Gesundheit

E-Zigaretten zur Rauchentwöhnung?

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8Bild: werner22brigitte / pixabay.com]

Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO sterben weltweit jedes Jahr fünf Millionen Menschen an den Folgen des Tabakkonsums. Rund 12% der Todesfälle von über 30-Jährigen führt die WHO auf den Tabakkonsum zurück. Das Deutsche Krebsforschungszentrum schätzt, dass jährlich 110.000 bis 140.000 Menschen in Deutschland an den Folgen des Rauchens sterben – darunter auch über 3.300 Nichtraucher, die an den Folgen des Passivrauchens sterben.

Steven A. Schroeder von dem Department of Medicine der University of California hat Anfang 2013 mehrere Studien für einen Artikel in dem renommierten Fachmagazin „New England Journal of Medicine“ (NEJM) zusammengefasst. Ein lebenslanger Nichtraucher hat demnach durchschnittlich eine doppelt so hohe Chance, seinen 80. Geburtstag zu feiern, als ein Raucher. Im Schnitt sterben Raucherinnen elf Jahre und Raucher zwölf Jahre früher als lebenslange Nichtraucher.

Die größten Risiken gehen dabei von Lungenkrebs, Herz-Kreislauferkrankungen und Schlaganfällen aus. So haben Raucher beispielsweise ein mehr als doppelt so hohes Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen und Schlaganfälle wie Nichtraucher.

Es ist nie zu spät zum Aufhören

Die Regeneration nach dem Verzicht auf Nikotin und Tabakprodukte setzt verhältnismäßig schnell ein. Wer bis zum 34. Lebensjahr mit dem Rauchen aufhört, gewinnt statistisch zehn Jahre seiner Lebenszeit zurück. Wer bis zum 44. Lebensjahr mit dem Rauchen aufhört, bekommt immer noch neun Jahre und wer nach dem 54. Lebensjahr das Rauchen aufgibt immer noch sechs Jahre zurück.

Wie schnell der Regenerationsprozess nach dem Verzicht auf den Glimmstengel einsetzt, zeigen folgende Zahlen: Bereits nach 24 Stunden beginnt das akute Herzinfarktrisiko zu sinken, nach 48 Stunden beginnen sich die Geruchs- und Geschmacksnerven zu regenerieren und bereits nach fünf Jahren hat sich das Risiko für Lungenkrebs statistisch betrachtet auf die Hälfte reduziert. Nach zehn bzw. zwölf Jahren des Rauchverzichts ist dann sowohl das Lungenkrebsrisiko wie auch das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen statistisch wieder auf das Niveau eines Nichtrauchers gesunken.

Natürlich gilt es dabei auch den Zusammenhang zwischen der Menge des Tabakkonsums und des Erkrankungsrisikos zu berücksichtigen: Denn je mehr Tabak pro Tag geraucht wird – und das über einen längeren Zeitraum – desto höher ist auch das entsprechende Erkrankungsrisiko.

E-Zigarette: Schritt für Schritt zum Nichtraucher

Laut dem Verband des E-Zigarettenhandels (VdeH) rauchen bereits rund zwei Millionen Deutsche elektronische Zigaretten. Das hat mehrere Gründe: Der Rauch riecht/stinkt nicht so intensiv wie bei konventionellen Zigaretten, da hier keine Verbrennungsstoffe entstehen sondern eine Flüssigkeit verdampft wird; das Rauchen einer E-Zigarette kann beliebig unterbrochen werden – das Volumen einer konventionellen Zigarette muss nicht auf einmal geraucht werden; zudem kann der Nikotingehalt der Kartuschen in den E-Zigaretten individuell variiert und sukzessive abgesenkt werden. Damit können starke Raucher den Nikotingehalt allmählich reduzieren und sich langsam entwöhnen. (Weitere Informationen zu den Nikotinstärken der Kartuschen beispielsweise online im e-Liquid Shop.)

Der Dampf einer E-Zigarette ähnelt in seiner Konsistenz und sensorischen Wirkung dem Rauch einer herkömmlichen Zigarette, allerdings ohne entsprechende Verbrennungsstoffe. Dass E-Zigaretten nicht die krebserzeugenden Verbrennungsprodukte und Substanzen aus dem klassischen Tabakrauch enthalten, bestätigen auch das deutsche Krebsforschungszentrum und das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Die Behörden weisen jedoch auch darauf hin, dass E-Zigaretten keine gesundheitlich vollkommen unbedenkliche Produkte seien. Das letztendliche Gefährdungsrisiko von E-Zigaretten ist allerdings noch nicht ausreichend erforscht, entsprechende wissenschaftliche Untersuchungen – auch zu der Gefährdung von Nichtrauchern – dauern derzeit noch an.

