Energiepolitik

Energiepartnerschaft Deutschland-Tunesien gestartet – Hintergrundinformationen

Der Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Dr. Philipp Rösler, und sein tunesischer Kollege Ridha Saidi haben am Montag in Berlin den offiziellen Startschuss für die Deutsch-Tunesische Energiepartnerschaft gegeben. Schwerpunkte der bilateralen Energie-Kooperation bilden die Bereiche Stromnetzausbau, Energieeffizienz, Energieforschung, erneuerbare Energien sowie die politische Flankierung des Desertec-Vorhabens.

Bundeswirtschaftsminister Rösler: „Ich freue mich, dass die Umsetzung der Energiepartnerschaft zwischen Deutschland und Tunesien nun offiziell starten kann. Nach Marokko ist dies bereits die zweite Energiepartnerschaft, die wir mit einem Land Nordafrikas in diesem Jahr eingehen. Tunesien ist aufgrund seiner günstigen Bedingungen für den Ausbau von Wind- und Solarenergie sowie seiner ehrgeizigen Ziele beim Ausbau erneuerbarer Energien ein idealer Partner für Deutschland. Tunesien kann im Rahmen der Energiezusammenarbeit von dem Know-how deutscher Technologieunternehmen in diesen Bereichen profitieren. Unsere Unternehmen sind an Investitionen im tunesischen Energiesektor sehr interessiert. Ich bin daher davon überzeugt, dass die Energiepartnerschaft künftig beträchtliche Vorteile für eine klimafreundliche Energieversorgung beider Länder bringen kann.“

Laut einer gemeinsamen Absichtserklärung beider Regierungen vom 9. Januar 2012 wird die Energiepartnerschaft durch ein hochrangiges Steuerungsgremium sowie thematischen Arbeitsgruppen umgesetzt, an denen Regierungs- und Industrievertreter beider Seiten beteiligt sind.

Energiepartnerschaft mit Marokko

Im Juli 2012 wurde mit dem Königreich Marokko die erste bilaterale Energiepartnerschaft mit einem nordafrikanischen Land gezeichnet. Die lange Küstenlinie entlang des Atlantiks und des Mittelmeeres sind für die Gewinnung von Windenergie prädestiniert. Die hohe Sonneneinstrahlung macht auch die Gewinnung von Solarstrom äußerst rentabel: Mit etwa 2.600 kWh/m² liegt die jährliche Sonneneinstrahlung in Marokko noch einmal rund 30 Prozent höher als an den besten südeuropäischen Standorten wie beispielsweise Spanien. Hintergrundinformationen zu der von Deutschland unterstützen Energiewende in Marokko sowie zu der wirtschaftlichen und politischen Lage in dem Königreich finden Sie hier.

Hintergrundinformationen zu Tunesien

Die Republik Tunesien weist eine Bevölkerung von rund 10,5 Mio. Einwohner auf (Stand 2010), bei einem moderaten Bevölkerungswachstum von rund 1,0%. Im Norden herrscht ein mediterranes Klima mit einer langen Küstenlinie (Windenergie), im Süden ein Wüstenklima (Solarenergie). Neben der Amtssprache Arabisch ist die Verkehrssprache Französisch, in den Tourismusregionen wird häufig auch Deutsch gesprochen.

Tunesien war der Ausgangspunkt des arabischen Frühlings, den Umsturzbewegungen gegen die repressiven Regime. Nach dem Sturz von Präsident Ben Ali am 14.01.2011 folgten am 23.10.2011 freie Wahlen zu einer Verfassungsgebenden Versammlung, die einen neuen Übergangspräsidenten, Moncef Marzouki, sowie eine Übergangsregierung unter dem Premierminister Hamadi Jebali einsetzte.

Marc Brümmer

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