Kolumnen

Die Welt auf dem Weg ins Treibhaus – Kommentar von Dr. Franz Alt

In dieser Woche lief die Frist zur Rettung des Planeten ab. 192 Regierungen hatten vor 7 Wochen in Kopenhagen beschlossen, der UNO ihre Klimaschutzziele zu melden. Nur 55 Regierungen haben die vereinbarte Frist überhaupt eingehalten. Aber auch sie haben nur ungenügende Zahlen zum Klimaschutz genannt. Diese Klimaschutz-Verpflichtungen zeigen, dass das Weltklima bis 2050 nicht – wie in Kopenhagen vereinbart – um 2 Grad, sondern um bis zu vier Grad steigen wird.

 

Präsident Obama sagt, er brauche erst die Zustimmung der US-Parlamentarier. Die Chinesen erwarten, dass die USA vorangeht. Das gleiche sagen inzwischen auch die Kanadier und die Inder. Sogar die EU bleibt mit ihren Zusagen hinter den Erwartungen zurück – 20% weniger Treibhausgase gegenüber den erwarteten 30%. Ausreden, Ignoranz und Feigheit!

 

Die Regierenden arbeiten noch immer nach dem alten Konferenz-Motto: Die anderen sollen anfangen. Das Ergebnis ist, dass sich keiner bewegt, weil keiner den ersten Schritt tun will.

 

Jetzt muss selbst dem größten Klima-Optimisten klar geworden sein, dass mit den bisherigen politischen Instrumenten das Weltklima nicht zu retten ist. Der alte Weg führt direkt ins Treibhaus.

 

In vielen Ländern, vor allem in Afrika und Südasien, sind die Folgen des Klimawandels schon spürbar. Die Wüsten breiten sich aus, in der Arktis und Antarktis schmelzen die Gletscher, Millionen Menschen sind auf der Flucht vor der sich ausbreitenden Dürre und die Hurrikans werden immer häufiger und heftiger.

 

Dabei sind die drei großen Rettungsanker des Klimas längst bekannt: die drei großen „E“ Energieeinsparung, Energie-Effizienz und Erneuerbare Energien. Und weltweit haben diese Technologien eine hohe Akzeptanz bei den Menschen. Worauf also warten die Regierungen noch?

 

Gibt es denn gar keine Fortschritte beim Klimaschutz? Deutschland hat der UNO zugesagt, bis 2020 seine Emissionen gegenüber 1990 um 40% zu reduzieren. Das wird andere Industriestaaten animieren, ebenfalls auf grüne Technologien zu setzen. Finanzielle Beteiligungen an Solarparks waren noch nie so begehrt wie zurzeit.  Allein in Deutschland wurden in den letzten Monaten in Solar- und Windparks 500 Millionen Euro investiert.

 

Der Boom, so sagen Fachleute, wird sich 2010  fortsetzen. Effizienter und intelligenter als schwache Klimaschutzabkommen sind gute Beispiele mit grünen Geschäften.

 

Siemens-Chef Löscher hat soeben bekannt gegeben, dass sein Konzern hauptsächlich mit grünen Produkten schwarze Zahlen schreibt. Das könnte weltweit ansteckend wirken. Aber die Zeit läuft uns davon.

 

Quelle: © Franz Alt 2010

 

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