Wirtschaft

Einkaufsmanagerindex in der Euro-Zone überraschend angezogen

Der Einkaufsmanagerindex des Marktforschungsinstituts Markit Economics für die Eurozone hat sich in den Bereichen Industrie und Dienstleistung im Dezember überraschend stark erholt. Gegenüber dem November legte der Index von 46,4 auf 46,9 Punkte zu. Analysten waren zuvor von einer Verschlechterung auf 45,9 Punkte ausgegangen. Besonders der Service-Index im Bereich der Dienstleistungen überraschte positiv: Der Wert stieg von 47,5 auf 48,3 Punkte. Auch hier war zuvor mit einem Rückgang gerechnet worden. Allerdings liegen beide Werte noch unter der Marke von 50 Zählern, ab der Wachstum signalisiert wird. Die Marktforscher bremsen dementsprechend auch eine aufkeimende Euphorie: „Doch angesichts der anhaltenden Verluste beim Auftragseingang in der Industrie und im Servicesektor, der pessimistischen Geschäftsaussichten und der hartnäckigen Misere in den Peripherieländern ist ein weiteres Quartal rückläufigen Wirtschaftswachstums nicht ausgeschlossen.“ So dürfte das wirtschaftlich stark begonnene Jahr 2011 im Schlussquartal mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,6% enden. Allerdings hat sich die zuletzt eingestellte Talfahrt im November und im Dezember wieder verlangsamt.

Deutschland verteidigt dabei in der Euro-Zone seine Sonderstellung: Der Einkaufsmanagerindex für die gesamte deutsche Privatwirtschaft stieg um 1,9 Punkte auf 51,3 Punkte, also über die Wachstumsmarke von 50 Punkten. Dafür war besonders der Dienstleistungssektor verantwortlich, dessen Geschäfte sich im Dezember so stark entwickelten, wie seit fünf Monaten nicht mehr.

Die Postbank wertet die neuen Zahlen als „äußerst positiv“: „Das aufgehellte Stimmungsbild stützt unsere Einschätzung, dass die tatsächliche Wirtschaftsentwicklung hinter der Verschuldungskrise gar nicht so schlecht ist.“ Dennoch haben die großen Wirtschaftsinstitute ihre Prognosen für 2012 kürzlich deutlich gesenkt: Das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) senkte seine Wachstumsprognose von 0,8% auf 0,3%. Das ifo-Institut in München geht von 0,4% Wachstum aus, nachdem die Prognose Mitte 2011 noch 2,3% betragen hatte. Die Bundesbank geht nun mehr von 0,6% statt 1,8% aus, das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) erwartet 0,5%.

 

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