Einsichten & Ansichten

Dopamin ausschütten und gute Entscheidungen treffen

Wie gelingt es uns, Entscheidungen zu treffen, die gut für uns sind? Mit dieser Frage beschäftigt sich Claudia Kloihofer in ihrem heutigen Beitrag zur Themenserie „Signale des Körpers“. Früher dachte man, Ideen unter Druck seien die besten – aber tatsächlich sollten wir für Dopamin-Ausschüttung sorgen, wenn wir gute Entscheidungen treffen wollen. Denn Dopamin gibt uns Mut, Aktivität und Lebensfreude. Das Gute ist: Sie können Ihren Dopamin-Spiegel selbst beeinflussen.

 

Alte Denkmuster aufbrechen

Der Weg zu guten Entscheidungen, die zu uns passen, fordert von uns eine gewisse Kraftanstrengung und die Bereitschaft, vertraute Denkgewohnheiten aufzubrechen und Prioritäten neu zu ordnen. Den meisten fällt es schwer, die Gültigkeit innerer Konzepte von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu verändern. Manchmal hindert uns die Angst vor einer neuerlichen Wiederholung eines Misserfolgs. Wir denken dann: „Es könnte uns ja wieder dasselbe passieren!“ Doch das stimmt nicht.

Sorgen Sie für Dopamin

Früher meinte man, dass die besten Ideen unter Druck entstehen. Die moderne Neurowissenschaft legt uns jedoch nahe, anders zu denken. Die Forschung zeigt: Je größer der innere Stress, desto mehr Stresshormone werden ausgeschüttet, die uns blockieren. Es fehlt uns an Dopamin, das für psychischen Antrieb, Wohlbefinden, Lebensfreude, Mut, Konzentration und Vergnügen verantwortlich ist. Wenn Dopamin fehlt, entsteht Demotivation, Frustration und Zynismus. Ohne Dopamin bleiben wir länger in der Opferrolle.

Stress blockiert

Durch den Dopamin-Mangel sind wir dadurch für andere neue Herangehensweisen an Probleme weder offen, noch findet unser Gehirn Klarheit, um Entscheidungen zu treffen. Kreative Teile des Gehirns sind blockiert. Wir befinden uns tatsächlich in einer Sackgasse. Die Bereiche des Gehirns, die mit Unsicherheit, mit Angst verbunden sind, sind daher voll aktiv. Wir treffen eher Entscheidungen auf Basis eines drohenden Unheils und Pessimismus als auf Zuversicht und Hoffnung.

Dopamin-Ausschüttung steigern durch kleine Erfolge

Um weiter zu kommen, müssen wir unser Gehirn neu vernetzen und aus der Dopamin-Falle aussteigen. Wer seine eigenen „Baustellen“ nicht sehen will, verhindert Dopamin-Ausschüttung. Wie gehen Sie vor, um Ihr Dopamin in Fluss zu bringen und zu halten? Erzeugen Sie kleine und auch kleinste Erfolge. Dazu gehört z. B. der leere Schreibtisch, wenn Sie abends das Büro verlassen und das Streichen der erledigten Aufgaben Ihrer Erfolgsliste. Dadurch wird im Gehirn Dopamin freigesetzt. Selbst Scheitern macht erfolgreich, weil im Gehirn mehr Hormone als durch das Belohnungssytem ausschüttet werden.

Weichenstellung, Entscheidungen, Dopamin
Wer Dopamin ausschüttet, trifft gute Entscheidungen. (Bild: Jakob Ehrhardt / pixelio.de)

Neue Wege im Denken entdecken

Dopamin wird auch blockiert durch unerlöste menschliche Bande, Groll, Zorn oder Ärger mit Familienmitgliedern oder auch vergangenen „Bindungen“. Denn Hass bindet stärker als Liebe. Ich meine, jede Emotion zu unserem Erlebten, die nicht liebevoll angenommen wurde, hindert uns daran, frei zu leben. Dann tragen wir die Rucksäcke unserer Erfahrungen mit uns herum. Manche tragen eine solche Last, dass sie geradezu mit hängenden Schultern herumschleichen (Lesen Sie dazu: Gehen macht glücklich). Andere wiederum versperren ihr Herz und fühlen sich dadurch ständigem Druck ausgesetzt. Wieder andere verengen über Ängste und Sorgen den Blick auf das Schöne und Positive im Leben, sodass sie durch die selbstangelegten Scheuklappen wie die Pferde nur mehr den Blick nach vorne riskieren.

