht als Bittsteller erscheinen.

 

In allen offiziellen und beruflichen Situationen wird nach internationaler Etikette vorgestellt. Dem Ranghöheren, der Frau, dem Älteren oder auch dem Ehrengast wird vorgestellt.

 

Das klingt dann so: „Herr Prof. Klingseis darf ich Ihnen meinen Mitarbeiter Herrn Peter Zorn vorstellen.“ Hier ist deutlich der Rangunterschied zu erkennen.

 

Ist es nicht ersichtlich, wer jetzt älter oder jünger ist, fragen Sie bitte nicht: „Sind Sie 39 oder 41 Jahre alt?“ um dann zu entscheiden, wer wem vorgestellt wird.

 

Regeln:

– Beachten Sie das Alter der vorzustellenden Personen

– In offizieller Gesellschaft wird ein Herr immer der Dame vorgestellt

– Bei mehreren gleichrangigen Herren hat der ältere Herr gegenüber dem jüngeren Herrn den höheren Rang – das Gleiche gilt bei Damen

 

TIPPS:

– Wenn Sie sich geschäftlich duzen, nennen Sie bei einer Vorstellung den Vor- und Zunamen. Nur den Vornamen zu nennen ist ein Fauxpas.

– Stellen Sie Ihren Partner mit „meine Frau“ – „mein Mann“ – „mein Freund“ vor

 

In allen Situationen vergessen Sie bitte die Floskeln: „(sehr) angenehm“, „Habe die Ehre“, sondern antworten sie stattdessen mit „Es freut mich sie kennen zu lernen“, „Ich habe schon viel von ihnen gehört,…“

 

Sagen Sie keinesfalls: „meine Gattin/mein Gatte“ oder „Gemahl/Gemahlin“ – dies ist nicht mehr zeitgemäß. Ein Formfehler, der sich noch nicht wirklich herumgesprochen hat und auch in Zeitungen täglich zu finden ist: „Herr Ministerpräsident …. mit Gattin.“ Sollte richtig heißen: „ Herr Ministerpräsident …. mit seiner Frau …….“

 

Die Selbstvorstellung

 

Wie oft ist es Ihnen schon passiert: Sie kommen zu einer Gruppe oder auch einer einzelnen Person, kennen niemanden und wollen nicht anonym an einem Gespräch teilnehmen. Bei manchen Anlässen ist es gut, wenn  man eine bestimmte Person kennen lernen möchte, aber niemand zur Hand ist, der die Vorstellung übernimmt. Seien Sie mutig und stellen Sie sich selbst vor.

 

Regeln:

– Der augenscheinlich Jüngere, der Mann oder Rangniedere nennt seinen Namen

– Der augenscheinlich Ältere, die Frau oder Ranghöhere reicht die Hand und nennt dabei auch ihren/seinen Namen

– Gegebenenfalls können Sie noch das Unternehmen, für das Sie tätig sind, nennen

– Den eigenen Titel nennen Sie bitte nicht

 

Sprechen Sie deutlich Ihren Vor- und Nachnamen mit Betonung auf den jeweils letzten Buchstaben des Vor- und Zunamens aus und machen Sie zwischen dem Vor- und Zunamen eine kurze Pause. Haben Sie den Namen nicht verstanden, zögern Sie nicht und fragen Sie ruhig nach: „Wie ist Ihr Name“ und nicht „Wie war Ihr Name?“ oder „Habe Ihren Namen akustisch leider nicht verstanden, können Sie diesen bitte nochmals wiederholen?“

 

Ehepartner und Partner vorstellen

 

Kennen Sie diese Situation? Sie gehen mit Ihrem Ehepartner oder Ihrer Partnerin auf eine Veranstaltung. Sie kennen sehr viele Menschen und plaudern angeregt, nur Ihre Begleitung kennt niemanden. Wie oft passiert es leider, dass Ihr Partner meist nicht vorgestellt gelangweilt daneben steht, während Sie in ein Gespräch vertieft sind. Nicht jeder Mensch findet sofort Anschluss und beherrscht Small Talk. Manche Menschen trauen sich auch ganz einfach nicht, in ein Gespräch mit unbekannten einzusteigen.

