Kolumnen

Eine Reise in sich hinein und über sich hinaus

Die wöchentliche Business-Kolumne von Ulrich B Wagner

 

Heute: Das Prinzip des visionären Handwerkers. Zehn goldene Regeln für persönlichen Erfolg in Veränderungsprozessen

 

Was Die Zukunft betrifft, so ist es nicht die Aufgabe sie vorauszusehen, sondern sie zu ermöglichen.

Antoine de Saint-Exupéry

 

Es ist schon ein Fluch mit der Schwarzmalerei und den apokalyptischen Reiterscharen, die in dieser Heftigkeit und lähmenden Wirkung immer nur uns Deutsche heimzusuchen scheinen. Die Financial Times sprach diesbezüglich einmal vom german problem.

 

Liegt es wirklich an unserer deutschen Mentalität, bei schlechtem Wetter, Krankheit oder Finanzkrise umgehend die schrecklichsten Untergangsszenarien zu beschwören und unisono auf der Welle des kollektiven Selbstmitleids zu surfen? Sind es wirklich nur die äußeren Umstände, die uns so verunsichern und uns wie das Kaninchen vor der Schlange erstarren lassen, oder ist es einfach nur unser Schock gefrosteter Geist, der die Veränderung –  und mag sie sich in der Folge als noch so hilfreich und gut erweisen – scheut wie der Teufel das Weihwasser.

 

Gerade in Umbruchszeiten, die uns meist auch  fundamentale Veränderungen abverlangen, kann es sehr hilfreich sein sich wieder auf die Basis handwerklichen Könnens zu besinnen. Es ist nicht so, dass die Regeln und die Erfolgsgaranten dieses Weges  neu erfunden werden müssten. Nein, wir müssen sie nur jeder für sich neu entdecken, für uns persönlich wiederfinden und den geänderten Rahmenbedingungen der Lebens- und Arbeitsweltwelt anpassen. Nur?

 

Wenn dies so einfach wäre, würden wir wahrscheinlich nicht da stehen, wo wir uns gerade befinden. Denn es ist einfacher, bequemer und mit keinem Risiko verbunden, sich im Selbstmitleid zu suhlen und in das Jahrtausende alte Klagelied der Kassandra einzustimmen: Es wird übel enden!

 

Francis Bacon (1561-1626) sprach einmal vom Kassandra-Verrat: Kassandra verrät uns, sie entlässt uns in die Hilflosigkeit in dem sie uns die Hoffnung raubt. Sie weiß alles besser, sie kennt das Übel, aber daraus erfolgen keine Konsequenzen. Schluss damit!

 

Es ist an der Zeit, die Kassandras unserer Gegenwart aus den Talkshows, Zeitungen und aus unserer eigenen täglichen Lebens- und Arbeitswelt zu verbannen und sich auf den Weg zu machen auf die Straße des Erfolgs. Denn es sind die Gewinner von morgen, die geerdeten Visionäre und Handwerker des Erfolgs, die schon heute die Morgenluft schnuppern, und deren visionärer und mutiger Geist sich wie Luftballons unter ihre Achseln legt, und sie so aus dem kollektiven Jammertal des Selbstmitleids in sonnige Gefilde trägt.

 

Was unterscheidet diese Meister der Veränderung von uns Anderen? Was lässt sie hoffen und mutig ihren Weg durch Veränderungsprozesse gehen?

 

Winston Churchill prägte einmal  den einfachen wie genialen Satz: Wenn du durch die Hölle gehst, geh weiter. Denn das schlimmste ist es, in Widerstand und Ablehnung zu erstarren und wie angewurzelt auf den glühenden Kohlen zu verharren.

 

Ich habe zehn goldene Regeln für den persönlichen Erfolg in Veränderungsprozessen herausgearbeitet und möchte Ihnen diese für Ihren eigenen beruflichen und privaten Erfolg zur Hand geben:

 

1. Sich selbst ermächtigen. Innehalten und sich auf die persönlichen Stärken und Potentiale besinnen, sich selbstbewusst – der Stärken und Möglichkeiten selbst bewusst sein –  wieder aufrichten, den Blick heben und so die Zukunft möglich machen.

 

2. Sich auf die handwerkliche Regeln und Werte besinnen. Kunst kommt von Können, Routine und Fleiß. Wenn wir diese fundamentalen Werte wieder mit ein wenig Demut verfolgen, können wir allein durch eigene Anstrengung Erfolge ermöglichen.

 

3. Den Blick heben und realistische Visionen entwickeln. Aus Visionen Möglichkeiten und aus Möglichkeiten Erfolge machen. Sich neu ausrichten und gemeinsame Ziele entwerfen, die den Blick über den eigenen Tellerrand schweifen lassen.

 

4. Die Natur kennt keine Sprünge und keine rechten Winkel. Stetigkeit, Ausdauer und Fleiß gepaart mit dem Willen zur kontinuierlichen Verbesserung, ermöglichen eine permanente Anpassung des Veränderungsprozesses an die gegebenen Situationen. Nur so können rechtwinklige Richtungswechsel (aktionistische Ausschläge) vermieden werden, die eine nachhaltige Veränderung gefährden können.

 

5. Balance und Teamgeist. Gemeinsamkeiten auf dem Boden ausgewogener Erwartungen und Perspektiven entwickeln.

 

6. Flexibilität und Offenheit. Das Neue freudig und mutig begrüßen.

 

7. Kooperation und Wettbewerb. Die Regeln des freien und fairen Wettbewerbs akzeptieren und umsetzen.

 

8. Die Kairos Regel. Die Gelegenheit beim Schopfe packen. Offen und aufmerksam zu erkennen, was der Augenblick für einen bereithält und nicht chronologisch durch die Welt ziehen. Augen auf und dabei, statt Augen zu und durch.

 

9. Harmonie verblödet. Erkennen, dass Veränderungen eine offene und auf gegenseitigem Respekt beruhende Streitkultur benötigt.

 

10. Nachhaltigkeit und permanente Führung. Erkennen, dass gerade das Hecheln nach kurzfristigen Erfolgen nur zu Drehtüreffekten führt und nur durch permanente Führung Zukunft und Nachhaltigkeit ermöglicht werden kann.

 

Ich möchte dahingehend mit einem Ausruf von Che Guevara enden: Lassen sie uns vernünftig sein und das Unmögliche wagen, denn die Erfolge von morgen, bestehen meist aus den Unmöglichkeiten von heute.

 

 

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Profil des Autors:

 

Ulrich B. Wagner, Jahrgang 1967, studierte Psychologie, Soziologie und Rechtswissenschaften an der Johann Wolfgang von Goethe Universität in Frankfurt am Main. Er ist geschäftsführender Gesellschafter des Instituts für Kommunikation, Coaching und Managementberatung (ikcm) mit Sitz in Bad Homburg und Frankfurt am Main und gleichzeitig Dozent an der european school of design für Kommunikationstheorie sowie Werbe- und Konsumentenpsychologie. Ulrich Wagner arbeitet als Managementberater und systemischer Coach mit den Schwerpunkten Business- und Personal Coaching, Kommunikations- und Rhetoriktrainings, Personalentwicklung, Begleitung von Veränderungsprozessen und hält regelmäßig Vorträge und Seminare.

 

Zu erreichen: via Website www.ikcm.de, via Mail uwagner@ikcm.de, via Xing und Facebook (Ulrich B Wagner).

 

 

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