Energie & Umwelt

Energiemonopolisten verlieren durch die Energiewende ihre Pfründe, sinkende Gewinne

Die großen Vier des deutschen Energiemarkts, Eon, RWE, EnBW und Vattenfall, haben zusammen über 80% der deutschen Energieversorgung in der Hand. Das Oligopol verliert jedoch durch die dezentralen regenerativen Energien im Zuge der Energiewende zunehmend an Marktmacht: Die Gewinne fließen damit sukzessive stärker an die finanziell angeschlagenen Kommunen und an Bürger, die in Erneuerbare investieren, beispielsweise in die eigene PV-Anlage oder in Windenergieanlagen. Eine Übersicht hat Greenpeace zusammengestellt:

Eon: Der Branchen-Primus ist mit einem Umsatz von 115 Milliarden Euro und 78.900 Mitarbeitern der größte Energie- und Gaskonzern in Deutschland. Milliardenschwere Abschreibungen haben in 2011 zu einem Verlust in Höhe von 1,8 Milliarden Euro beigetragen. Im Vorjahr lag er noch bei 7,1 Milliarden Euro nach Steuern. Der Konzern hatte darauf vertraut, dass der Atomausstieg rückgängig gemacht werde und sich entsprechend nicht rechtzeitig auf die Energieversorgung der Zukunft eingestellt. Das Versäumnis werde nun mit Milliardeninvestitionen in Erneuerbare nachgeholt. Allein die sofortige Stillung der beiden Atommeiler Isar 1 und Philippsburg 1 seien mit 2,5 Milliarden Euro zu Buche geschlagen.

RWE: Der Konzern ist die Nummer zwei in Deutschland. Der Gewinn ging 2011 um ein Drittel auf 2,2 Milliarden Euro zurück. Mit 72.000 Beschäftigten wurde ein Umsatz von 51,7 Milliarden Euro erzielt. RWE will seinen Anteil an Erneuerbaren bis 2020 auf mindestens 20% steigern. Bislang sind es rund 5%.

EnBW: Der Konzernumbau im Zuge der Energiewende werde rund sechs Jahre dauern, bis das Spitzenniveau von 2010 wieder erreicht sei. 2011 wurde ein Verlust von 816 Millionen Euro verzeichnet. Die 21.000 Mitarbeiter hatten einen Umsatz von 19,8 Milliarden Euro erwirtschaftet. Im Jahr zuvor lag der Gewinn noch bei 1,2 Milliarden Euro.

Vattenfall: Bei der Nummer Vier auf dem deutschen Energiemarkt, der schwedischen Vattenfall, hielt sich der Gewinneinbruch um ein Fünftel in Grenzen. Der Gewinn ging 2011 um 300 Millionen Euro auf 1,18 Milliarden Euro zurück. Die 21.000 Mitarbeiter hatten einen Umsatz von 14,5 Milliarden Euro erwirtschaftet.

Die wirtschaftlichen Vorteile, die durch den Ausbau von Erneuerbaren Energien entstehen, wurden in einer Studie des Instituts für ökologischen Wirtschaftsforschung detailliert analysiert. So könnte die kommunale Wertschöpfung allein durch Erneuerbare Energien von 6,8 Milliarden im Jahre 2009 auf 13,2 Milliarden im Jahre 2020 anwachsen – hinzu kommen dann noch die Effekte der daraus entstehenden Arbeitsplätze und Steuereinnahmen. Die Effekte der Erneuerbaren Energien auf die Kommunen sind auch in dem Kommunalatlas der Seite www.kommunal-erneuerbar.de abrufbar.

(mb)

 

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