Kolumnen

Die Klimakatastrophe ist da

Alle Ausreden helfen nicht mehr: Die Klimakatastrophe ist da. Feuer in Russland und die Gefahr einer  nuklearen Wolke. Die Flut in Pakistan und sechs Millionen Menschen auf der Flucht. Erdrutsche in China und ganze Dörfer, die verschwinden. Nicht enden wollende Regenfälle in Sachsen, Brandenburg, Polen und Tschechien.

 

Alles, aber auch wirklich alles, was die Klimaforscher seit Jahren für die Zukunft voraussagen, trifft schon jetzt ein. Eine globale Erwärmung von bis zu acht Grad am Ende des 21. Jahrhunderts hat der Weltklimarat prophezeit, wenn wir mit Kohle, Gas und Öl so weiter machen wie bisher.

 

Das heißt: Afrika wird weitgehend unbewohnbar und Europa wird Afrika. Der Klimawandel wird nicht nur das Problem unserer Enkel, sondern unser Problem und das unserer Kinder.

 

Und  wen kümmert das?

 

Im Fernsehmagazin „Panorama“ sagten soeben zwei urlaubende Greise von 72 und 74 Jahren: „Für uns reicht´s noch. Das betrifft höchstens unsere Kinder und Enkel. Wir wollen unser schönes Leben genießen.“ Nach uns die Sintflut! Und die Politik?

 

In dieser Woche ging in Bonn wieder einmal eine internationale Klimaschutzkonferenz zu Ende. Der einzig konstruktive Beschluss: Ein Termin für die nächste Konferenz. Seit 20 Jahren hat der internationale Konferenz-Zirkus kein einziges, wirklich hilfreiches Ergebnis zustande gebracht.

 

Selbst die schreckliche Ölkatastrophe am Golf von Mexiko hat in den USA zu keinem Umdenken oder gar zu einem Umhandeln geführt. Wie ein Gespenst hat sich das Öl im Meer scheinbar verflüchtigt und die Diskussionen drehen sich vor allem um die Möglichkeit, künftig in noch tieferen Tiefen zu bohren. Sind wir noch zu retten?

 

Wir bewegen uns auf Klimaveränderungen zu, die nicht mehr zu kontrollieren sind. Eine starke, verantwortungsvolle Politik muss jetzt endlich in Zusammenhängen denken und rasch dafür sorgen, dass die Treibhausgas-Emissionen reduziert werden. Die Instrumente dafür sind seit langem bekannt und vorhanden: Energie sparen, Energie effizienter nutzen und zu 100% auf erneuerbare Energien umsteigen.

 

In dieser Situation ist politische Führung gefragt. Doch Obama wird vom eigenen Kongress gebremst, Indien und China warten auf die USA und die Europäer zögern.

 

Der Klimawandel ist nicht mehr umzukehren, aber er wäre noch abzumildern. Noch haben wir eine Gnadenfrist, das Schlimmste zu verhindern. Welch ein Chance für Angela Merkel, die das Problem gut kennt, der allerdings zurzeit der Mut fehlt, beherzt voran zu gehen.

 

Die zunehmenden Wetterextreme zeigen, dass kurzfristige Reparaturmaßnahmen nicht mehr ausreichen. Jetzt muss die Politik den großen Wurf wagen und dieser kann nur heißen: Die 100-prozentige Energiewende in den nächsten 20 bis 30 Jahren. Wer damit beginnt,  der gewinnt.

 

Quelle: © Franz Alt 2010

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