Panorama

„Döner-Morde“ ist Unwort des Jahres 2011

Der Terminus „Döner-Morde“ ist das frisch gekürte Unwort des Jahres 2011. Der Begriff, der in Anlehnung an die Herkunft der Opfer entstand, steht laut Jury dafür, dass „die politische Dimension der Mordserien jahrelang verkannt oder willentlich ignoriert wurde: Die Unterstellung, die Motive der Morde seien im kriminellen Milieu […] zu suchen, wurde mit dieser Bezeichnung gestützt.“ Die Opfer der Mordserie waren allesamt durch eine rechtsextreme Gruppierung ermordet worden, keine der Taten hatte ihren Ursprung im zunächst kolportierten Milieu.

Ein weiteres Unwort für 2011 wurde in dem Begriff „Gutmensch“ gefunden. Dieser wurde im vergangenen Jahr immer häufiger dazu verwendet, Menschen zu diskreditieren, deren moralische Ausrichtung an den ethischen Werten einer freiheitlichen Grundordnung entsprachen.

Der letzte gekürte Terminus ist die „marktkonforme Demokratie“. Dieser von Bundeskanzlerin Angela Merkel stammende Begriff betont ungewollt die typische Priorisierung ökonomischer Werte im politischen, sozialen und globalen Miteinander.
(sm)
 

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