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Einzelhandel oder E-Commerce? Beides!

Viele Einzelhändler sehen im Wachstum des E-Commerces eine Gefahr für ihr Vertriebsmodell. Nicht ohne Grund. Dabei kann der Offline-Handel mit dem Online-Handel nicht nur friedlich koexistieren, sondern sogar von ihm profitieren. Wenn er die Möglichkeiten des Netzes für sich zu nutzen weiß.

„Angriff“ auf den Einzelhandel?

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Einzelhandel oder E-Comerce? Für den Kunden ist die Frage eher zweitrangig. (Bild: „Style Sunglasses with MacBook“ by Viktor Hanáček / picjumbo.com)

Manuel Jahn, Handelsexperte bei der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), sorgte mit seinem Whitepaper zur Zukunft des Einzelhandels für Aufsehen. Sprach er in diesem doch von einem „Angriff“ auf den stationären Handel, der gerade erst begonnen hat. Jüngste Zahlen lassen vermuten, dass dem tatsächlich so ist.

Schließlich klagten dem Einzelhandelsverband Deutschland (HDE) zufolge allein 2013 über 60 Prozent der Fach- und Einzelhändler über sinkende Besucherzahlen. Und während im vergangenen Weihnachtsgeschäft die Umsätze beim stationären Handel stagnierten, schnellten sie bei den Online-Händlern um mehr als 50 Prozent nach oben.

Online oder stationär – der Kunde macht keinen Unterschied

Jahn betont in seinem Whitepaper allerdings auch: Der Kunde unterscheidet nur selten bewusst zwischen stationärem und Online-Handel. Meist sind es praktische Erwägungen, wie zum Beispiel die Entfernung zum Wohnort, die über die Art des Einkaufs bestimmen. Auch Ingo Vogel, Experte für emotionales Verkaufen, betont, dass eine steigende Zahl von Kunden nur deshalb so gerne online einkauft, weil ihnen das sieben Tage in der Woche, rund um die Uhr, bequem vom heimischen Sofa aus möglich ist. Mit anderen Worten, was und vor allem von wem sie es kaufen, ist ihnen im Grunde genommen egal.

Im Internet Präsenz zeigen

Und genau in diesem Umstand liegen die Chancen für den Einzelhandel. So werden beispielsweise Bücher nicht im Buchladen um die Ecke erworben, weil man diesen im Internet nicht findet. Aber das kann man ändern, indem man seine Waren auf lokalen Suchmaschinen wie zum Beispiel Locafox.de für Millionen von Internet-Kunden sichtbar macht.

Eine weitere Möglichkeit: Starten Sie einen Blog. Nehmen wir mal an, Sie sind ein zertifizierter Dienstleister für Produkte aus der IT-Branche. Laden Sie Ihre Kunden dazu ein, sich gemeinsam mit Ihnen über aktuelle Trends und Entwicklungen aus dieser Themenwelt zu unterhalten. Geben Sie Ihnen Tipps und Tricks an die Hand, wie sie mit der richtigen Soft- und Hardware das Beste aus ihren Produkten rausholen. Dabei ist nicht nur die I&K-Branche online affin. Betreiben Sie etwa einen Textilgeschäft in der Innenstadt, könnten Sie mit einem Blog Kunden Nähtechniken nahe bringen, um kaputt gegangene Kleidungstücke selbst zu reparieren oder was bei bestimmten Stoffen in puncto Pflege zu beachten ist. Die Möglichkeiten sind grenzenlos.

Christoph Schroeder

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