Deutschland

Die Unterhaltungselektronik wird mobile

Am 12. Juni 2014 um 22:00 Uhr deutscher Zeit war es endlich so weit. Da fiel der Startschuss zur Fußballweltmeisterschaft in Brasilien. Anbieter von Unterhaltungselektronik setzen auf dieses Turnier. Denn erfahrungsgemäß sind Konsumenten im Jahr eines Fußballturniers offener für technische Neuerungen. Darauf setzen just jene, die einen wichtigen Trend verschlafen haben, denn Unterhaltung erfolgt zunehmend mobile.

„Persönlich beschämt“

Home Office, Notebook, macbook
Das Notebook: einst Verkaufsschlager und jetzt Ladenhüter der Unterhaltungselektronik. (Bild: Jorma Bork / pixelio.de).

Darauf weisen unter anderem Daten der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu) hin. Diesen zufolge wurden im ersten Quartal 2014 1,6 Millionen Tablets verkauft. Das entspricht einem Plus von gut einem Drittel gegenüber dem Vorjahresquartal. Der Verkauf von Notebooks ging dagegen um 3,8 Prozent zurück. Der Trend hin zur mobilen Unterhaltungselektronik ist auch auf darauf spezialisierten Vertriebsplattformen, wie zum Beispiel Euronics, zu beobachten. Hier gewinnen die Smartphones und handlichen Flachrechner gegenüber den ehemaligen Verkaufsschlagern Notebooks und Personal Computer (PC) ebenfalls zunehmend an Bedeutung.

Und Deutschland befindet sich hier keinesfalls auf einem „Sonderweg“. Auch weltweit kaufen Konsumenten lieber Smartphones & Co. statt klassische PCs. So werden veraltete Modelle inzwischen nicht mehr so oft ersetzt wie. Das ergab eine Untersuchung der Marktforschungsunternehmen Gartner und IDC. So wurden im vergangenen Jahr weltweit insgesamt 316 Millionen Notebooks und Desktop-Rechner verkauft – ein Umsatzrückgang von zehn Prozent. Dieser trifft vor allem die Riesen der Branche hart. Sony hat im Frühjahr diesen Jahres bereits reagiert und seine Computersparte mit der Hauptmarke Vaio verkauft. Intel-Vorstand Andy Bryant gab im November 2013 gegenüber dem Wall Street Journal ganz offen zu, dass er „persönlich beschämt“ sei, dass sein Unternehmen den Aufstieg von Smartphone und Tablet verschlafen habe.

Die Produzenten wollen die Nachfrage nun durch Innovationen anregen. Zum Beispiel mit „Zwei-in-einem“-Notebooks, die via Touchscreen auch als Tablet fungieren können. Ob das gelingt, bleibt abzuwarten.

Unterhaltungselektronik darf dennoch optimistisch in die Zukunft blicken

Doch was auf die PC-Hersteller zutrifft, gilt nicht für die ganze Branche. Im Gegenteil: denn global betrachtet wird der Umsatz mit Produkten und Diensten der Informationstechnologie und Telekommunikation in diesem Jahr um 3,8 Prozent auf den Rekordwert von 2,84 Billionen Euro steigen. Ein Umstand von dem die ganze Unterhaltungselektronik profitieren könne. Schließlich werden Ereignisse, wie die eingang erwähnter Fußballweltmeisterschaft, künftig verstärkt über mobile Datendienste und Endgeräte abgerufen.

Christoph Schroeder

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