 

TIPPS:

– Partner immer vorstellen

– Sie/ihn immer wieder im Blickkontakt haben

– In das Gespräch mit einbeziehen

– Seine/ihre Meinung erfragen, wenn es das Thema erlaubt

 

„Hallo“ und „Ciao“

 

Diese saloppen Grußformeln haben bei Höhergestellten, sowie bei Kunden nichts verloren. Es ist Gruß unter Freunden oder Kollegen und gilt nicht als allgemeiner Gruß im Unternehmen. Oder möchten sie als Kunde „Hallo Herr Berger!“ gerufen werden? „Grüß Gott“ oder „Guten Tag Herr Berger“ klingen doch viel wertschätzender.

 

Die Bussi-Bussi Gesellschaft

 

Mit Bussi-Bussi grüßt man sich nur unter Verwandten, Freunden und die, die sich dafür halten. Es hat nichts mit dem traditionellen Bruderkuss zu tun, sondern ist eine Vertraulichkeit, die in den letzten Jahren immer häufiger zu erleben ist. Es ist bei Nordländern eher verpönt, bei Südländern auch unter Männern sehr beliebt.

 

TIPPS:

– Küssen Sie bloß nicht die Frau des Chefs, außer sie sind befreundet und treffen sich im privaten Rahmen

– Bussi-Bussi gehört nicht ins Geschäftsleben

– Wenn schon Bussi-Bussi, dann eher nur angedeutet, als laut Schmatzend auf die Wangen der anderen Person geküsst

– Bei Bussi-Bussi ist es üblich mit der linken Wange zu beginnen

– Achten sie bitte auf körpersprachliche Signale, ob Ihr Gegenüber das Bussi-Bussi überhaupt will.

 

Der Handkuss

 

Sollten sie in Wien sein und in bestimmten Gesellschaftsgruppen verkehren, wo es üblich ist, mit Handkuss zu grüßen, so ist er ein Teil des guten Umgangstones. In den übrigen Bundesländern oder auch anderen nicht handküssenden Regionen verunsichern Sie die Damen nur. Meist berührt ein Handkuss unangenehm, wenn man nicht darauf gefasst ist.

 

Beim Handkuss ergreift der Herr die Fingerspitzen der Frau und führt sie bis etwa seiner Brusthöhe. Der Mund berührt die Hand nicht, es wird der Kuss mit einer kleinen Verbeugung hingehaucht. Schmatzgeräusche sind ein Stilbruch.

 

 

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Das Buch zum Thema:

 

Karriere mit Stil. Ratgeber für eine erfolgreiche Zukunft: Top-Umgangsformen im Business.

Leykam, Juni 2004 – gebunden – 295 Seiten ISBN: 3701174830

 

 

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Über die Autorin:

 

Elisabeth Motsch, Image-Coach, Trainerin und Speaker, ist die Spezialistin für den Erfolgsfaktor Kleidung und Umgangsformen und ist mit Ihrem stilsicheren, selbstbewussten und kompetenten Auftritt zur Marke geworden. In ihrer Tätigkeit als Referentin und Trainerin verbindet sie sprühende Leidenschaft für Menschen, Mode und Stil mit fachlicher Kompetenz. Mit klar verständlichen Tools und ihrem österreichischen Charme und ihrer motivierenden Art, begeistert sie ihre Teilnehmer in Seminaren und Vorträgen. Sie hilft ihren Kunden ihr Image-Konzept zu entwickeln, um als Person auch optisch zu überzeugen.

Sie ist Impulsgeberin und motiviert in den verschiedensten Branchen Mitarbeiter und Führungspersönlichkeiten sich authentisch und kompetent zu kleiden und aufzutreten. Ihre vielen Kunden in Österreich, Deutschland, Schweiz und Südtirol bestätigen ihre hohe fachliche Kompetenz und ihre Fähigkeit Menschen mit diesen sensiblen Themen zu begeistern.

 

www.motsch.at

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