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Die MINT-Region – Teil 1

… aus der MINT-Kolumne "MINT-Fachkräfte – dringend gesucht" von Dr. Ellen Walther-Klaus, Geschäftsfüherin von MINT Zukunft schaffen.

Warum brauchen wir MINT-Regionen?

Die Fachkräftelücke hat einen neuen Höchststand erreicht, im Juli waren es 158.000 fehlende Fachkräfte. Diese Tendenz wird natürlich durch den momentanen konjunkturellen Aufschwung verstärkt. Im Wesen ist die Lücke einerseits Folge des demographischen Wandel und andererseits dem geringen Verständnis, wie unser Geschäftsmodell Deutschland funktioniert, in einer breiten Öffentlichkeit. Das bedeutet, dass wir es vor allem mit einem generellen, strukturellen Problem zu tun haben: Bis 2030 sinken die Schülerzahlen, abhängig vom jeweiligen Bundesland, bis zu rund einem Viertel. Der sogenannte Ersatzfaktor, der die Zahl der aus dem Beruf ausscheidenden MINT-Fachkräfte gegenüber den eintretenden beziffert, beträgt zur Zeit 0,7. Konkret heißt dies, 10 MINT-Fachkräfte scheiden aus dem Berufsleben aus, sieben neue kommen nach. Dieses Verhältnis wird sich bereits bis zum Jahre 2020 noch einmal deutlich verschlechtern. Heute sind es pro Jahr mehr als 44.000. Bitte lesen Sie dazu auch den MINT-Trend Report 2011 im MINT-Meter auf dem MINT-Portal als Download verfügbar.

Dies ist deswegen bedenklich, weil zu wenig bekannt ist, dass gerade die MINT-Berufe den Kernfaktor für unseren Wohlstand und unsere Sozialsysteme in Deutschland bilden.

Die MINT-Fachkräftelücke macht sich insbesondere in den Regionen und Landkreisen sowie in mittelständischen Unternehmen bemerkbar, die weit(er) entfernt von den attraktiven Ballungsgebieten, wie etwa München, Hamburg, Stuttgart, Düsseldorf etc. sind. Dabei haben diese Regionen viele Vorteile, die man teilweise lange in sog. Metropolregionen und Großräumen suchen muss. Dies macht diese Regionen dadurch (sehr) attraktiv und anziehend. Nur weiß es meist nicht jeder.

Es sind dort Firmen ansässig, die Weltmarktprodukte anbieten, verbunden mit einem profunden Know-How. Es gibt tolle Freizeitangebote, sehr gute Bildungseinrichtungen – von Kindergärten bis hin zu weiterführenden Schulen, angemessene Wegzeiten zum Arbeitsplatz, gute Nachbarschaft und meist einen sehr hohen Erholungsfaktor.

Deshalb haben wir mit MINT-Botschaftern aus den Regionen ein Konzept entwickelt: „Die MINT-Region".

Warum geht es in der MINT-Region?

Zu den Zielen, die verfolgt werden, gehören u.a.:
• Kinder und Jugendliche für die MINT-Fächer begeistern und sie für MINT-Berufe, seien es Ausbildungs- oder Studienberufe, gewinnen
• den MINT-Fachkräftenachwuchs regional sichern, d.h. zu verhindern, dass die gut ausgebildeten Jugendlichen die Region verlassen
• die Attraktivität der Region erhöhen, u.a. mit einer guten Infrastruktur, attraktiven Bildungseinrichtungen, interessanten Freizeitangeboten, aufgeschlossenen Kommunen etc. zu punkten
• das Thema in der Öffentlichkeit bekannt machen. Zu wenig Menschen wissen, was in ihrer nächsten Umgebung passiert. Dies kennt meist jeder aus eigener Erfahrung
• komplementären Interessen und Potenziale der Region bündeln und Kooperationen initiieren
• alle Akteure auf dem gemeinsamen Tätigkeitsfeld MINT vernetzen
• Kooperationsmatrix aller Akteure mit konkreten Kooperationsvereinbarungen erstellen.

Es sind erste Voraussetzung zur Erreichung dieser Ziele notwendig:
• Alle machen mit!
• Konzept für die Implementierung eines MINT-Bil¬dungsforums (MINT-Kreis)
• mit Hilfe der wirtschaftsnahen, bundesweiten Initiative „MINT Zukunft schaffen“ als Partner des Projektes

Im nächsten Teil der Kolumne erfahren Sie, wie man eine ganze Region zur MINT-Region machen kann und konkrete Ansätze.

Ihre   Ellen Walther-Klaus

 

Zur Person:

Dr. Ellen Walther-Klaus promovierte am Lehrstuhl für mathematische Logik der Ruhr-Uni Bochum. Nach verschiedenen Leitungsfunktionen, unter anderem bei Siemens Nixdorf und der Siemens AG, wechselte sie 2001 zur T-Systems International GmbH. Seit 2007 ist sie Geschäftsführerin von MINT Zukunft schaffen.

Weitere Informationen rund um MINT Zukunft schaffen finden Sie unter www.mintzukunft.de.

 

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