Energiepolitik

Dr. Franz Alt: Solarstrom wird unschlagbar preiswert

…Kommentar von Dr. Franz Alt zur Entwicklung des Solarmarktes.

Dr. Franz Alt
Bild: Dr. Franz Alt

1988 kostete die Produktion einer Kilowattstunde Solarstrom noch etwa einen Euro, im Jahr 2.000  ungefähr 70 Cent und Anfang 2013 etwa 16 Cent. Doch damit ist noch lange nicht das untere Ende der positiven Preisspirale erreicht. Fachleute gehen davon aus, dass in etwa zehn Jahren die Kilowattstunde Solarstrom hierzulande für fünf Cent produziert werden kann.

Atomstrom oder Braunkohlestrom aus der Steckdose kosten im Jahr 2013 um die 26 Cent und in etwa zehn Jahren 35 bis 38 Cent – so die Prognosen. Die alte Energie wird immer teurer – erneuerbare Energien jedoch immer preiswerter, vor allem durch technologische Fortschritte und durch Massenproduktion ihrer Anlagen.

Hinzu kommt, dass die fossil-atomaren Energieträger unermessliche Folgekosten für die künftigen Generationen mit sich bringen. Aber diese Kosten werden nicht in den aktuellen Strompreis einberechnet. Sie werden auf viele künftige Generationen abgewälzt.

In Frankreich wurde soeben errechnet, dass dort ein atomarer Unfall ähnlich wie in Fukushima etwa 134 Milliarden Euro Folgekosten nach sich zöge – auf Kosten der Steuerzahler natürlich. Die Folgekosten des Klimawandels könnten noch höher sein.

Diese Fakten und Zusammenhänge kennen natürlich auch die Vertreter der alten Energiewirtschaft und die Politiker. Aber sie werden ständig verleugnet, verdrängt und verschwiegen. Die meisten Ökonomen und die Politiker der Mehrheitsparteien hängen aber ab von der alten Energiewirtschaft. Vor allem deshalb stolpert die Welt von einer Wirtschafts- und Finanzkrise in die nächste. Das wird so lange so bleiben wie die solare, preiswerte Energiewende noch nicht zu 100 Prozent erreicht ist.

Niedrige stabile Energiepreise sind die Voraussetzung für die Überwindung der permanenten Wirtschafts- und Finanzkrisen, welche die Welt immer wieder erschüttern.

Im sonnenreichen Kalifornien, Israel, New Mexiko oder Saudi-Arabien kann schon heute die Kilowattstunde Solarstrom für fünf Cent pro KWh hergestellt werden. Das wird bald auch im weniger sonnenreichen Deutschland und Europa das Fall sein. Die Wirtschaftswoche meldet soeben, dass das US- Startup-Unternehmen Solar Bankers aus Gilbert in Arizona an einer Konzentrator-Solarzelle arbeitet, welche die Chance eröffnet, dass auch in weniger sonnenreichen Gegenden die Solarstrom-Preise radikal sinken und Strom aus Sonne weit billiger als Strom aus Kohle produziert werden kann.

In der Tat wird Solarstrom durch neue technische Entwicklungen und Erfindungen unschlagbar preiswert – überall auf der Welt und einsatzfähig in Fassaden und Fensterscheiben – ja sogar in Richtung Norden. In wenigen Jahren wird dann auch in Deutschland die zurzeit arg gebeutelte Solarbrache eine Renaissance erleben.

In Deutschland, Japan und in den USA werden variable Folien entwickelt, die Sonnenlicht so verstärken, dass Fotovoltaik-Zellen weit effizienter arbeiten und damit Solarstrom zur billigsten Energiequelle überhaupt machen.

Vielleicht verstehen nach der nächsten Bundestagswahl sogar die Herren Altmaier und Rösler diese Entwicklung, die ja jedem Kind einleuchtet. Aber Kinder müssen sich in Wahlkämpfen auch nicht als Helden darstellen.

Dr. Franz Alt 2013)
Marc Brümmer

3 Kommentare zu “Dr. Franz Alt: Solarstrom wird unschlagbar preiswert

  1. Wären es nicht sogar geschätzte 430 Milliarden € die so ein GAU in Frankreich kosten würde? – Wobei wir in Deutschland natürlich auch betroffen sein könnten. Abhängig vom Standort des havarierten AKW’s und der Windlage. – Was mich wirklich besorgt macht, ist die politische Stimmungslage der jetzigen Koalition, die nichts unterlassen, um den Ausstieg aus dem Atomstrom für den Endverbraucher möglichst teuer zu machen.

  2. In der Schweiz geht man bei einem GAU in einem Laut der handelszeitung.ch ist in der Schweiz im Falle eines Super-GAUs in einem AKW von Schäden von bis zu 4.000 Milliarden Franken die Rede. Die Versicherungssumme beläuft sich hingegen nur auf 1,8 Milliarden Franken. Das Schadensniveau, das dann die Steuerzahler zu tragen hätten, wäre rund das Doppelte der deutschen Staatsverschuldung von 80% des BIP. http://www.handelszeitung.ch/konjunktur/schweizer-wirtschaft-wuerde-super-gau-kaum-verkraften

    1. 4.000 Milliarden SFR hört sich realitisch an. – Merkwürdig, dass dann der Staat trotzdem einem Betrieb zustimmt, obwohl nur eine Versicherung von 1,8 Milliarden SFR besteht?! – Jeder private PKW würde in so einem krassen Missverhältnis von Risiko / Versicherung stillgelegt werden

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