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Eckart Lohse, Markus Wehner: Steinbrück Biographie

 

Peer Steinbrück ist der beliebteste Oppositionspolitiker. Sein Freund Helmut Schmidt hat ihn bereits zum Kanzlerkandidaten ausgerufen. Unvergessen ist sein Auftritt beim Ausbruch der Finanzkrise. Steinbrück, damals Finanzminister, und Kanzlerin Merkel retteten die Banken, steuerten Deutschland auf einem Kurs, der die Arbeitsplätze sicherte, die Wirtschaft am Leben erhielt. Doch der Hamburger mit der unverblümten Sprache hat noch keine Wahl für die SPD gewonnen. Im Gegenteil. Als Ministerpräsident verlor Steinbrück das traditionell rote Nordrhein-Westfalen an die CDU.

Was kann er wirklich? Was hat der studierte Volkswirt, dessen Vorfahren die Deutsche Bank mitgegründet haben, in seinen Lehrjahren unter Kanzler Helmut Schmidt und später bei Johannes Rau gelernt? Wird er der neue Kanzler?
Eckart Lohse und Markus Wehner haben ihn genau angeschaut und erzählen seine Lebensgeschichte, beschreiben seine Stärken und seine Schwächen.

 

Quelle: Managementbuch.de

Eckart Lohse, Markus Wehner: Steinbrück Biographie

Droemer Knaur – September 2012 – gebunden – 364 Seiten
ISBN: 3426275937 – EAN: 9783426275931 – Libri: 5425875

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Peer kann auch Kanzler!

Kürzlich titelte die Bild am Sonntag: „Für Peer wird’s schwer“. Gemeint waren die Kanzlerambitionen von SPD-Kandidat Peer Steinbrück. Mit ihrem Buch „Steinbrück“ kontern die beiden Autoren Eckart Lohse und Markus Wehner diese Sichtweise. Sie glauben: Steinbrück kann es packen! „In einer Zeit, in der die Skepsis der Bevölkerung gegenüber den Parteipolitikern gewachsen ist, erfüllt Steinbrück die Sehnsucht nach dem anderen, dem atypischen Politiker.“

Chronologisch zeichnen die Autoren den Karriereweg des kantigen SPD-Mannes nach – vom Büroleiter bei Johannes Rau über die Erfolge und Niederlagen in Nordrhein-Westfalen und seiner Verantwortung als Bundesfinanzminister bis hin zur K-Frage.

Ausführlich stellen sie den Politiker und den Menschen dahinter vor und erklären seinen Sympathiebonus bei den Deutschen. Steinbrück gilt als ehrlich, selbstbewusst und geradlinig. „Angst, so die Botschaft von Steinbrück, ist ein Fremdwort für mich“.

Die Autoren zeigen auch die Schattenseiten des SPD-Hoffnungsträgers, der immer ein Einzelkämpfer war und bleiben wird. Von einem, dem es nicht selten an Empathie und Taktgefühl fehlt. Steinbrück wird hier gezeichnet als der passionierte Schachspieler und Stratege, der wichtige Entscheidungen gerne allein trifft. Ein Teamplayer ist er offensichtlich nicht.

Managementbuch.de-Fazit: „Steinbrück“ ist ein erhellendes Buch, das auch einige bislang weitgehend unbekannte Seiten des Menschen Steinbrück zeigt (er ist Fan von Borussia Mönchengladbach, was ihn nicht davon abhält, sich gleichzeitig beim Rivalen BvB zu engagieren). Ganz nebenbei ist das Ganze auch eine mit viel Liebe zum Detail geschriebene Geschichte der letzten zehn Jahre der SPD.

… von Oliver Ibelshäuser, www.managementbuch.de

 

Zu den Autoren:

Eckart Lohse wurde am 10. März 1963 in Göttingen als jüngstes von drei Kindern geboren. Er hatte keine Chance, seinen Geburtsort zu seiner Heimatstadt zu machen, da die Eltern schon bald nach Frankfurt übersiedelten, von da nach Dortmund und weiter nach Bonn. Dort machte der Protestant sein Abitur an einem katholischen altsprachlich-humanistischen Gymnasium. Der Wehrdienst führte in den Harz, anschließend an den Bodensee und schließlich nach Andernach am Rhein. Studium von Politikwissenschaft, Neuerer Geschichte und Romanischer Philologie in Bonn. In Paris und München schrieb er eine Dissertation über Frankreich und die deutsche Teilung in den fünfziger Jahren. Neben dem Studium erfuhr er als Lokalberichterstatter bei verschiedenen Zeitungen viel über das Wesen der Politik. Auf einen Abstecher zum Deutschlandfunk folgte das Volontariat bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Danach vom Januar 1994 bis zum April 1996 in der politischen Nachrichtenredaktion. Wechsel ins Bonner Büro der F.A.Z., wo er bis zum Umzug der Bundesregierung vor allem über die Grünen, die SPD, die Außen- und die Bildungspolitik schrieb. Im Sommer 1999 nach Berlin, seit Dezember 2003 Leiter des Büros der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Verheiratet, zwei Kinder.

Markus Wehner, geboren am 24. August 1963 und aufgewachsen im Osthessischen, in der Bischofsstadt Fulda. Nach dem Abitur Studium der Osteuropäischen Geschichte, Politologie, Germanistik und Slawistik in Freiburg. Von dort zog es ihn in den Osten, zunächst nach Berlin, dann nach Moskau, wo er eine Weile als Übersetzer bei einer außenpolitischen Zeitschrift arbeitete. Seit der Öffnung der historischen Archive in Russland und in Ostdeutschland begann er dort eine rege Sucharbeit – unter anderem 1992/93 während eines einjährigen Forschungsaufenthaltes in Moskau. Seinen Niederschlag fand die Beschäftigung mit dem sowjetischen Stalinismus in zahlreichen wissenschaftlichen Veröffentlichungen und in einer Doktorarbeit über die sowjetische Bauernpolitik in den zwanziger Jahren. Seit 1992 war er zudem freier Mitarbeiter der F.A.Z., vor allem für die Geisteswissenschaften und die Politischen Bücher. Im Oktober 1996 Eintritt in die Nachrichtenredaktion, wo er für deutsche Innenpolitik zuständig war, sich aber auch russischen Themen widmete. Von Oktober 1999 an war er fünf Jahre lang Korrespondent in Moskau. Seit Herbst 2004 ist er Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

Oliver Foitzik

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