Energie & Umwelt

Energiepflanzen konkurrieren mit Nahrungsanbau und Waldschutz

Biokraftstoffe werden immer wieder als wichtiger Baustein der nachhaltigen Energiewende angeführt. Sie wären eine umweltfreundliche Alternative zu fossilen Kraftstoffen. Sicher ist, dass der Anteil von Energiepflanzen sich von Jahr zu Jahr erhöht.

Der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) nach werden 2.282.500 Hektar Anbaufläche für Mais, Raps und andere Industrie- und Energiepflanzen im Jahr 2011 bereit gestellt werden. Das entspricht 19% der Gesamtanbaufläche in Deutschland. Im Vorjahresvergleich ist die Anbaufläche um 150.000 Hektar angewachsen. Der erhöhte Anbau nachwachsender Rohstoffe ist grundsätzlich eine gute Nachricht, hat aber auch eine widersinnige Kehrseite. Der erhöhte Anbau von Energie- und Industriepflanzen konkurriert mit dem Waldschutz und könnte zu höheren Ausstoß von Treibhausgasen führen.

Forscher des Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung haben sich mit dem Problem beschäftigt. Um Platz für die lukrativen und als CO2 freundlich geltenden Biokraftstoffe zu schaffen, werden Wälder zugunsten von neuen Äckern gerodet. Wälder sind in der Lage, enorme Mengen an CO2 zu speichern. Unter dem Strich wird durch die Rodung der Wälder mehr Treibstoffgase freigesetzt, als durch Biokraftstoffe eingespart wird. Die Forscher haben in einer Studie herausgefunden, wie viel Biomasse angebaut werden kann, wenn die Wälder vor übermäßiger Rodung geschützt werden. Unter Berücksichtigung von technologischen und wirtschaftlichen Veränderungen haben die Wissenschaftler errechnet, dass bis 2095 bis zu 270 Exajoule aus Biokraftstoffen gewonnen werden kann, nur 10% weniger als ohne Waldschutz. Dieser Wert könnte jedoch nur mithilfe der umstrittenen und unsicheren Carbon Capture and Storage (CCS) Technologie erreicht werden. Der Schutz der Wälder würde jedoch wegen erhöhter Konkurrenz zwischen Energie- und Esspflanzen zu steigenden Lebensmittelpreisen führen. „Auch diese Energieform hat ihren Preis“, so Ottmar Edenhofer, Co-Autor der Studie und Chef-Ökonom des PIK. „Politische Maßnahmen sollten deshalb nicht einseitig auf die Bioenergie zielen, sondern Fragen der Landnutzung und Welternährung einbeziehen.“

 

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