Neugierde macht lebendig

Dabei ist das einzige, was uns leicht und lebendig macht, die natürliche Neugierde, die Unschuld und die Freiheit, die wir als Kinder gefühlt und erlebt haben. Es geht darum, morgens wie ein Baby aufzuwachen, ohne den Blick in die Vergangenheit oder Zukunft zu wenden, spontan und mit einem Gefühl der Neugierde, des Erstaunens, die Angebote des Lebens anzunehmen, um dem Tag unvoreingenommen zu begegnen. So bleiben wir wach für den Moment, meint Jeff Foster. Leiden und Trennung, insbesondere auch der Tod, scheinen nur dazu da zu sein, damit wir erkennen, dass alles ist, wie es ist. Dass alles passiert, so ist wie es zu passieren hat. Dass das Leben lebendig ist, so wie es immer schon lebendig war.

Vertrauen erwächst aus dem Glauben der Einheit

Vertrauen entsteht aus der Erkenntnis, von einer unsichtbaren Ordnung geführt zu sein, aus dem Wissen, geliebt zu werden. Dann fühlen wir uns beschützt, geborgen, genährt und getragen von der Lebensenergie. Wir erleben wieder Bindung und Sicherheit. Eine Investition, die sich lohnt – denn das Gehirn dankt es mit Kreativität und Mut. Wir empfinden uns nicht länger als ein vom Rest der Welt getrenntes Ich. Vielmehr erfahren wir uns als in ein Ganzes eingebettet. Denn alles ist, so wie es ist, in Ordnung! Alles ist richtig! Wir haben es selbst in der Hand. Unser eigenes grenzenloses Potenzial finden wir im Spiegel, des geistig-seelischen, nämlich wenn wir denken UND fühlen. Wir erkennen darin unsere Größe und Weite, so wie wir wirklich sind. Wir begreifen, dass wir Teil eines Ganzen sind. Aus diesem Wissen entsteht die Herzensqualität des Vertrauens (Lesen Sie hierzu: Kraft, die von Herzen kommt für neue Energie). Sie verändert die Einstellung zu uns selbst und zu den anderen. Sie nimmt ein Ich wahr, das jeden Morgen erwacht und sich daran erinnert, hier zu sein, dankbar, mit dem Gefühl des Erstaunens, der Verwunderung für das Leben, so wie dieses eben ist. Zufrieden und präsent für alles das, was ist und selbstverständlich auch dafür, was nicht ist. Erst die Begegnung mit dem Selbst erlaubt eine echte Begegnung mit den anderen.

Lesen Sie im nächsten Beitrag wie Sie mehr Freiheit erlangen. Wie Sie sich von ganz tiefen „Bündnissen“, die wir alle in uns tragen, befreien können. Jene die uns hindern, volle Kraft in das Leben und die Aufgaben zu legen, die unsere ureigenen sind.

inneren Stimme, spirale der negativität
(Bild: © Manuela Michelar)

Über Claudia Kloihofer

Claudia Kloihofer ist Vortragsrednerin, Trainerin und Werte-Coach. Sie ist selbständige systemische Unternehmensberaterin, Mutmacherin und Lebensberaterin. Mit dem von ihr gegründeten Mutmachinstitut ermuntert sie Menschen, ihrer Intuition zu vertrauen. Die Expertin und Autorin berät Firmen und Organisationen bei der Entwicklung eines klaren Werteprofils, hilft neue Perspektiven bei Veränderungen zu finden und ermutigt  Unternehmen und Führungsmannschaften, wieder auf Vertrauen und Menschlichkeit zu bauen. Unternehmen wieder positiver, energiereicher und  wertvoller zu gestalten. Die Mitpreisträgerin des Constantinus Awards für den Bereich Personal&Training ist gefragte Referentin zu ihren Themen und publiziert in verschiedenen Fachzeitschriften. Mehr über Claudia Kloihofer erfahren Sie auch unter http://www.mutmachinstitut.at.

Katja Heumader

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