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Die Hackergruppe Lulz Security löst sich auf – Identität von Rivalen angeblich enttarnt

Die aus einem Kernteam von angeblich sechs Personen bestehende Hackergruppe Lulz Security (LulzSec) war in der jüngeren Vergangenheit durch spektakuläre Hacks weltweit bekannt geworden. Dabei war die Hackergruppe erst in diesem Jahr erstmals in der Öffentlichkeit aufgetaucht. Vermutlich mittels einem sogenannten Botnet mit zahlreichen infizierten Computern, die ferngesteuert werden, können sie in einer Denial-of-Sercive-Attacke ihre Ziele mit einer Flut von Datenpaketen lahm legen. Bislang hatte die Gruppe bereits die Website des konservativen Fernsehsenders Fox attackiert (aus Protest gegen die Denunzierung eines Informanten der Enthüllungsplattform Wikileaks), sowie den öffentlich-rechtlichen US-Rundfunksender PBS, Sony Pictures Entertainment und Nintendo, sowie auch mehrere Computer des US-Senats und eine britische Polizeieinheit zur Bekämpfung der Organisierten Kriminalität. Außerdem wurden aus Protest gegen das scharfe Einwanderungsrecht in Arizona interne Daten der Sicherheitsbehörde im Internet veröffentlicht. Erst am letzten Wochenende wurden interne Dokumente des Internetkonzerns AOL und der US-amerikanischen Telefongesellschaft AT&T veröffentlicht.
Mit am spektakulärsten war aber die Cyber-Attacke gegen die Homepage des größten Geheimdienstes der Welt: Mitte Juni legte die Gruppe die Homepage des CIA www.cia.gov für mehrere Stunden lahm. Der CIA erklärte daraufhin schmallippig, die Website sei „umgezogen“.

Nun hat die zunehmend ins Fadenkreuz der Ermittler rückende Gruppe das Ende ihrer Tätigkeiten bekannt gegeben. Über Twitter meldeten sie: „Wir sind Lulz Security, und dies ist unsere letzte Botschaft. Unsere für 50 Tage geplante Kreuzfahrt ist beendet, und wir müssen nun fortsegeln. Die Gruppe erklärte, ihre Mission erfüllt zu haben: aus purem Vergnügen Unternehmen und Regierungseinrichtungen zu stören, einfach weil sie es konnten. „Wir hoffen, Inspiration, Angst, Verweigerung, Glück, Zustimmung, Ablehnung, Spott, Verwirrung, Nachdenklichkeit, Eifersucht, Hass, selbst Liebe zu hinterlassen. Zumindest hoffen wir, irgendwo eine mikroskopische Wirkung auf irgendjemand gehabt zu haben.“ LulzSec wollte sich nach eigenen Angaben nur amüsieren und habe keine kriminellen Ziele verfolgt. Allerdings winkt solch begnadeten Hackern, die erfolgreiche Aktionen vorweisen können. In der Regel ein lukrativer Job in der IT-Sicherheitsindustrie, um genau solche Aktionen zu verhindern.

LulzSec war vermutlich eine Splittergruppe der Hackergruppe Anonymous, die sich zum Ziel gesetzt hat, andere Hacker für Angriffe auf Ziele zu mobilisieren, die entweder als unmoralisch gelten oder Gegner der Enthüllungsplattform WikiLeaks sind.

Allerdings sorgten ihre zuletzt wenig politischen Ziele, wie das bloßstellen von 26.000 Nutzern einer Pornoseite mit Namen und Passwörtern, für immer weniger Gegenliebe in der Internetgemeinde. Eine rivalisierende Gruppe namens „The A-Team“ hat mittlerweile angeblich die wahren Identitäten fast aller LulzSec-Mitglieder aufgelistet. Die Hacker stammen aus Großbritannien, Schweden und den USA. Das A-Team hat zudem auch den zuständigen Ermittlungsbehörden angeboten, wenn benötigt die entsprechenden Logs zur Verfügung zu stellen.

 

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