(mb)

Marc Brümmer

6 Kommentare zu “E-Zigaretten zur Rauchentwöhnung?

  1. Die E-Zigarette dient nicht zur Rauchentwöhnung im Sinne der Nikotinentwöhnung oder wie es die bekannten Rauchentwöhnngsprodukte von Nicorette &Co beworben werden. Es ist einfach eine nicht so schädliche Alternative zur Zigarette, weder für den Dampfer selbst noch für das Umfeld, weil es kein Passivrauch mehr gibt.
    Es ist ein Genussmittel wie jedes Andere, z.B. Kaffee oder Alkohol. Also weder ein Tabakprodukt noch ein Arzneimittel.

  2. Nikotinabhängigkeit ist und bleibt Nikotinabhängigkeit, egal aus welcher Quelle man sich bedient um die Entzugserscheinungen zu lindern.

  3. @Volker
    Eine, wie Sie es nennen, „Nikotinabhängigkeit“ gibt es nicht. Der richtige Terminus laut WHO ist „Tabaksucht“ (ICD-10). Seit langem ist bekannt, dass das Nikotin im Tabak bei ca. 30% der Menschen stark Suchterzeugend ist. Wenn man allerdings die ganzen Chemikalien, die noch im Rauch dabei sein, aus der Gleichung nimmt, bleibt nur das Nikotin – Und die Suchtwirkung von stark verdünntem Nikotin, wie es in den Liquids enthalten ist, wird hier von Ihnen stark übertrieben.
    Und selbst wenn wir mal die Wissenschaft beiseite lassen und nur das von Ihnen postulierte „egal aus welcher Quelle man sich bedient“ betrachtet, schreiben Sie hier gequirlten Müll: Nikotin ist für sich alleine betrachtet nahezu unschädlich, Selbst wenn man Nikotin über Jahre hinweg zu sich nimmt, schädigt es den Körper des Konsumenten fast gar nicht.
    Sie kennen vielleicht den alten Spruch „Raucher rauchen wegen dem Nikotin und sterben am Teer“?
    Genau so ist es nämlich: Das gefährliche am Tabakrauch ist der Rauch – und nicht das Nikotin. Und genau deswegen wurden seinerzeit die Nichtraucherschutzgesetze erlassen: Weil der Rauch so viele krebserregenden Stoffe enthält. Das Nikotin war nie das Problem!

  4. @ Jens M : es geht in diesem Artikel aber nicht ums sterben sondern darum die Abhängigkeit zu überwinden, die fast ausschließlich auf dem Nikotin als ein stakes Nervengift basiert.
    Das Nikotin IST das Problem, weil es die Raucher überhaupt erst abhängig macht und die Entzugserscheinungen bewirkt. Ihre Realitätsflücht ist echt beängstigend aber typisch für Drogenabhängige.

  5. Es werden wieder einmal Aussagen forciert, die nicht der Realität entsprechen. Sowohl die Rechts- als auch die wissenschaftliche Studienlage ist mehr als ausreichend. Ein Beweis für die angebliche Gefahr einer gesundheitlichen Beeinträchtigung durch E-Zigaretten steht seitens derjenigen aus, die eine solche Behauptung tätigen. Grundsätzliche Informationen aus Sicht der Verbraucher können unter http://ig-ed.org abgefragt werden. Eine „kleine“ Übersicht aller bisher vorliegenden Studien zur E-Zigarette kann unter http://www.e-rauchen-wahrheiten.de/doku/studiensammlung.pdf als PDF-Datei heruntergeladen werden.

  6. Also das die E-Zigarette auch zur Raucherentwöhnung dienen kann, kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen: Ich habe es bei Mehreren im Bekanntenkreis mitbekommen, wo zuerst auf eine elektronische Zigarette umgestiegen wurde, dann die Nikotinmenge in den Liquids reduziert und anschließend wurde komplett aufgehört sowohl mit dem Rauchen als auch mit dem Dampfen!
    Dennoch bin ich auch der Meinung, dass die E-Zigaretten generell als weniger schädliche Alternative gegenüber den Tabakzigaretten und somit als Genussmittel und nicht als Arzneimitte angesehen werden sollte.

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