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Employer Branding: Familienfreundlichkeit im Trend

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Employer Branding, grob zusammengefasst die Anwendung von Konzepten aus dem Marketing, um das eigene Unternehmen als attraktiven Arbeitgeber darzustellen, steht zurzeit ganz oben auf der Agenda vieler Firmen. Das hängt allen voran mit dem von vielen Ökonomen prognostizierten steigenden Fachkräftebedarf zusammen. Was hierzulande bei vielen Betrieben noch in den Kinderschuhen steckt, hat bei den US-amerikanischen Top-Unternehmen Tradition. Vor allem die Vereinbarkeit von Familie und Beruf liegt hier im Fokus. Doch wie eine aktuelle Glasdoor-Studie zeigt, kommt das längst nicht allen US-Bürgern zu Gute.

Viele US-Arbeitgeber tun was für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf

In den Vereinigten Staaten dürfen sich die Arbeitnehmer über großzügige Sozialleistungen freuen. Bei Zillow beispielsweise wird arbeitenden Jungmüttern Muttermilch auf Firmenkosten geliefert, bei Pinterest dürfen die Angestellten nach der Geburt des Nachwuchses drei Monate lang bezahlten Urlaub nehmen und Netflix beschert seinen Mitarbeitern gar unbegrenzte Karenzzeiten. Twilio-Mitarbeitern wird dagegen ein Präsent der anderen Art gemacht. Sie erhalten kostenlose Kindle-Reader inklusive Buch-Abos.

Employer Branding? Für viele Arbeitnehmer ein Fremdwort!

Allerdings könne nur die wenigsten Amerikaner von solchen Zusatzleistungen profitieren. Nur 21 Prozent der Unternehmen bieten laut der Society for Human Resource Management bezahlten Mutterschutz an und rund ein Viertel der bürgerlichen Arbeitnehmer bekommt keinen bezahlten Urlaub, wie es aus dem Bureau of Labor and Statistics heißt, berichtet Bloomberg.

„Es gibt eine sehr große Kluft“, bestätigt Scott Dobroski, Analyst bei Glassdoor. Kein Wunder, schließlich ist der Aufbau einer Arbeitgebermarke mehr als eine Marketingmaßnahme. Hier geht es auch darum, dank Mitarbeiterbindung langfristig konkurrenzfähig zu bleiben. Employer Branding ist für den Mittelstand entscheidend, sagt deshalb Fabrice Schmidt, Gründer und Geschäftsführer der mydays GmbH, im Interview mit AGITANO. Der Ehrlichkeit halber muss aber auch gesagt werden, dass nicht jede Arbeitskraft im Unternehmen eine erfolgskritische darstellt. Einem Diplom-Ingenieur wird vermutlich eher ein Dienstwagen zur Verfügung gestellt, als einem Mitarbeiter des Facility Managements.

Amerikaner wünschen sich eine Krankenversicherung

Zudem könnte es auch einen anderen Grund geben, warum die US-amerikanischen Unternehmen in Sachen Employer Branding weiter sind als die deutschen. Die Qualität der durch die öffentliche Hand organisierten Dienstleistungen ist nicht so hoch wie in Deutschland. So meint Dobroski, dass die meisten amerikanischen Angestellten sich auch mit weniger hohen Anreizen zufirden geben würden: „Auch wenn das sehr protzige Zusatzleistungen sind – die Nummer eins der Leistungen, die Menschen immer noch am meisten wollen, ist eine Krankenversicherung.“

Mit Text- und Informationsmaterial von pressetext.com / pte

Christoph Schroeder

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