Kolumnen

Elektroantriebe auf dem Vormarsch – Asien liegt vorn!

Die Ära der Elektro-Autos hat begonnen. Beim Autosalon in Genf dreht sich in dieser Woche alles um den zukunftsfähigen und umweltfreundlichen Antrieb. Die deutschen Autobauer haben diese Autozukunft jedoch allesamt verschlafen, obwohl hierzulande Werner von Siemens vor 125 Jahren schon weltweit das erste E-Auto gefahren ist.

 

Doch jetzt haben die Asiaten die Nase vorn: Die Japaner, die Koreaner, die Chinesen und die Inder sind mit der Entwicklung der Batterie-Technologien, dem Herzstück der Elektromobilität, viel weiter als die Deutschen.

 

Mitsubishi verkauft in Japan bereits die ersten Autos, die ausschließlich mit Strom fahren. 9.000 sollen es schon in diesem Jahr sein. 2011 aber schon 15.000 und 2012 bereits 30.000. Der Preis für einen elektrischen Mittelklassewagen ist heute noch hoch, soll aber durch die in Asien schon beginnende Massenproduktion bis 2013 auf 17.000 Euro gefallen sein, erklärte Mitsubishi-Chef, Osamu Masuko, in Genf.

 

Der Strom für das Auto kostet dann ein Fünftel dessen, was wir heute fürs Benzin bezahlen. Der preisgünstige Antrieb macht neben der Umweltfreundlichkeit – das heißt der Strom muss regenerativ erzeugt werden – das E-Auto für die Zukunft attraktiv. Obwohl sich alle deutschen Autobauer einig sind, dass dem Elektro-Auto die Zukunft gehört, will VW erst 2013 mit dem alternativen Antrieb starten. Bis dahin aber werden die Asiaten längst den europäischen Elektro-Auto-Markt beherrschen.

 

Zur Eröffnung des Genfer Salons punkteten die Chinesen mit einem Paukenschlag: Der Sprecher des Batterieherstellers BYD (Build your dreams), Henri Li, hat die europäische Autobranche mit der Ankündigung erschreckt, dass seine Firma schon 2011 eine große Zahl von Elektro-Autos in Europa anbieten werde. Die Batterien der Chinesen sollen eine Reichweite von 330 Kilometern haben.

 

In Genf zeichnet sich für die lahmende deutsche Autobranche diese Entwicklung ab: Im Inland werden weit weniger neue Autos verkauft – es werden immer kleinere Autos gewünscht und immer umweltfreundlichere. Aber Opel, Daimler, BMW und VW haben da wenig zu bieten. Wer die Zukunftstechnologien verschläft, den bestraft der Markt.

 

Schon 2009 hatte der Nobelkonzern Daimler einen Verlust von 2,6 Milliarden Euro zu verschmerzen. Die zurzeit einzige Hoffnung der hiesigen Autobauer ist der chinesische Markt.

 

Quelle: © Franz Alt 2010

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