Deutschland

DIW: Deutsche Wirtschaft weiterhin im Aufwind

Die deutsche Wirtschaft hat im zweiten Quartal 0,7 Prozent mehr produziert als im ersten Vierteljahr. Die Produktion ist damit unerwartet deutlich gewachsen. Nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) dürfte die deutsche Wirtschaft auch weiterhin auf Wachstumskurs bleiben. Vor allem deutsche Exporteure profitieren von den weltwirtschaftlichen Entwicklungen.

Deutlicher Aufwärtstrend in der Industrie

Bild: Marko Greitschus / pixelio.de
Bild: Marko Greitschus / pixelio.de

DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner bewertet die konjunkturelle Lage insgesamt positiv: „Die Industrie folgt bereits seit Februar einem deutlichen Aufwärtstrend, das wird sich auch im laufenden und in den kommenden Quartalen bemerkbar machen.“ Zwar dürften im zweiten Quartal nach DIW-Einschätzung auch Nachholeffekte in der Bauwirtschaft das Bruttoinlandsprodukt angetrieben haben (im ersten Quartal konnte wegen des langen Winters spürbar weniger gebaut werden), aber auch strukturell steht die deutsche Wirtschaft zurzeit gut da.

Privater Konsum trägt zum Wachstum der Wirtschaft bei

Vor allem die anhaltend gute Lage auf dem Arbeitsmarkt stimmt die Berliner Konjunkturforscher zuversichtlich: „Bis zuletzt wurde deutlich Beschäftigung aufgebaut, das wird sich im Jahresverlauf kaum abschwächen“, sagt DIW-Konjunkturexperte Simon Junker. „Der private Verbrauch wird daher wohl merklich zum Wachstum beitragen.“

Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise weiterhin spürbar

Sorge bereiten den DIW-Experten dagegen die Ausrüstungsinvestitionen: „Die Unternehmen nutzen das günstige Finanzierungsumfeld bislang kaum. Sie halten sich mit ihren Ausgaben angesichts der nachhaltig getrübten Absatzperspektiven und der Unsicherheit bezüglich der Krise im Euroraum zurück“, so Fichtner. Im weiteren Verlauf dürfte laut DIW Berlin die Investitionstätigkeit aber wieder anziehen, denn die Unsicherheit ebbt bereits deutlich ab und die Anpassung an die schwache Nachfrage im Euroraum dürfte bereits zu einem großen Teil abgeschlossen sein.

DIW sieht Politik in der Pflicht

„Aber selbst wenn die Investitionen in Schwung kommen: Gemessen etwa am Stellenwert der Industrie bleiben die Investitionen relativ schwach. Hier ist die Wirtschaftspolitik gefordert, um den Standort Deutschland zu stärken“, mahnt Fichtner.

Günstig schätzt Fichtner die Aussichten für die deutschen Exporteure ein: „Die Weltwirtschaft dürfte nach und nach Fahrt aufnehmen und die deutschen Ausfuhren leicht anschieben.“ Gleichzeitig dämpft Fichtner allzu optimistische Erwartungen: „Bei der ordentlichen Inlandsnachfrage werden auch die Importe merklich anziehen, so dass der Außenhandel unterm Strich das Wachstum sogar leicht schwächen wird.“

(DIW Berlin)

Christoph Schroeder

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