Panorama

„Eiertanz“ wegen Berliner Euro-Strategie ins Englische eingeflossen

Im Rahmen des deutschen Kulturexports haben bislang schon die Wörter Kindergarten, Rucksack, Alpenglühen, Schadenfreude und Kaffeepause Einzug ins Englische gehalten. Nun kommt ein neuer Vertreter hinzu: Der „German Eiertanz“. Mit Blick auf die Abstimmung über die Ausweitung des Euro-Rettungsschirms schrieb die US-Agentur Bloomberg in einem Kommentar („Germany Pushes for Euro Without Losing Sovereignty“):  Der "German Eiertanz" um eine Lösung für die Euro-Schuldenkrise sei in vollem Gange. Anschließend wurde gerätselt, wie lange der deutsche Tanz auf Eierschalen wohl noch andauern werde („The German ‘Eiertanz’, or dancing on eggshells, is still in full swing when it comes to finding a solution to the euro’s woes. But it is now becoming clearer just how long the Germans are prepared to keep dancing to save the region’s highly indebted nations.”).

Hinterfragt wurde, ob die deutsche Haltung für eine Rettung des Euros und der Währungsunion, Griechenland mit inbegriffen, mit einer Ablehnung von Eurobonds, Transferunion oder eine europäischen (Wirtschafts-)Regierung vereinbar sei. Auf den Punkt gebracht: „Mehr Euro, aber nur ein bisschen mehr Europa.“

Auch das Internetlexikon Wikipedia hat dies schon in der Erklärung zu „Eiertanz“ aufgenommen. Darin heißt es: „Gegenwärtig werden häufig ähnliche Begriffe wie ‚Herumeiern’ und ‚Herumgeeiere’ verwendet, womit ein Herumwinden bzw. inkonsequentes Taktieren in schwierigen, komplexen Situationen gemeint ist. Der Ausdruck ‚German Eiertanz’ floss laut der Nachrichtenagentur Bloomberg 2011 als Lehnwort in den englischen Wortschatz ein, um die zögerliche Haltung Deutschlands in der Eurokrise zu umschreiben.“
 

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