Energie & Umwelt

EEG-Mittelfristprognose sieht für 2016 rund 94 GW aus Erneuerbaren Energien

Die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber haben am 15.11.2011 die EEG-Mittelfristprognose für die nächsten fünf Jahre veröffentlicht. Demnach wird ein Aufbau der Erneuerbaren Energien auf eine Leistung von 94 GW erwartet. Davon sollen 44 GW auf die Solar- und 42 GW auf die Windenergie entfallen. Bei einer angenommenen Jahresarbeit von 101 Terawattstunden (TWh) würden somit nach Abzug der Direktvermarktung im Jahr 2016 dann rund 19 Milliarden Euro an Vergütungen an die Anlagenbetreiber zu zahlen sein.

Derzeit sind rund 65 GW an Erneuerbaren Energien (Wasserkraft, Geothermie, Biomasse, Wind, Photovoltaik) installiert, die zusammen auf einen Anteil an der Stromerzeugung von zuletzt 20% kommen. Bis 2020 soll der Anteil auf 35% steigen.

Über die Ökostromumlage (EEG-Umlage) werden die Erneuerbaren Energien zu festen Preisen vergütet und gefördert. Seit dem Jahr 2000 wurden bereits rund 65 Milliarden Euro an Vergütungen ausbezahlt. Die Erneuerbaren haben jedoch auch den Vorteil, dass keine Folgekosten wie Klimaschäden oder die Lagerung von Atommüll und der Rückbau von AKWs bezahlt werden muss, im Unterschied zu Gaskraftwerken muss auch kein Brennstoff eingekauft werden.

Die EEG-Umlage dürfte aber wohl von 3,59 ct/kWh im Jahr 2012 auf 3,66 bis 4,74 ct/kWh im Jahr 2013 steigen, je nach Ausbau der Kapazitäten. Der Grund für die starke Erhöhung der Umlage: Schwarz-gelb hat die Ausnahmebestände für die stromintensive Industrie weiter erhöht, so dass die größten Stromverbraucher, die zusammen 15% des deutschen Nettostroms verbrauchen, gar keine EEG-Umlage zahlen müssen. Dadurch wird der Strom für die Verbraucher und die kleinen und mittleren Unternehmen teurer, da sie den Ausbau alleine tragen müssen.

Hans-Josef Fell, MdB, Sprecher für Energie der Bundestagsfraktion Bündnis 90/ Die Grünen kritisiert die Energiepolitik der konservativ-liberalen Regierung scharf: „Die Änderungen der schwarz-gelben EEG-Novelle führen aus Sicht der Übertragungsnetzbetreiber zu einem geringeren Ausbau der erneuerbaren Energien bei höheren Kosten für den Haushaltsstromkunden. Unsere Kritik an der letzten EEG Novelle, dass Schwarz-Gelb auf der einen Seite den Ausbau der erneuerbaren Energien bremse und andererseits die Kosten des EEG nach oben treibe, zeigt sich nun leider als völlig berechtigt.“

 

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