Wirtschaft

Dramatischer Börsencrash vom 6.Mai geklärt (900 Milliarden $ Verlust):

Am 6. Mai 2010 war die New Yorker Börse innerhalb von Stunden um ganze 1.000 Punkte abgerutscht, wodurch ein Anlagevolumen von 900 Milliarden US-Dollar vernichtet wurde. Die US-Börsenaufsichtsbehörde SEC und die Wertpapierbehörde CFTC haben nun ihren Abschlussbericht zu dem Vorfall vorgelegt. Grund war eine verhängnisvolle Kettenreaktion, die aufgrund der Computerisierung des Börsenhandels ihre dramatische Dynamik entfalten konnte. Mittlerweile werden 70% des Börsenhandels von Hochfrequenzrechnern abgewickelt, vor vier Jahren war es noch unter einem Drittel. Am 6. Mai hatte der Investmentfonds Waddell & Reed Financial seinem Computersystem den Auftrag erteilt, 75.000 E-Mini-Kontrakte im Wert von über vier Milliarden US-Dollar zu verkaufen – und das innerhalb von 20 Minuten. Die E-Minis sind eine Wette auf den Kurs des Index S&P 500 und dienten als Absicherung gegen Kursverluste, die das Handelshaus vor dem Hintergrund der damaligen Euro-Krise befürchtet hatte. Die Computer der anderen Handelshäuser reagierten auf das plötzliche Überangebot und prognostizierten massive Kursverluste, woraufhin sich einige Computer komplett von der Börse zurückzogen und auch der Verkaufsdruck von dem Termin- auf den Aktienmarkt übersprang. Nachdem sich zahlreiche Werte massiv verbilligt hatten (Anlageverlust von 900 Milliarden US-Dollar) stiegen Computer und Händler wieder in den Markt ein und trieben die Preise wieder nach oben, so dass um 15:00 Uhr der Spuk wieder vorbei war. Ausschlaggebend war nun – neben der Unbeherrschbarkeit der Hochfrequenzrechner für Regulierer – die Nervosität der Märkte während der Euro-Krise und die aggressive Absicherungsstrategie von Waddell & Reed Financial, die ihre Verkäufe anstatt wie üblich über Stunden zu strecken, ein Zeitfenster von 20 Minuten angepeilt hatten. Das alles zusammen hatte den Markt überfordert. Die Börsenaufsicht hat bereits auf den „Flash crash“ reagiert und ein neues Sicherungssystem eingeführt: Aktien aus dem S&P 500 Index werden vom Handel ausgesetzt, wenn sich der Kurs innerhalb von fünf Minuten um mehr als 10% verändert. Dies soll die Möglichkeit geben, mögliche Fehler elektronischer Handelssysteme auszubügeln.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.