Materialforschung

Drucken von Prototypen? Das war nur der Anfang!

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Die sich stetig erweiternden Möglichkeiten des 3D-Drucks sind immer wieder erstaunlich – und sind bereits fester Bestandteil unserer Zeit. Insbesondere ökonomisch betrachtet rechnet sich der Einsatz verschiedener 3D-Druckmethoden, etwa bei der Herstellung von Prototypen. Ein gutes Beispiel dafür findet sich im selektiven Lasersintern (SLS): Hierbei entstehen dreidimensionale Objekte, indem der Ausgangsstoff in Pulverform Schicht für Schicht lokal verschmolzen wird. Über die nahezu grenzenlosen Möglichkeiten – und die Vorteile dieser Methode

Selektives Lasersintern: Musterbeispiel Prototypen

Zwar sind 3-Druck-Methoden den Firmen und Konzernen nicht vorbehalten, doch am interessantesten sind sie für diese wohl mit Sicherheit. Denn der preisliche Unterschied macht sich durchaus an den Ergebnissen von verhältnismäßig günstigen 3D-Druckern bemerkbar.* Doch auch das Anfertigen von professionellen Prototypen im kleineren Rahmen ohne eigenes Gerät ist möglich. So können Sie bei spezialisierten Anbietern für selektives Lasersintern Dateien unmittelbar hochladen, konfigurieren und bestellen. Mithilfe des selektiven Lasersintern lassen sich hier sogar Bauteile in einer Größe von 660 * 360 * 550 Millimetern in einem Stück herstellen.

Von individueller Anfertigung bis zum Flugzeugbau

Da für Methoden wie dem selektiven Lasersintern keine Stützstrukturen vonnöten sind, sind die Möglichkeiten kaum zu überschätzen. Die Herstellung individueller Bauteile oder auch Kleinserien sind inzwischen genauso realistisch wie das Ausdrucken von Bauteilen für Flugzeuge: So stellte Airbus bereits letztes Jahr einen unbemannten Flieger vor,

  • der immerhin 3,5 Meter Länge und 3,7 Meter Spannweite aufwies
  • der aus rund 60 Einzelteilen bestand
  • und dessen Bauteile allesamt innerhalb einiger Wochen in einem Laserzentrum hergestellt worden sind.

Zwar zählen die Teile von Elektromotoren, Propellern, Fahrwerk und Steuerelektronik nicht in diese Bilanz. Dennoch lässt uns bereits dieser Prototyp mit Spannung das erwarten, was auf die Luftfahrt zukommt; zumal die Wanddicken immer geringer werden, die Wandstärke jedoch zunimmt.

Mehr Freiheit in weniger Zeit

Doch auch in einem gemäßigteren Rahmen ergeben sich zahlreiche Möglichkeiten: Der Designfreiheit etwa scheinen angesichts der modernen Möglichkeiten keine Grenzen gesetzt. Diese wie auch andere Branchen jedenfalls profitieren von einer Reihe von Vorteilen, die das selektive Lasersintern etwa bietet:

  • Kostengünstig
  • Lackier- und färbbar
  • Keine mechanische Alterung
  • Modelle sind sofort einsatzfähig
  • Gute Möglichkeiten zur Nacharbeitung
  • Schnelle, flexible und hochpräzise Anfertigung
  • Sowohl mechanisch als auch thermisch enorm belastbar.

Die enorme Flexibilität des selektives Lasersinterns betrifft insofern nicht einmal nur die Herstellung von Prototypen in der Produktentwicklung. Denn auch hochkomplexe Konstrukte, die bislang nur in der freien Natur zu finden waren, lassen sich inzwischen duplizieren. Dies ist beispielsweise auch für von der Natur inspirierte Wohndesigner interessant. Trendscouts gehen davon aus, dass vor allen Dingen filigrane, raffinierte und zugleich den Sinnen schmeichelnde Strukturen und Oberflächen am Beliebtheit gewinnen.

*Hinsichtlich der Möglichkeiten, die der 3D-Druck für das Kunsthandwerk eröffnet, siehe auch Schmucker Druck.

Beate Greisel

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