Personal

Druck, Stress, Wettbewerb: Warum Ziele oft nicht zielführend sind

Wenn Unternehmen sich und ihren Mitarbeitern Ziele setzen, dann gehen sie davon aus, dass sie ihre Arbeit damit effizienter gestalten können. Aber: Wenn die Ziele zu hoch gesteckt sind und Druck erzeugen, dann sind sie kontraproduktiv.

In der heutigen Folge der Themenserie „Anders denken“ erklärt Nicola Fritze, wie Ziele aussehen müssen, damit sie motivieren.

 

Ziele: gut gemeint, aber oft kontraproduktiv

„Dieses Jahr soll der Umsatz um X% gesteigert werden“, „Wir müssen bis 2020 den europäischen Markt erschließen“, „Die Produktivität der Mitarbeiter muss sich bis zum Herbst verdoppeln“ – wer Unternehmen von innen kennt, kennt solche Ziele. Sie sollen den Angestellten dabei helfen, strukturiert zu arbeiten und genau zu wissen, was von ihnen erwartet wird. Wer auf ein Ziel hinarbeitet, lässt sich schließlich weniger leicht von wesentlichen Dingen ablenken. Wenn ein Ziel dann erfüllt wird, so die Annahme, arbeiten Menschen motivierter weiter und identifizieren sich mehr mit ihrer eigenen Arbeit und dem Unternehmen.

Zu Risiken und Nebenwirkungen…

Das Problem an der Sache: Ziele, vor allem zu hoch angesetzte, haben Nebenwirkungen. Anstatt zu fokussieren, tendieren Mitarbeiter dazu, auf rigide Zielsetzungen gestresst zu reagieren. Der Druck, die Ziele einzuhalten, wirkt sich negativ auf ihre Motivation und Verfassung aus. Anstatt für die Sache zu brennen, brennen sie innerlich aus. Davon abgesehen können schwierige Ziele zu einer Wettbewerbssituation mit den Kollegen führen. Menschen neigen dazu, sich miteinander zu vergleichen und bei externem Druck auch gegeneinander auszuspielen. So kann es passieren, dass Ihre Angestellten andere ausbremsen – aus Angst, schlecht dazustehen oder Erwartungen zu enttäuschen. Diese Risiken führen oft dazu, dass Ziele nicht erreicht oder sogar verfehlt werden.

Zick-zack statt Ziellinie

ziele, dart, ins schwarze treffen, pfeil
Ziele sollen motivieren, bewirken oft aber das Gegenteil. (Bild: Timo Klostermeier / pixelio.de)

Andererseits: es ist legitim und richtig, Ziele für das eigene Unternehmen setzen zu wollen. Hier ist jedoch wichtig, dass Sie den Weg zum Ziel nicht als gradlinigen Prozess sehen. Oft kommen auf dem Weg neue Ideen zum Vorschein, unvorhersehbare Ereignisse passieren, und ja, auch Fehler gehören dazu. Sie erwarten von Ihren Mitarbeitern Kreativität? Dann engen Sie sie nicht durch zu strenge Ziele ein, denn Innovation wird nur in einem freien, offenen und flexiblen Umfeld entstehen. Ihre Mitarbeiter können mit kleinen Ziel-„Häppchen“ besser umgehen, schneller auf Probleme reagieren und kreativere Lösungsvorschläge erarbeiten.

Denken Sie also lieber in Meilensteinen als in Ziellinien und lassen Sie sich überraschen. Der Weg ist das Ziel: Er verläuft selten geradeaus, und das ist auch gut so.

Ihre

Nicola Fritze

 

Über Nicola Fritze

Nicola Fritze / Motivation / Stress / Alltag, Egoismus, Aufschieberitis
Deutschlands Motivationsfrau und SHEnote-Speaker (© Bild: Nicola Fritze).

Seit 2001 ist Nicola Fritze vielgefragte Rednerin und Trainerin zu den Themen Persönlichkeitsentwicklung und Motivation. Ihre erfolgreichen Audio-Podcasts „Abenteuer Motivation“ und „Fritze-Blitz“ inspirieren seit 2006 regelmäßig über 30.000 Abonnenten. Sie gehören zu den erfolgreichsten deutschsprachigen Hörsendungen zum Thema Persönlichkeitsentwicklung. Im Februar 2013 erschien ihr neues Buch „Motivier Dich selbst – sonst macht’s ja keiner!“ (SüdWest, 16,99 €) Darin zeigt Nicola Fritze 50 praxisnahe und effektive Methoden auf, wie Lebensfreude und Motivation langfristig zu steigern sind. Weitere Informationen sowie ihre beiden erfolgreichen Hörsendungen finden Sie auf www.nicolafritze.de.

 

Katja Heumader

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