Wirtschaft

DIHK: Gewerbesteuer wird für viele Betriebe zur Hauptlast – Hebesätze 2012 veröffentlicht

Die prekäre Finanzlage vieler Kommunen schlägt sich auch in den Gewerbesteuer-Hebesätzen des Jahres 2012 nieder – sehr zum Unmut des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK).

"Die Gewerbesteuer stellt inzwischen bei vielen Unternehmen die Hauptlast bei der Besteuerung", kritisierte DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann die Entwicklung gegenüber der "Wirtschaftswoche".

Der DIHK hat die Ergebnisse seiner diesjährigen Hebesatzumfrage, die die standortpolitisch wichtigen mittleren und größeren Städte und Gemeinden erfasst, nun auf seiner Website veröffentlicht. Sie zeigt, dass die Kommunen in diesem Jahr zum dritten Mal in Folge ihre Hebesätze erhöht haben – für die Gewerbesteuer um durchschnittlich drei Punkte auf 441 Prozent und für die Grundsteuer B sogar um neun Punkte auf 526 Prozent.

Am stärksten drehen 2012 die Gemeinden in Thüringen an der Gewerbesteuerschraube, bei der Grundsteuer B liegen Rheinland-Pfalz und Niedersachsen vorn. Absolute Spitzenreiter bei den Hebesätzen sind Oberhausen mit 520 Prozent (Gewerbesteuer) und Berlin mit 810 Prozent (Grundsteuer B).

DIHK-Präsident Driftmann: "Mit ihrer Hebesatzpolitik konterkarieren viele Städte und Gemeinden das Ziel der Unternehmensteuerreform von 2008, die Abgabenlast für die Wirtschaft dauerhaft zu senken." So müssten mittelständische Betriebe im Bundesdurchschnitt allein wegen der höheren Hebesätze rund 14.000 Euro mehr Kommunalsteuern zahlen als noch vor vier Jahren.

(Quelle: DIHK)

 

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